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Ostermontag
Auf dem Weg* - Predigtanregung

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge

Der Ostermontag nimmt Bezug auf die Ereignisse unmittelbar nach der Auferstehung. Die Reaktion der Jünger und die ersten Erscheinungen Jesu stehen nun im Mittellpunkt, wobei auch die Konsequenzen der Auferstehung schon deutlich werden.

IV - 1. Kor 15, 50-58
Rev. 2014: Lk 24, 36-45 (s. Reihe III)

Das sage ich aber, liebe Brüder, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht ererben können; auch wird das Verwesliche nicht erben die Unverweslichkeit. 51 Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden; 52 und das plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune erschallen, und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden. 53 Denn dies Verwesliche muss anziehen die Unverweslichkeit, und dies Sterbliche muss anziehen die Unsterblichkeit. 54 Wenn aber dies Verwesliche anziehen wird die Unverweslichkeit und dies Sterbliche anziehen wird die Unsterblichkeit, dann wird erfüllt werden das Wort, das geschrieben steht (Jesaja 25,8; Hosea 13,14): «Der Tod ist verschlungen vom Sieg. 55 Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?» 56 Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz. 57 Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus!
58 Darum, meine lieben Brüder, seid fest, unerschütterlich und nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wißt, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn.

Kaum eine andere Frage bewegt die Menschheit so sehr wie diese: was passiert mit uns nach unserem Tod? Die Erfahrung hat uns eindeutig gelehrt: der Körper verwest, er verfällt zu Staub, nichts bleibt. Dass dies alles sein soll, kann sich der Mensch nicht vorstellen, der erkannt hat, wie wunderbar jeder einzelne gemacht ist, wie sehr jeder einzelne ein Unikum darstellt, mit ganz besonderen Fähigkeiten und ganz besonderen Schwächen.
Paulus versucht hier, die Frage zu beantworten, wobei er sich natürlich nicht auf Erfahrungen berufen kann. Immerhin sieht er dem Tod realistisch ins Auge als der Endstation für den physischen Körper. Die Zeit der "letzten Posaune", das Endgericht, wird eingeleitet mit einer Verwandlung aller zur Unverweslichkeit hin. Wie genau das aussehen wird, kann Paulus freilich nicht sagen. Fest steht, dass es keine Verweslichkeit mehr geben wird. Es scheint wohl auch klar zu sein, dass bereits Gestorbene diese Verwandlung in der Auferstehung erfahren.
Mit diesem Wissen, dass allein aus Glauben genährt werden kann und das auf der Erfahrung basiert, dass Jesus Christus den Tod überwunden hat, kann Paulus dann sagen, dass der Tod keine Gewalt mehr über uns hat. Das bekannte Wort in Vers 55, das Luther etwas anders übersetzt hatte (Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?) macht Kranken und Sterbenden Mut.
Einen theologischen Mini-Exkurs kann sich Paulus nicht verkneifen, nachdem er dieses Trostwort gesprochen hat: "Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde ist das Gesetz." Fast erscheint dieser Satz wie ein Einschub, denn danach folgt "Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus!". Würde das "Aber" herausgenommen, würde sich dieser Satz nahtlos an den Vers 55 anfügen.
Auch Vers 58 ist nicht ganz unproblematisch im Ganzen dieses Textes. Eine Ermahnung, zuzunehmen im Werk des Herrn, mag noch hingehen, die Begründung aber scheint überhaupt keinen Zusammenhang mit dem vorher Gesagten zu haben: "weil ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn". Man könnte einen Zusammenhang herstellen, indem man auf die letzte Posaune und damit das Gericht, den Jüngsten Tag, verweist. Was immer ihr tut, wird auch nach eurem Tod noch Gewicht haben, weil euer Tod nicht endgültig ist. Ob dies wirklich so verstanden werden soll, ist schwer zu sagen.
Angesichts des kirchenjahreszeitlichen Zusammenhang liegt es nahe, die Verse 56 und 58 zwar nicht außen vor zu lassen, aber ihnen doch ein geringeres Gewicht zu geben. Entscheidend ist die tröstende Aussage, dass der Tod überwunden ist und dass wir diese Tatsache im Glauben annehmen.
Die Predigt könnte diese Botschaft dadurch verstärken, indem zunächst die Macht des Todes in unserer Welt dargestellt wird, um ihr dann die Macht der Auferstehung entgegenzustellen.

Liedvorschläge zur Predigt:


Frühmorgens, da die Sonn aufgeht (EG 111)
O Tod, wo ist dein Stachel nun (EG 113)
Singen wir heit mit einem Mund (EG 104)
Jesus, meine Zuversicht (EG 526)
Der Herr ist auferstanden (KHW-EG 548)

Die Anregungen für alle Predigtreihen

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  • Zuletzt überarbeitet: 15 April 2017
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