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2. Sonntag im Advent
Der kommende Erlöser - Predigtanregung

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge | Gebete | Predigten

Das Thema des 2. Sonntags im Advent wendet sich jetzt dem erlösenden Aspekt Gottes zu, nachdem am 1. Sonntag im Advent die Macht des Herrschers im Vordergrund stand. Der Erlöser wirkt auf vielerlei Weise - wiederum durch Macht, oder durch den Opfertod am Kreuz. Das Kommen wird aber auch als Erlösung von den Leiden dieser Welt angesehen, d.h. der Herr, wenn er kommt, wird endlich ein Ende machen mit der hiesigen Trübsal (Epistel).
Ab diesem Sonntag entfällt das "Gloria in excelsis".

IV - Jes 63, 15-16 (17-19a) 19b; 64, 1-3
Rev. 2014: Jes 63, 15 - 64, 3

So schau nun vom Himmel und sieh herab von deiner heiligen, herrlichen Wohnung! Wo ist nun dein Eifer und deine Macht? Deine große, herzliche Barmherzigkeit hält sich hart gegen mich. 16 Bist du doch unser Vater; denn Abraham weiß von uns nichts, und Israel kennt uns nicht. Du, HERR, bist unser Vater; «Unser Erlöser», das ist von alters her dein Name. 17 Warum läßt du uns, HERR, abirren von deinen Wegen und unser Herz verstocken, dass wir dich nicht fürchten? Kehr zurück um deiner Knechte willen, um der Stämme willen, die dein Erbe sind! 18 Kurze Zeit haben sie dein heiliges Volk vertrieben, unsre Widersacher haben dein Heiligtum zertreten. 19 Wir sind geworden wie solche, über die du niemals herrschtest, wie Leute, über die dein Name nie genannt wurde.
Ach dass du den Himmel zerrissest und führest herab, dass die Berge vor dir zerflössen,
64, 1 wie Feuer Reisig entzündet und wie Feuer Wasser sieden macht, dass dein Name kund würde unter deinen Feinden und die Völker vor dir zittern müßten, 2 wenn du Furchtbares tust, das wir nicht erwarten - und führest herab, dass die Berge vor dir zerflössen! - 3 und das man von alters her nicht vernommen hat. Kein Ohr hat gehört, kein Auge hat gesehen einen Gott außer dir, der so wohl tut denen, die auf ihn harren.

Dieser Text ist voller Erwartung des Kommens Gottes als Richter - freilich nur über "die anderen". Der Verfasser fühlt sich verlassen und einsam, weiß aber, dass Gott mächtig ist und ihn aus dem Elend, in dem er sich zur Zeit befindet, herausreißen kann. Der letzte Satz ist wohltuend: Gott tut wohl denen, die auf ihn harren. Oftmals möchten wir unser Schicksal in die eigene Hand nehmen - wenn wir es Gott "überlassen", können wir seine Wohltaten erwarten. Es mag Spaß machen, über diese Wohltaten zu phantasieren...
Es ist die Situation des Exils des Volkes Israel, das kurz vor dem Ende steht. Das Heiligtum ist zerstört, die Israeliten sind bedeutungslos geworden. Der Inhalt dieser ausgeklammerten Verse 17-19a ist für das Verstehen des Textes so wichtig, dass ich unbedingt empfehle, sie auch in die Predigt einzubeziehen. Denn es ist ebenfalls wichtig, zu erkennen, dass die Gottesferne, wie sie das Volk Israel erlebt hat, dazu führen kann, Gott zu vergessen. Dem steht der letzte Satz der Perikope gegenüber. Denn eines ist offensichtlich: Wie mächtig Gott ist, ist wohl bekannt. Nun geht es nur darum, dass er auch die Erlösung derer wirkt, von denen er sich entfernt hat.
Die Erlösung, von der hier gesprochen wird, ist sehr materialistisch. Deswegen halte ich es für angebracht, einen ähnlichen "Materialismus" auch in der Predigt zu vertreten. Wir sollen, ja müssen damit rechnen, dass Gott sich wieder erlösend "beweisen" wird, indem er vollendet, was er durch Jesus Christus schon bewirkt hat: die Erlösung der Welt, der ganzen Menschheit und aller Kreatur.
Der kirchenjahreszeitliche Zusammenhang macht uns aber auch deutlich: es geht hier um das Kommen des Kindes in der Krippe. Der Erlöser bewirkt unsere Erlösung nicht durch die im Predigttext beschriebenen Katastrophen und Machtbeweise. Diesen Widerspruch sollte man nicht aufzulösen versuchen, denn beide Aspekte sind wichtig: die materielle Erlösung wie auch die geistliche Erlösung, die das Kind bewirkt hat. Aber wenn wir mit materieller Erlösung, d.h. einer Verbesserung dieser Welt, rechnen, dann können wir das nur, indem wir uns selbst daran beteiligen, d.h. indem wir selbst aktiv werden. Die materielle Erlösung folgt aus der Erlösung, die wir im Glauben erfahren - sie ist aber unabdingbare Konsequenz. Somit wäre es falsch, das Eingreifen Gottes zunehmend gelangweilt zu erhoffen. Vielmehr hat Gott ja schon eingegriffen und erwartet jetzt nur noch unsere Antwort.

Liedvorschläge zur Predigt:


*Nun komm, der Heiden Heiland (EG 4)
*Gottes Sohn ist kommen (EG 5)
*Ihr lieben Christen, freut euch nun (EG 6 - Wochenlied!)
O Heiland, reiß die Himmel auf (EG 7)
Wie soll ich dich empfangen (EG 11, 1.4-8.10)
Wir warten dein, o Gottes Sohn (EG 152)

Fürbittengebet

Sieh herab auf uns, du Allmächtiger, sieh herab und senke auf uns dein unergründliches Erbarmen.
Bewahre unsere Herzen, dass wir nicht aufhören, mit dir zu rechnen. Ja, du bist groß, und wir wollen, dass die Menschheit es erkennt. Darum setze sichtbare Zeichen, durch uns, mit uns.
Mache uns zu Zeugen deiner wunderbaren Güte, indem wir verkünden, was du Gutes an uns getan hast. Gebrauche du uns.
Erbarme dich über die, die alle Macht bei sich selbst suchen, und lass die nicht leer ausgehen, die von den Reichen missachtet werden und hungern müssen.
Lass deine Kirche lebendige Kirche sein, die niemanden allein lässt, die in die Häuser geht und hilft, wo es Not tut.
Erfülle uns mit deiner Güte: die Kranken, die Alten, die Jungen, die Verzweifelten, die Einsamen: rühre sie an.
Komm. Zerreiße den Himmel, dass alle Welt dich sehen kann: das Kind in der Krippe, den lebendigen Gott.
Amen

Die Anregungen für alle Predigtreihen

Buchempfehlungen:

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    Materialien (Texte, Meditationen, Betrachtungen, Gebete) für die Vorbereitung von Adventsgottesdiensten und Andachten
  • Gott ist im Kommen. Predigten zu Liedern im Advent v. Christof Windhorst. Luther-Verlag Bielefeld 2005 - 1. Auflage.
  • 24-mal Advent. v. Kurt Riecke. Vandenhoeck & Ruprecht 2009, 128 S. - 1. Auflage.
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  • Zuletzt überarbeitet: 07 Dezember 2017
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