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Ostermontag
Auf dem Weg* - Predigtanregung

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge

Der Ostermontag nimmt Bezug auf die Ereignisse unmittelbar nach der Auferstehung. Die Reaktion der Jünger und die ersten Erscheinungen Jesu stehen nun im Mittellpunkt, wobei auch die Konsequenzen der Auferstehung schon deutlich werden.

III - Lk 24, 36-45
Rev. 2014: Jes 25, 6-9* (s. auch Reihe V)
Lk 24, 36-47 (W)

Als sie aber davon redeten, trat er selbst, Jesus, mitten unter sie und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch! 37 Sie erschraken aber und fürchteten sich und meinten, sie sähen einen Geist. 38 Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken, und warum kommen solche Gedanken in euer Herz? 39 Seht meine Hände und meine Füße, ich bin's selber. Faßt mich an und seht; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, dass ich sie habe. 40 Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und Füße. 41 Als sie aber noch nicht glaubten vor Freude und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen? 42 Und sie legten ihm ein Stück gebratenen Fisch vor. 43 Und er nahm's und aß vor ihnen. 44 Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Es muss alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen. 45 Da öffnete er ihnen das Verständnis, so dass sie die Schrift verstanden, 46 und sprach zu ihnen: So steht's geschrieben, dass Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage; 47 und dass gepredigt wird in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern.

[Die Perikopenrevision von 2014 sieht folgenden Text vor:] Jes 25, 6-9*
Und der HERR Zebaoth wird auf diesem Berge allen Völkern ein fettes Mahl machen, ein Mahl von reinem Wein, von Fett, von Mark, von Wein, darin keine Hefe ist. 7 Und er wird auf diesem Berge die Hülle wegnehmen, mit der alle Völker verhüllt sind, und die Decke, mit der alle Heiden zugedeckt sind. 8 Der Herr wird den Tod verschlingen auf ewig. Und Gott der HERR wird die Tränen von allen Angesichtern abwischen und wird aufheben die Schmach seines Volks in allen Landen; denn der HERR hat's gesagt. 9 Zu der Zeit wird man sagen: «Siehe, das ist unser Gott, auf den wir hofften, dass er uns helfe. Das ist der HERR, auf den wir hofften; lasst uns jubeln und fröhlich sein über sein Heil.»

