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Quasimodogeniti
Die neue Geburt - Predigtanregung

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge | Gebete | Predigten

Der Name des Sonntags Quasimodogeniti leitet sich vom Beginn der früheren lateinischen Antiphon ab: Quasi modo geniti infantes, Halleluja, rationabile, sine dolo lac concupiscite. (1. Petr 2, 2; deutsch: Wie die neugeborenen Kindlein seid begierig nach der vernünftigen, lauteren Milch).
Der Sonntag Quasimodogeniti erinnert uns an die neue Geburt, die wir "durch Wasser und Geist" erfahren, d.h. den Anfang eines neuen Lebens in Christus, nach unserer physischen Geburt. Die Perikopen haben aber, mit Ausnahme der Epistellesungen, nur wenig damit zu tun. Die Evangelien erzählen weiter von dem Geschehen nach Ostern.

IV - Kol 2, 12-15
Rev. 2014: Jes 40, 26-31* (s. Reihe VI)

Mit ihm seid ihr begraben worden durch die Taufe; mit ihm seid ihr auch auferstanden durch den Glauben aus der Kraft Gottes, der ihn auferweckt hat von den Toten. 13 Und er hat euch mit ihm lebendig gemacht, die ihr tot wart in den Sünden und in der Unbeschnittenheit eures Fleisches, und hat uns vergeben alle Sünden. 14 Er hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn weggetan und an das Kreuz geheftet. 15 Er hat die Mächte und Gewalten ihrer Macht entkleidet und sie öffentlich zur Schau gestellt und hat einen Triumph aus ihnen gemacht in Christus.

Dieser Text soll Mut machen. Die Taufe lässt uns teilhaben an der Auferstehung Jesu Christi durch den Glauben. Die Taufe hat unser Fleisch "ertötet", durch sie sind wir begraben - dies ist natürlich bildhafte Rede. Man könnte auch vom alten und neuen Menschen reden, aber das würde die Endgültigkeit der Veränderung vielleicht nicht so gut zum Ausdruck bringen. Das "Begrabensein" meint nichts anderes, als dass wir tot waren - so wie Jesus im Grabe lag, bevor er von den Toten auferweckt wurde. Ebenso wurden auch wir auferweckt durch den Glauben. Damals ereigneten sich Taufen in der Regel auf Wunsch dessen, der getauft wurde, d.h. sein Glaube wurde damit bestätigt. Die Tatsache, dass dann oft "das ganze Haus" mit getauft wurde, belegt aber auch, dass dies keine Notwendigkeit für die Taufe war. Fast scheint es, als habe die Taufe eine ganz eigene Kraft, die aber nur dann zur Wirkung kommt, wenn sie und damit das Heilswerk, auf das durch sie verwiesen wird, im Glauben angenommen wird.
Im Vers 13 wird die Todesursache näher beschrieben: es ist die Sünde, in der wir gefangen waren und von der wir uns aus eigener Kraft nicht befreien konnten. Die Erwähnung der "Unbeschnittenheit des Fleisches" ist sicherlich auch als Hinweis darauf zu verstehen, dass das jüdische Volk einen anderen Zugang zu Gott findet und nicht auf die Taufe angewiesen ist. Genannt ist es hier allerdings nur, um den Adressaten deutlich zu machen, dass sie auch auf diesen Zugang nicht zurückgreifen können, weil sie eben nicht zum jüdischen Volk gehören.
Der schönste Vers ist sicherlich Vers 14: Er hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn weggetan und an das Kreuz geheftet. Terminologie aus dem Geschäftsleben scheint es einfacher zu machen, das zu verdeutlichen, worum es geht: Schuld hat existiert, aber sie ist nun nicht mehr da, denn der Schuldschein ist annulliert. Er wurde "ans Kreuz geheftet" - die Annullierung erfolgte durch den Opfertod Christi. Dieses Bild birgt allerdings auch eine Gefahr: man könnte es dahin deuten, dass nur die bis zum Tod Christi begangenen Sünden getilgt sind. Man kann sich also neue Schuld aufladen, für die der Opfertod Christi nicht gilt.
Trost und Mut macht Vers 15: Die Mächte und Gewalten sind vielleicht noch mächtig, aber sie erscheinen nicht mehr so. Es ist, als ob ein König seiner pruinkvollen Gewänder entledigt ist, mit denen er sich sonst zeigt. In Jeans und Flanellhemd sieht er aus wie jeder andere und wird Schwierigkeiten haben, seine Macht durchzusetzen, weil er nicht mehr als König erkannt wird. So verlieren auch Mächte, die uns bedroht haben, ihre Macht, weil wir sie nicht mehr als gefährlich oder bedrohend erkennen.
Der kirchenjahreszeitliche Zusammenhang ist recht deutlich: die neue Geburt wird durch die Taufe vollzogen. Dementsprechend wird die Predigt auch dies in den Vordergrund stellen. Mit der neuen Geburt hat sich einiges geändert. Die Frage ist freilich, ob dies wirklich so ist. Das aber in Frage zu stellen, steht dem Prediger nicht an. Besser ist es, der Gemeinde auf den Kopf zuzusagen, dass diese Veränderungen stattgefunden haben und wirksam sind durch den Glauben, in den hinein wir getauft sind.

Liedvorschläge zur Predigt:


Herr Christ, der einig Gotts Sohn (EG 67)
Singen wir heut mit einem Mund (EG 104)
Erschienen ist der herrlich Tag (EG 106)
Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin (EG 114)
Er ist erstanden (EG 116)
Der schöne Ostertag (EG 117)
Nun freut euch, lieben Christen g'mein (EG 341)

Die Anregungen für alle Predigtreihen

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  • Zuletzt überarbeitet: 08 April 2015
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