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2. Sonntag nach Epiphanias
Der Freudenmeister - Predigtanregung

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge | Gebete

Der Sonntag, der dem 2. Sonntag nach Epiphanias vorangestellt ist, widmet sich der Taufe Jesu, d.h. seinem "Amtsantritt" oder besser seiner "Berufung zum Amt". Dass schon am 2. Sonntag nun seine Tätigkeit als "Freudenmeister" im Vordergrund steht, hat weniger damit zu tun, dass die, die die Lesungen ausgewählt hatten, meinten, dass die Lebensfreude das Wichtigste sei, sondern vielmehr damit, dass im Johannesevangelium das Wunder bei der Hochzeit zu Kana ausdrücklich als das erste Wunder Jesu bezeichnet wird. Damit stellt es den Anfang seines Wirkens dar und ist somit prädestiniert als erste "Amtshandlung" Jesu.
Dennoch darf man den weltlichen Aspekt dieses Evangeliums nicht unter den Tisch kehren. Zu sehr hat die christliche Kirche die Leibfeindlichkeit betont, so dass jetzt viele, die mit dieser Prämisse nicht zurechtkommen, sich von der Kirche abwenden. Kirche und Leibfeindlichkeit (bis hin zu der sehr einfachen Beobachtung, dass man Sonntag morgens zu "nachtschlafender Zeit" zum Gottesdienst gerufen wird) haben sich tief in das Bewußtsein der Menschen als ein und dasselbe eingeprägt, und man ist zu faul, sich vom Gegenteil zu überzeugen. Man kann daher gar nicht genug betonen, dass Jesus bewußt das weltliche Feiern unterstützte, und er tat es wohl kaum, um sich selbst als der Sohn Gottes herauszustellen, denn das wird in der Evangelienlesung am wenigsten betont. Es ist die schlichte Tatsache, dass Jesus hier selbst Freude am Leben zeigt: ihm gefällt es nicht, dass da nicht genug Wein zur Verfügung steht, also beschafft er welchen, damit die Feier noch mehrere Tage weitergehen kann.

Auch an den folgenden Sonntagen wird meist von Wundern Jesu berichtet, die ihn aber immer wieder jeweils in einen anderen Zusammenhang stellen und ihn letztlich als den Herrn über die gesamte Schöpfung vorstellen.

III - 2. Mose 33, 17b-23
2. Mose 33, (12-17a) 17b-23 (W)
Rev. 2014: Joh 2, 1-11 (Evangelium; s. Reihe I)

Und Mose sprach zu dem HERRN: Siehe, du sprichst zu mir: Führe das Volk hinauf!, und lässt mich nicht wissen, wen du mit mir senden willst, wo du doch gesagt hast: Ich kenne dich mit Namen, und du hast Gnade vor meinen Augen gefunden. 13 Hab ich denn Gnade vor deinen Augen gefunden, so lass mich deinen Weg wissen, damit ich dich erkenne und Gnade vor deinen Augen finde. Und sieh doch, dass dies Volk dein Volk ist. 14 Er sprach: Mein Angesicht soll vorangehen; ich will dich zur Ruhe leiten. 15 Mose aber sprach zu ihm: Wenn nicht dein Angesicht vorangeht, so führe uns nicht von hier hinauf. 16 Denn woran soll erkannt werden, dass ich und dein Volk vor deinen Augen Gnade gefunden haben, wenn nicht daran, dass du mit uns gehst, sodass ich und dein Volk erhoben werden vor allen Völkern, die auf dem Erdboden sind? 17 Der HERR sprach zu Mose: Auch das, was du jetzt gesagt hast, will ich tun; denn du hast Gnade vor meinen Augen gefunden, und ich kenne dich mit Namen. 18 Und Mose sprach: Lass mich deine Herrlichkeit sehen! 19 Und er sprach: Ich will vor deinem Angesicht all meine Güte vorübergehen lassen und will vor dir kundtun den Namen des HERRN: Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich. 20 Und er sprach weiter: Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht. 21 Und der HERR sprach weiter: Siehe, es ist ein Raum bei mir, da sollst du auf dem Fels stehen. 22 Wenn dann meine Herrlichkeit vorübergeht, will ich dich in die Felskluft stellen und meine Hand über dir halten, bis ich vorübergegangen bin. 23 Dann will ich meine Hand von dir tun und du darfst hinter mir her sehen; aber mein Angesicht kann man nicht sehen.