Weg mit allen Zweifeln! Das scheint das Thema dieses Textes zu sein. Jesus erscheint den Jüngern und führt ihnen demonstrativ vor, dass er leiblich unter ihnen ist, und nicht nur als Geist. Er läßt sich von ihnen anfassen, er ißt vor ihren Augen. Nun könnte freilich ein anderer Zweifel auftauchen, nämlich dass Jesus gar nicht richtig tot war. Aber dem wird gewehrt, indem dieses Ereignis dicht auf die Kreuzigung folgt: alles geschieht innerhalb eines Tages, dem Tag, an dessen Morgen "die Frauen" zum Grab gegangen waren und feststellen mussten, dass Jesus nicht mehr darin war. Es wäre wohl kaum möglich gewesen, dass innerhalb von drei Tagen sich ein Mensch so weit erholen könnte von den Strapazen der Kreuzigung (Blutverlust usw.), dass er schon wieder ganz souverän herumlaufen könnte. Nein, dieser ist Jesus, der Sohn des Allerhöchsten, der am Kreuz gestorben ist und von seinem himmlischen Vater wieder auferweckt wurde! KEIN Zweifel!
Die Original-Perikope schließt mit dem Hinweis auf die Schrift und der Feststellung, dass Jesus sie ihnen öffnete. Es ist gewiß nicht verboten, die nachfolgenden Verse 46 und 47 ebenfalls zu lesen, so dass man weiß, worum es dort geht; es scheint sogar geboten, denn wenigstens diese zwei Verse gehören in den Zusammenhang. Freilich ist der Text, auf den sich Jesus bezieht (Hosea 6, 2), nicht auf den Messias bezogen, sondern auf das Volk Israel, so dass man diesen Aspekt nicht zu wichtig nehmen sollte. Es ist klar, dass es hier darum ging, den Lesern noch einen weiteren Beweis zur Ausräumung aller Zweifel zu liefern, nämlich die Schrift, deren Autorität unter den Juden nicht angezweifelt wurde. Nun geht es nur noch darum, sie auf Jesus anzuwenden.
Wir alle sind voller Zweifel. Mit dem ständigen Wachsen unseres Wissens, das uns nun sogar fähig gemacht hat, Lebewesen "herzustellen", also Gottes Stelle einzunehmen als Schöpfer, wird die Schlußfolgerung immer logischer, dass wir einen Gott nicht brauchen. Gibt es ihn? "Wohl kaum, denn wenn es ihn gäbe, gäbe es doch nicht so viel Elend in dieser Welt!", ist eine beliebte Antwort. Oder: "Wenn es ihn gibt, dann kümmert er sich nicht mehr um uns, wir sind ihm egal." Zweifel, oft schon zementierte Überzeugungen. Gottesdienstbesucher werden solche Überzeugungen nicht teilen, aber sie werden immer wieder mit Zweifel konfrontiert werden. Dieser Text antwortet dem Zweifel mit Beweisen, die wir nicht liefern können. Wir können nicht plötzlich einen Jesus produzieren. Uns bleibt nur die Erfahrung und die Schrift (das sogenannte Neue Testament), um Zweifel auszuräumen.
Aber ist dies überhaupt nötig? Ist das Auftreten Jesu unter den Jüngern wirklich nur als Beweisproduktion zu sehen? Wohl kaum. Jesus kommt zu ihnen, um ihnen zu sagen, dass alles erfüllt wurde, was von ihm gesagt wurde. Dass Gott sein Erlösungswerk vollendet hat. Dass nun ein neues Kapitel der Menschheit begonnen hat, ein Kapitel, das von Vertrauen und Liebe gekennzeichnet ist, Vertrauen und Liebe zu Gott und dem Nächsten.
Dass dem noch nicht weltweit so ist, mag man damit erklären, dass eben nicht jeder Jesus angenommen hat, dass viele in Gottesferne leben und entweder die Gottesnähe, die Jesus geschaffen hat, nicht wollen, oder aber nicht wissen, wie sie dorthin kommen. Der Vers 47, auch wenn er nicht original in der Perikope mit eingeschlossen ist, ist gewiß sehr wichtig: er redet von der Konsequenz des neuen Wissens, dass Gott Nähe zum Menschen gesucht und gefunden hat: die Verkündigung der Vergebung der Sünden unter allen Völkern. Diese Welt ist immer noch in Dunkelheit, also geht hinaus und predigt, sagt es allen weiter, verkündigt die Liebe Gottes! Das ist es, worauf es ankommt; das ist, was die neue Welt werden läßt, die neue Menschheit, die mit Jesus begonnen hat.

Liedvorschläge zur Predigt:

Wir wollen alle fröhlich sein (EG 100 - Wochenlied!)
Wir danken dir, Herr Jesu Christ (EG 107)
O Tod, wo ist dein Stachel nun (EG 113)
Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin (EG 114)
Er ist erstanden, Halleluja (EG 116)
zu Jes 25, 6-9
Jerusalem, du hochgebaute Stadt (EG 150)
Der Gottesdienst soll fröhlich sein (EG 169)

Die Anregungen für alle Predigtreihen

Buchempfehlungen:

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  • Ostern. Verkündigung - Liturgie - Feier v. Wolf D. Berner. Vandenhoeck & Ruprecht 1998, 159 S. - 1. Auflage.
    Zahlreiche Anregungen und Materianlien für Osternacht, Familiengottesdienste und Kreise in der Gemeinde
  • Passion und Ostern. Agende II/1 v. VELKD (Hg.). Lutherisches Verlagshaus 2011, 344 S. - 1. Auflage.
    Umfassendes Material für Gottesdienste in der Fastenzeit und zu Ostern.
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  • Zuletzt überarbeitet: 15 April 2017
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