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19. Sonntag nach Trinitatis
Heilung an Leib und Seele - Predigtanregung

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge | Gebete

Der 19. Sonntag nach Trinitatis hat die ganzheitliche Heilung zum Thema. "Ganzheitlich" ist ein Schlagwort unserer Zeit, und es wäre hilfreich, wenn eine Verbindung zum heutigen Verständnis von den Predigttexten her abgeleitet werden könnte.

III - Mk 1, 32-39
Rev. 2014: Joh 5, 1-16 (s. Reihe V)

Am Abend aber, als die Sonne untergegangen war, brachten sie zu ihm alle Kranken und Besessenen. Und die ganze Stadt war versammelt vor der Tür. Und er half vielen Kranken, die mit mancherlei Gebrechen beladen waren, und trieb viele böse Geister aus und ließ die Geister nicht reden; denn sie kannten ihn.
Und am Morgen, noch vor Tage, stand er auf und ging hinaus. Und er ging an eine einsame Stätte und betete dort. Simon aber und die bei ihm waren, eilten ihm nach. Und als sie ihn fanden, sprachen sie zu ihm: Jedermann sucht dich. Und er sprach zu ihnen: Lasst uns anderswohin gehen, in die nächsten Städte, dass ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen. Und er kam und predigte in ihren Synagogen in ganz Galiläa und trieb die bösen Geister aus.

Die Perikope beginnt mit einer maßlosen Übertreibung. Sicherlich wurden nicht alle Kranken und Besessenen zu Jesus gebracht, und sicherlich versammelte sich auch nicht die ganze Stadt vor der Tür. Diese Übertreibung hat wohl zum Ziel, Jesu Beliebt- und Berühmtheit schon zu Beginn seiner Wirkenszeit herauszustellen. Wieder taucht das Motiv des Messiasgeheimnisses auf: die Geister kennen ihn, dürfen aber nichts "verraten". Natürlich darf man fragen, warum, wenn ohnehin alle Welt von ihm weiß, soll seine Identität verborgen bleiben. Aber diese Welt sah in ihm bisher ja nur den Wunderheiler, und nicht den Messias, der die Menschheit von ihren Sünden erlösen sollte. Diese wahre Identität sollte verborgen bleiben.
Der zweite Teile der Perikope erzählt zunächst, dass Jesus sich frühmorgens aufmacht, um zu beten. Die Jünger berichten von "jedermann", die Jesus suchen, also wieder die Menge, alle, denn die Jünger waren ja schon zusammen zu ihm gekommen. Es kann also nicht sein, dass hier auf die restlichen Jünger hingewiesen wird. Wieder ist es merkwürdig, dass so früh (noch vor Tage) die Menge schon wieder (oder noch immer?) auf ist, um Jesus zu begegnen. So viel Berühmtheit kennt man in unserer Zeit nur von Pop-Idolen, die im Übrigen auch eine geheimnisvolle Aura ihrer wahren Existenz umgibt. Jeder möchte das persönlichste über ein solches Pop-Idol erfahren, und doch ist es nur sehr schwer, wenn nicht gar unmöglich, diese Informationen zu erlangen.
Jesus will nicht an diesem Ort bleiben und zieht mit seinen Jüngern los, um auch in den anderen Städten Galiläas zu predigen und böse Geister auszutreiben.
Damit hat die Perikope sich schon erschöpft. Sie wäre eine simple Erzählung, wenn nicht immer wieder diese Menge erwähnt würde, die sich auf Jesus stürzt. Der Text steht ganz am Anfang des Markus-Evangeliums und erzählt von den Anfängen des Wirkens Jesu. Schon deswegen ist es eigentlich merkwürdig, dass die Menge so auf ihn "fliegt". Es gab keine großartige Publicity, nur eine Heilung, eine Austreibung und eine - allerdings vollmächtige - Predigt. Vielleicht hatte sich "die Menge" schon lange nach solche einem Menschen gesehnt und nun die Erfüllung ihres Hoffens erfahren?
Es mag wieder hilfreich sein, den kirchenjahreszeitlichen Zusammenhang zu betrachten. Der Text bietet dafür allerdings nicht viel. Wohl stehen Austreibung, Heilung und Predigt, also die Elemente, die ganzheitliche Heilung verdeutlichen, beieinander, aber das alleine genügt nicht, denn zumindest von der Predigt redet Jesus in dieser Perikope nur, er tut sie aber nicht. Das Besondere des Textes ist hingegen die Wirkung Jesu auf die Menschen. Offenbar haben sie hohe Erwartungen. Offenbar war der Schrecken, den er ihnen durch seine Predigt einflößte, zugleich heilsam. Sein heilendes Handeln an den vielen Kranken und Besessenen war offensichtlich. Wäre es möglich, in der Predigt diese Wirkung nachzuvollziehen? D.h. nun nicht nur von seinen physisch heilenden Kräften zu reden, sondern auch davon, dass er die Erwartungen der Menschen erfüllt, ohne, dass sie es bisher selbst genau wissen, was sie eigentlich erwarten? Der unbekannte Gott, der aber schon längst da ist und unter den Menschen wirkt?
Jeder Mensch hat unerfüllte Hoffnungen, auf die durch diesen Predigttext eingegangen werden kann, denn der Predigttext sagt uns, dass Jesus fähig ist, diese Hoffnungen zu erfüllen. Wir hoffen auf die Dinge, die uns zu einem "ganzheitlichen Leben" fehlen. Diese Dinge können uns durch Jesus geschenkt werden.

Liedvorschläge zur Predigt:

Such, wer da will, Nothelfer viel (EG 346, 2-4)
Herr, du hast mich angerührt (EG 383)
In dir ist Freude (EG 398)
Du bist da, wo Menschen leben (EG 623)

Die Anregungen für alle Predigtreihen

Buchempfehlungen:

Zuletzt überarbeitet: 08 Oktober 2015
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