Diese Erzählung aus dem Buch Exodus steht wesentlich stärker im Zusammenhang mit dem Thema der "Epiphanie", der Erscheinung Gottes, als dem des Evangeliums für diesen Sonntag. Das Thema der Epiphanie wird allerdings eigentlich erst am letzten Sonntag nach Epiphanias zum Klingen gebracht. Es ist möglich, dass diejenigen, die die Perikopen festlegten, meinten, man müsse ein Gegengewicht zu dem allzu weltlichen Thema des Evangeliums beibringen, denn zur Unterstützung des Evangeliums hätte es reichlich Auswahl im AT gegeben.
Um dem Thema des Evangeliums, das unsere Welt dringend braucht, gerecht zu werden, gilt es also, in diesem Text nach dem "weltlichen Element Gottes" zu suchen, dem, das Ihn vom Himmel herunter zu uns holt in unser einfaches Leben. Immerhin, Gott verspricht, sich sichtbar zu machen, aber nur von hinten, und nur dem auserwählten Diener Gottes, Moses. Das flößt eher Angst ein, als dass es hilfreich und tröstlich wäre.
Allerdings steht ziemlich zentral in der Mitte des Textes der Vers: "Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich." (33, 19b) Aber auch dieser Vers steht unter dem Vorzeichen der Bitte Moses: "Lass mich deine Herrlichkeit sehen!", womit wieder der Schwerpunkt auf der Herrlichkeit Gottes liegt, und nicht auf seiner Nähe zum Menschen. Das soll aber nicht hindern, den Vers 19b als den zentralen Angelpunkt und als die wichtigste und zentrale Aussage der Perikope in den Vordergrund zu stellen.
Wenn man die Worte "Gnade" und "Erbarmen" vernimmt, verfällt man allerdings auch allzu leicht darein, in den Dingen, die Gnade und Erbarmen erst notwendig machen, herumzustochern. Gnade ist nur dann nötig, wenn jemand schuldig wird, und Erbarmen nur dann, wenn jemand in Not ist. Wohl brauchen wir die Gnade und das Erbarmen Gottes, aber im Zusammenhang des 2. Sonntags nach Epiphanias ist es wichtig, darauf zu verzichten, unsere Schuld und unsere Not in den Vordergrund zu stellen, um erläutern zu können, warum Gnade und Erbarmen Gottes so wichtig für uns sind.
Worin äußert sich nun die Gnade und das Erbarmen Gottes? Im Zusammenhang der Perikope scheint die Antwort leicht zu finden zu sein: indem Gott sich Mose zeigt, erweist er ihm Gnade und Erbarmen. Aber das ist nur eine oberflächliche Antwort. Es scheint vielmehr, als ob es sich bei "Gnade" und "Erbarmen" um Namen Gottes handele, also Charakteristika Gottes, die nicht von seiner Willkür abhängen. Wohl kann die Formel "Wem ich das und das tue, dem tue ich es" vermuten lassen, dass es eben doch eine willkürliche Eigenschaft ist ("nur wenn ich es tue, dann tue ich es auch"), aber es handelt sich dabei wohl doch eher um eine Formel im temporalen Sinn, d.h. also "wann immer ich es tue, tue ich es gewiß", und das dürfte immer dann sein, wenn Gott gebeten wird, so wie Moses gebeten hat.
In diesem Licht erscheint Gott dann als der immer gnädige, und nicht als der willkürlich gnädige, der sich mal gerade dem besonderen Diener Moses zuwendet. Gott stellt nur eine Bedingung, und die besteht darin, dass er gebeten sein will.
Damit sind wir immer noch nicht wesentlich näher am Thema des Evangeliums, aber von hier einen Bogen zu spannen, dürfte wesentlich leichter fallen, als wenn man den Schwerpunkt wieder auf die Erscheinung Gottes legen würde, denn Gnade und Erbarmen sind die Grundwurzeln für Lebensfreude. Nur wer Gnade und Erbarmen erfährt, kann sich auch am Leben freuen. So wäre es gewiß hilfreich, in der Predigt eben solche Erfahrungen der Gnade und des Erbarmens Gottes in den Vordergrund zu stellen und die gebührende Dankbarkeit dafür vielleicht sogar in einem Fest zum Ausdruck zu bringen.

Liedvorschläge zur Predigt:

Öffne meine Augen/Die Gott suchen (EG 176)
Gott wohnt in einem Lichte (EG 379)
Vertraut den neuen Wegen (EG 395)
Tragt in die Welt nun ein Licht (EG 588)

Die Anregungen für alle Predigtreihen

Buchempfehlungen:

Zuletzt überarbeitet: 08 April 2015
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