das Kirchenjahr

Quinquagesimae

Estomihi

Der Weg zum Kreuz

Gottesdienstentwurf

Der folgende Vorschlag soll vor allem denen, die ungeübt sind in der Gestaltung eines Gottesdienstes, eine Hilfe sein. Er ermöglicht auch einen Gottesdienst in häuslicher Gemeinschaft ohne Pfarrer/in.

Gruß: Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Amen [Je nach Gewohnheit und Möglichkeit im Wechsel mit der Gemeinde]
Der Spruch für den Quinquagesimae - Estomihi steht im Evangelium nach Lukas im 18. Kapitel und lautet: Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.
Eingangslied:
Psalmgebet: Ps 31, 2-6.8-9.16-17
Liturg oder Gemeinde: Ehr sei dem Vater und dem Sohn... (EG 177.x)
Kyriegebet: Allmächtiger Vater, Leid gehört zum Leben dazu. Und doch möchten wir es so lange wie möglich von uns weisen. Und wenn andere leiden, halten wir uns oft von ihnen fern, weil wir nicht wissen, wie wir mit fremdem Leid umgehen können. Hilf uns, dass wir auf dein Kreuz schauen und erkennen, was du für uns gelitten hast, damit wir jedes Leid annehmen und das Leid anderer zu lindern versuchen. Wir rufen zu dir:
Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison.
und/oder: Kyrie-Gesang (EG 178.x)
Liturg: Ehre sei Gott in der Höhe
Gemeinde: Allein Gott in der Höh sei Ehr (EG 179, 1)
oder
Liturg + Gemeinde im Wechsel: Ehre sei Gott in der Höhe (EG 180.1)
Kollektengebet: Barmherziger Gott, du hast dich selbst dem Elend und der Not in unserer Welt gestellt, ja, du hast es auf dich genommen in deinem Sohn Jesus Christus. Gib, dass wir dies erkennen und uns nicht erdrücken lassen von der Last der Sorgen und Mühen, die jeder Tag mit sich bringt, und öffne unsere Ohren und Herzen, dass dein Wort uns erquickt und Leben schenkt. Durch deinen Sohn, unseren Herrn Jesus Christus, der mit dir und dem heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen
Wenn zwei Lesungen gehalten werden, hier fortfahren:
Lesung: 1. Kor 13 (Epistel)
Lied: Liebe, die du mich zum Bilde (EG 401, 1-4)
Wenn nur eine Lesung gehalten wird, hier fortfahren:
Gesang: Halleluja
Halleluja-Vers (gesungen oder gesprochen): Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte, / dass du mein Elend ansiehst und nimmst dich meiner an in Not.
Gesang: Halleluja*
Lesung: Mk 8, 31-38 (Evangelium)
Lied:
Predigt/Ansprache/Meditation/Lesung des Predigttextes und Stille (Predigttext: Mk 8, 31-38)
Lied:
Fürbitte
Herr Jesus Christus, du bist den Weg zum Kreuz gegangen, um uns zu erlösen. Wir erkennen, dass der Weg zur Erlösung durch das Leiden hindurch führt. Wir bitten dich, dass du uns an der Hand nimmst, damit das Leid, das du uns aufbürdest, eine leichte Last werde. Lasst uns den Herrn anrufen:
Gem.: Herr, erbarme dich.
Viele Menschen sehen dich als einen großen Lehrer an. Sie kennen deine Worte und versuchen, danach zu leben. Aber sie haben nicht begriffen, dass du sie erlösen willst, weil sie selbst nicht erkannt haben, dass sie Erlösung brauchen. Darum bitten wir dich: öffne ihre Augen, damit sie erkennen, auf welchem Weg sie sich befinden, und den richtigen Weg wählen. Lasst uns den Herrn anru­fen:
Gem.: Herr, erbarme dich.
Leiden gehört zu unserem Leben dazu. Krankheit, Schmerz und Tod belasten uns. Wir sehnen uns nach einem Leben, in dem es kein Leid mehr gibt. Darum bemühen sich Wissenschaftler um immer bessere Methoden, das Leid zu überwinden. Aber sie versagen, weil es nicht möglich ist. Nur du kannst das Leid besiegen. Darum bitten wir dich: lass uns bei dir Zuflucht suchen, wenn das Leid in unserem Leben übermächtig wird. Lasst uns den Herrn anrufen:
Gem.: Herr, erbarme dich.
Politiker sitzen an den Hebeln der Macht, aber letztlich können sie doch nichts tun gegen deinen Willen. Das ist beruhigend. Wir bitten dich: Lass die Menschen, die Macht haben, erkennen, dass sie damit ein ungeheure Verantwortung auf ihre Schultern geladen haben. Leite sie an, nach deinem Willen zu fragen, damit sie Entscheidungen treffen, die allen Menschen dienen. Lasst uns den Herrn anrufen:
Gem.: Herr, erbarme dich.
Vieles bewegt uns, vieles bedrückt uns. Wir bringen in der Stille all das vor dich, was uns auf dem Herzen liegt.
Stille. ...
Lasst uns den Herrn anrufen:
Gem.: Herr, erbarme dich.
Nimm dich unser gnädig an. Rette und erhalte uns, denn dir allein gebührt Ruhm, Ehre und Anbetung, dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, von Ewigkeit zu Ewig­keit.
Amen
Vaterunser
Segen: Es segne und behüte uns Gott, der Allmächtige und Barmherzige, Vater, Sohn und Heiliger Geist. oder
Der Herr segne dich und behüte dich, der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig, Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.
Schlusslied: Lasset uns mit Jesus leben (EG 384, 4)

Es bleibt jedem überlassen, den Vorschlag den Gegebenheiten anzupassen.

Rechtliche Hinweise:
Wenn man einen Gottesdienst als Video oder Ton aufnimmt und im Internet verfügbar macht, muss man das Urheberrecht beachten. Die hier gemachten Liedvorschläge sollten diesbezüglich kein Problem darstellen, da sie nach geltendem Urheberrecht rechtefrei sind (der Autor muss länger als 70 Jahre verstorben sein). Die Gebetstexte stammen von mir und dürfen genutzt werden.
Gottesdienste, die auf YouTube eingestellt werden, sollten auch mit anderen Liedern abgedeckt sein, da die EKD einen Rahmenvertrag mit der GEMA für Veröffentlichungen auf YouTube geschlossen hat. Eine Rückversicherung bei der Rechtsabteilung der eigenen Landeskirche empfiehlt sich dennoch. Bei Veröffentlichung des virtuellen Gottesdienstes auf der Webseite der Gemeinde ist es gut, sich auf das hier vorgeschlagene Liedgut (oder andere Lieder, die nicht mehr urheberrechtsgeschützt sind) zu beschränken.

*Das „Halleluja” steht bewusst unmittelbar vor der Evangeliumslesung, denn es leitet das Evangelium ein und schließt nicht, wie in den vergangenen Jahrzehnten üblich geworden, die Epistellesung ab.