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13. Sonntag nach Trinitatis
*Die Liebe Gottes - Predigtanregung

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge | Gebete

Der 13. Sonntag nach Trinitatis redet von der Liebe zu Gott und ihren Ausdrucksformen. Die Liebe zu Gott kann so wie jede menschliche Liebe zur Eifersucht führen, die vor dem Verbrechen nicht zurückschreckt (Kain und Abel), sie kann aber auch zur barmherzigen Tat veranlassen (das Evangelium). Wer seine Liebe zu Gott zur Schau stellt und damit zum Selbstzweck verkommen lässt, braucht von Gott nichts mehr erwarten.

IV - 1. Mose 4, 1-16a* (auch in Rev. 2014, aber nicht mehr AT-Lesung)

Und Adam erkannte sein Weib Eva, und sie ward schwanger und gebar den Kain und sprach: Ich habe einen Mann gewonnen mit Hilfe des HERRN. 2 Danach gebar sie Abel, seinen Bruder. Und Abel wurde ein Schäfer, Kain aber wurde ein Ackermann. 3 Es begab sich aber nach etlicher Zeit, dass Kain dem HERRN Opfer brachte von den Früchten des Feldes. 4 Und auch Abel brachte von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und der HERR sah gnädig an Abel und sein Opfer, 5 aber Kain und sein Opfer sah er nicht gnädig an. Da ergrimmte Kain sehr und senkte finster seinen Blick. 6 Da sprach der HERR zu Kain: Warum ergrimmst du? Und warum senkst du deinen Blick? 7 Ist's nicht also? Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erheben. Bist du aber nicht fromm, so lauert die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie. 8 Da sprach Kain zu seinem Bruder Abel: Lass uns aufs Feld gehen! Und es begab sich, als sie auf dem Felde waren, erhob sich Kain wider seinen Bruder Abel und schlug ihn tot. 9 Da sprach der HERR zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er sprach: Ich weiß nicht; soll ich meines Bruders Hüter sein? 10 Er aber sprach: Was hast du getan? Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von der Erde. 11 Und nun: Verflucht seist du auf der Erde, die ihr Maul hat aufgetan und deines Bruders Blut von deinen Händen empfangen. 12 Wenn du den Acker bebauen wirst, soll er dir hinfort seinen Ertrag nicht geben. Unstet und flüchtig sollst du sein auf Erden. 13 Kain aber sprach zu dem HERRN: Meine Strafe ist zu schwer, als dass ich sie tragen könnte. [Luther übersetzte: «Meine Sünde ist größer, denn dass sie mir vergeben werden möge.»] 14 Siehe, du treibst mich heute vom Acker, und ich muss mich vor deinem Angesicht verbergen und muss unstet und flüchtig sein auf Erden. So wird mir's gehen, dass mich totschlägt, wer mich findet. 15 Aber der HERR sprach zu ihm: Nein, sondern wer Kain totschlägt, das soll siebenfältig gerächt werden. Und der HERR machte ein Zeichen an Kain, dass ihn niemand erschlüge, der ihn fände. 16 So ging Kain hinweg von dem Angesicht des HERRN.

Diese Erzählung aus der Urgeschichte wirft eher Fragen auf als dass sie Fragen beantwortet. Sicher wird durch die Aussage Gottes in Vers 4-5 betont, dass man den Willen Gottes nicht hinterfragen soll. Aber es ist doch verwunderlich, dass - ohne jede vorherige Qualifizierung - Kains Opfer nicht von Gott angenommen wird. Was unterschied die beiden, außer ihrer Profession? Vielleicht geht es bei der Geschichte tatsächlich nur darum, das Volk Gottes als Volk mit nomadischem Charakter herauszuheben (Schafzucht war eigentlich nur auf der Wanderschaft möglich, da die Weiden sonst zu schnell unbrauchbar wurden) - der Kornbauer ist ja sesshaft. Denn verwunderlich ist auch, dass Gott Kain plötzlich in Schutz nimmt, nachdem er seinen Bruder getötet hat; d.h. also, die wichtige Funktion des Kornbauern wird nachträglich anerkannt. Dem widerspricht nur der Fluch, der auf Kain liegt, nämlich dass der Acker seinen Ertrag nicht mehr geben wird (Vers 12). Inwieweit dieser Fluch dann im Nachhinein aufgehoben wird, ist nicht deutlich.
Eine weitere Frage taucht auf: woher weiß Kain, dass sein Opfer nicht angenommen wurde? Wird dies deutlich darin, wie erfolgreich die beiden sind? Darüber schweigt sich der Abschnitt vollständig aus. Es scheint allerdings, dass die Kommunikation mit Gott zu dem Zeitpunkt noch recht einfach (im Sinne von "leicht") war, wie sich ja später herausstellt.
Der kirchenjahreszeitliche Zusammenhang ist nicht unbedingt ersichtlich. Die Liebe Gottes wird vielleicht darin erkenntlich, dass Gott den Kain mit einem Zeichen vor den Häschern schützt. Immerhin geht er damit von seinem vorherigen Urteil ein Stück weit zurück und zeigt so Erbarmen. Aber Liebe?
Die Geschichte wurde meist so nacherzählt, dass Abel demütig und fromm war, während Kain schon im Vorfeld neidisch auf Abel war und seine Frömmigkeit verachtete. All dies lässt die Perikope aus. Im Gegenteil könnte man es so darstellen: Abel reizte Kain, indem er damit angab, dass Gott sein Opfer angenommen habe, aber Kains Opfer verachte. Beide Varianten gehen am Text vorbei.
In der Predigt sollte man sich auf das Gespräch zwischen Gott und Kain konzentrieren und dabei Gottes Erbarmen Kain gegenüber herausstellen. Zwar hat Kain etwas furchtbares getan, nämlich seinen Bruder ermordet. Es geht aber - auch vom kirchenjahreszeitlichen Zusammenhang her - wesentlich um das Verhältnis Gottes zu den Menschen. U.U. reut es Gott sogar, dass er so wählerisch war bei der Bewertung der Opfer. Man sollte es jedenfalls vermeiden, eine Charakterstudie von Kain und Abel zu versuchen, sondern vielmehr danach suchen, wo wir möglicherweise uns selbst in ähnliche Situationen bringen.

Liedvorschläge zur Predigt:


Dies sind die heilgen zehn Gebot (EG 231)
Und suchst du meine Sünde (EG 237)
Jesu, hilf siegen, du Fürste des Lebens (EG 373)
Lass die Wurzel unsers Handelns (EG 417)

Die Anregungen für alle Predigtreihen

Buchempfehlungen:

Zuletzt überarbeitet: 26 August 2015
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