Informationen zu jedem Sonn- und Festtag im Kirchenjahr


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Rogate
Die betende Gemeinde - Predigtanregung

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge | Gebete

Der Name dieses Sonntags rührt von den Bittumgängen her, die in vergangener Zeit (und manchenorts noch heute) auf den Feldern für eine gute Ernte vollzogen wurden. Diese Bittumgänge begannen am Sonntag Rogate (= Betet!) und wurden in der damit beginnenden Woche fortgeführt.
Der Sonntag Rogate wird in der evangelischen Kirche als Missionssonntag begangen. Mit ihm beginnt die "Missionsopferwoche".
Der Sonntag Rogate ist der Betsonntag. Dieses Thema wird in den Perikopen vielfach beleuchtet. Auch dieses Thema ist eine Antwort auf das Ostergeschehen: Die Gemeinde ist nun frei durch Jesus Christus, Gott direkt zu bitten, ohne jeglichen Mittler, wie es zuvor notwendig gewesen war. Die Perikopen beleuchten das Thema Gebet nur von dem Aspekt des "Bittens" her, was wohl angemessen ist. Wir sollten aber nicht vergessen, dass zum Gebet auch Dank gehört!

IV - Kol 4, 2-4 (5-6)
Rev. 2014: Lk 11, (1-4)5-13 (s. auch Reihe III)

Seid beharrlich im Gebet und wacht in ihm mit Danksagung! 3 Betet zugleich auch für uns, dass Gott uns eine Tür für das Wort auftue und wir das Geheimnis Christi sagen können, um dessentwillen ich auch in Fesseln bin, 4 damit ich es offenbar mache, wie ich es sagen muß.
5 Verhaltet euch weise gegenüber denen, die draußen sind, und kauft die Zeit aus. 6 Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt, dass ihr wisst, wie ihr einem jeden antworten sollt.

[Die Perikopenrevision von 2014 sieht folgenden Text vor:] Lk 11, (1-4)5-13

1 Und es begab sich, dass er an einem Ort war und betete. Als er aufgehört hatte, sprach einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte. 2 Er aber sprach zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht:
Vater!

Dein Name werde geheiligt.
Dein Reich komme.
3 Unser tägliches Brot gib uns Tag für Tag
4 und vergib uns unsre Sünden;
denn auch wir vergeben allen,
die an uns schuldig werden.
Und führe uns nicht in Versuchung.
5 Und er sprach zu ihnen: Wenn jemand unter euch einen Freund hat und ginge zu ihm um Mitternacht und spräche zu ihm: Lieber Freund, leih mir drei Brote; 6 denn mein Freund ist zu mir gekommen auf der Reise, und ich habe nichts, was ich ihm vorsetzen kann, 7 und der drinnen würde antworten und sprechen: Mach mir keine Unruhe! Die Tür ist schon zugeschlossen, und meine Kinder und ich liegen schon zu Bett; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben. 8 Ich sage euch: Und wenn er schon nicht aufsteht und ihm etwas gibt, weil er sein Freund ist, dann wird er doch wegen seines unverschämten Drängens aufstehen und ihm geben, soviel er bedarf.
9 Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.
10 Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan. 11 Wo ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn, wenn der ihn um einen Fisch bittet, eine Schlange für den Fisch biete? 12 oder der ihm, wenn er um ein Ei bittet, einen Skorpion dafür biete? 13 Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben geben könnt, wieviel mehr wird der Vater im Himmel den heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!

Paulus ist in Gefangenschaft und bittet die Gemeinde, für ihn (und seine Gefährten) zu beten. Er beginnt nun aber nicht mit der Bitte um Gebet für ihn, sondern mit der Aufforderung, im Gebet beharrlich zu sein. Deutlich wird auch hervorgehoben, dass das Gebet mit Danksagung einhergeht. Beten ist also nicht nur Bitten, sondern auch Danken.
In die Bitte aber sollen sie auch das Gebet für Paulus einschließen. Auch hier ist nicht etwa die vordergründig wichtigste Sache, nämlich die Freilassung, das Anliegen, sondern dass Gott Türen auftue für das Wort. Paulus denkt also daran, dass es auch im Gefängnis möglich ist, das Wort weiterzusagen, und Recht hat er: Gefängniswärter gleichwie Gefangene sind möglicherweise bereit, das Wort Gottes zu hören und anzunehmen.
Die Verse 5-6 erscheinen eher wie ein Exkurs. Nachdem Paulus davon gesprochen hat, dass er das "Geheimnis Christi" sagen will und dazu die "Tür für das Wort" augetan werden soll, und schließlich sagt, dass er es nur auf eine bestimmte Weise sagen kann ("wie ich es sagen muss"), will er nun doch noch Empfehlungen zu der Art und Weise des Weitersagens geben. Man könnte diese zwei Verse vielleicht schlicht mit den Worten: "Lasst keine Gelegenheit ungenutzt vorüberstreichen" zusammenfassen, wobei aber in den zwei Sätzen des Paulus schon wesentlich mehr gesagt ist. Es geht hier aber nicht mehr um das Gebet, sondern um das, was das Gebet bewirken soll, nämlich wie das Geheimnis Christi weitergesagt werden kann.
Der kirchenjahreszeitliche Zusammenhang ist offensichtlich: es geht um das Gebet, und dabei vor allem darum, worum man beten soll. Es sind nicht die Dinge, die einen persönlich betreffen, sondern eher die, die die Welt verändern können, um die man beten soll. Es ist die Fürbitte, die hier im Mittelpunkt steht. Da passen allerdings die Vers 5-6 nicht mehr so gut hinein, denn sie reden ja, wie schon erwähnt, davon, wie man etwas sagt. Von daher ist es durchaus angebracht, die Klammer wegzulassen.
Die Predigt kann den Begriff "Tür" zum Ausgangspunkt machen. Der konkreten Gefängnistür steht die abstrakte Tür zur Wortverkündigung gegenüber. Türen haben immer die Funktion, Zugang zu gewähren. In unserer individualistischen Gesellschaft stößt man immer öfter vor verschlossene Türen. Diese Türen aufzutun, ist eine lohnenswerte Aufgabe.

Liedvorschläge zur Predigt:


So gib dein Wort mit großen Scharen (EG 241, 4-9)
Preis, Lob und Dank sei Gott, dem Herren (EG 245)
Mache dich, mein Geist, bereit (EG 387)
Gott ruft dich, priesterliche Schar (KHW-EG 587)
Harre, meine Seele (KHW-EG 611)

Die Anregungen für alle Predigtreihen

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  • Zuletzt überarbeitet: 30 April 2016
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