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11. Sonntag nach Trinitatis
Pharisäer und Zöllner - Predigtanregung

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge | Gebete | Predigten

Der 11. Sonntag nach Trinitatis widmet sich unserer Einstellung zu Gott und zu seinem Gnadenhandeln. Dafür werden im Evangelium die zwei völlig unterschiedlichen Charaktere des Pharisäers und des Zöllners einander gegenüber gestellt. Die übrigen Texte weisen mehr in die Richtung des "Seligwerdens aus Gnade" und nicht aus Werken. Unsere Einstellung zu der Gnade Gottes ist entscheidend dafür, ob wir sie auch empfangen werden.

III - Mt 21, 28-32
Rev. 2014: Hiob 23

Was meint ihr aber? Es hatte ein Mann zwei Söhne und ging zu dem ersten und sprach: Mein Sohn, geh hin und arbeite heute im Weinberg. 29 Er antwortete aber und sprach: Nein, ich will nicht. Danach reute es ihn, und er ging hin. 30 Und der Vater ging zum zweiten Sohn und sagte dasselbe. Der aber antwortete und sprach: Ja, Herr! und ging nicht hin. 31 Wer von den beiden hat des Vaters Willen getan? Sie antworteten: Der erste. Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Die Zöllner und Huren kommen eher ins Reich Gottes als ihr. 32 Denn Johannes kam zu euch und lehrte euch den rechten Weg, und ihr glaubtet ihm nicht; aber die Zöllner und Huren glaubten ihm. Und obwohl ihr's saht, tatet ihr dennoch nicht Buße, so dass ihr ihm dann auch geglaubt hättet.

[Die Perikopenrevision von 2014 sieht folgenden Text vor:] Hiob 23
Hiob antwortete Elifas und sprach:
2 Auch heute lehnt sich meine Klage auf; seine Hand drückt schwer, dass ich seufzen muss. 3 Ach dass ich wüsste, wie ich ihn finden und zu seinem Thron kommen könnte! 4 So würde ich ihm das Recht darlegen und meinen Mund mit Beweisen füllen 5 und erfahren die Reden, die er mir antworten, und vernehmen, was er mir sagen würde. 6 Würde er mit großer Macht mit mir rechten? Nein, er selbst würde Acht haben auf mich. 7 Dann würde ein Redlicher mit ihm rechten, und für immer würde ich entrinnen meinem Richter! 8 Aber gehe ich nun vorwärts, so ist er nicht da; gehe ich zurück, so spüre ich ihn nicht. 9 Ist er zur Linken, so schaue ich ihn nicht; verbirgt er sich zur Rechten, so sehe ich ihn nicht.
10 Er aber kennt meinen Weg gut. Er prüfe mich, so will ich erfunden werden wie das Gold. 11 Denn ich hielt meinen Fuß auf seiner Bahn und bewahrte seinen Weg und wich nicht ab 12 und übertrat nicht das Gebot seiner Lippen und bewahrte die Reden seines Mundes bei mir. 13 Doch er ist der Eine – wer will ihm wehren? Und er macht's, wie er will. 14 Ja, er wird vollenden, was mir bestimmt ist, und hat noch mehr derart im Sinn. 15 Darum erschrecke ich vor seinem Angesicht, und wenn ich darüber nachdenke, so fürchte ich mich vor ihm. 16 Gott ist's, der mein Herz mutlos gemacht, und der Allmächtige, der mich erschreckt hat; 17 denn nicht der Finsternis wegen muss ich schweigen, und nicht, weil Dunkel mein Angesicht deckt.

Es geht ursprünglich um die Frage, aus welcher Vollmacht heraus Jesus die Zeichen und Wunder tut. Johannes der Täufer wird als Maßstab herangezogen, und schließlich verweigert Jesus die Antwort. Die vorliegende Perikope dreht dann den Spieß um: jetzt wird nicht nach der Vollmacht gefragt, sondern nach der Wirkung des Handelns. Offensichtlich will Jesus die Vollmacht aus der Wirkung ableiten, nach dem Motto: "Der Zweck heiligt die Mittel".
Die zwei "ungleichen" Söhne, die Jesus anführt, sind Vertreter des nach außen hin zuvorkommenden und hilfsbereiten Menschen und des nach außen hin abweisenden. Beide bekommen die gleiche Aufgabe, im Weinberg zu arbeiten. Während der erste zunächst ablehnt, sagt der zweite zu. Der erste geht dann aber doch, weil er spürt, dass es nicht richtig ist, nicht zu gehen. Der zweite aber wendet sich anderen Dingen zu und tut nicht, was er zugesagt hat. Die Fragenden identifizieren sofort den, der den Willen des Vaters getan hat. Es ist der, der zuerst mit dem Mund abgelehnt hat.
Das Gleichnis wird von Jesus selbst interpretiert, was eine unvoreingenommene Auslegung unmöglich macht. Die Hohenpriester und Ältesten hatten wohl die Rede des Täufers gehört und gesehen, wie die Sünder, die zuvor noch "nein" zu Gott gesagt hatten, sich nun Gott zuwendeten. Aber sie selbst haben schon längst "ja" zu Gott gesagt und meinen deshalb, dass es nicht mehr nötig ist, Buße zu tun. Sie verachten Johannes, weil er auch ihnen die Buße predigte und sie, die Frommen, nicht ausschloß vom Gericht.
Der kirchenjahreszeitliche Bezug ist eindeutig und muss nicht aus den Tiefen der Perikope ausgegraben werden. Die Predigt wird dennoch etwas schwieriger. In der Kirche sitzen nunmal diejenigen, die sich für fromm halten. Sie sind es wohl vielfach auch. Kann man ihnen vorhalten, dass sie Gottes Wort nicht erfüllen? Man muss an dieser Stelle wohl nochmal zurück zu der ursprünglichen Frage: "Aus was für einer Vollmacht tust du das eigentlich?"
Das Problem ist der Anstoß, den die Hohenpriester und Ältesten daran nehmen, dass plötzlich auch diese Sünder dazugehören sollen. Deshalb hinterfragen sie die Vollmacht. Kann Gott dies wirklich wollen? Will er solch Gesindel in seiner Gemeinde. Die Antwort Jesu ist ein eindeutiges "Ja". Es steht außer Frage. Für die, die daran Anstoß nehmen, steht die Gnade Gottes allerdings auf dem Spiel. Dieser Gedankengang kann in einer Predigt entfaltet werden, ohne verletzend zu wirken.

Liedvorschläge zur Predigt:

"So wahr ich lebe", spricht dein Gott (EG 234)
Such, wer da will, ein ander Ziel (EG 346)
Jesus nimmt die Sünder an (EG 353)
Ein reines Herz, Herr, schaff in mir (EG 389)
Gott rufet noch (EG 392)
Herr Jesu, Gnadensonne (EG 404)
Gott liebt diese Welt (EG 409)
So jemand spricht: "Ich liebe Gott" (EG 412)
Wo ein Mensch Vertrauen gibt (NB-EG 604; W-EG 638; KHW/HN-EG 630)
Lass uns in deinem Namen (KHW/HN-EG 614)
zu Hiob 23:
Ich weiß, woran ich glaube (EG 357)
Wenn wir in höchsten Nöten sein (EG 366)
Wer nur den lieben Gott lässt walten (EG 369)
Gott wohnt in einem Lichte (EG 379)
Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr (EG 382)

Die Anregungen für alle Predigtreihen

Buchempfehlungen:

Zuletzt überarbeitet: 18 August 2015
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