das Kirchenjahr

Exaudi

Die wartende Gemeinde

Gottesdienstentwurf

Der folgende Vorschlag soll vor allem denen, die ungeübt sind in der Gestaltung eines Gottesdienstes, eine Hilfe sein. Er ermöglicht auch einen Gottesdienst in häuslicher Gemeinschaft ohne Pfarrer/in.

Gruß: Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Amen [Je nach Gewohnheit und Möglichkeit im Wechsel mit der Gemeinde]
Der Spruch für den Exaudi steht im Evangelium nach Johannes im 12. Kapitel und lautet: Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, will ich alle zu mir ziehen.
Eingangslied: Gen Himmel aufgefahren ist (EG 119)
Psalmgebet: Ps 27, 1.7-14
Liturg oder Gemeinde: Ehr sei dem Vater und dem Sohn... (EG 177.x)
Kyriegebet: Vater im Himmel, seit zweitausend Jahren warten wir darauf, dass Du Dein Reich vollendest. Wir haben es uns in der Zwischenzeit gemütlich gemacht, denn wir können uns nicht vorstellen, dass es heute oder morgen geschehen könnte. Wir bitten dich: hilf, dass in uns der Geist der Erwartung und der Hoffnung wieder wach wird und wir unser Leben so gestalten, als ob dein Tag morgen schon anbricht. Wir rufen dich an:
Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison.
und/oder: Kyrie-Gesang (EG 178.x)
Liturg: Ehre sei Gott in der Höhe
Gemeinde: Allein Gott in der Höh sei Ehr (EG 179, 1)
oder
Liturg + Gemeinde im Wechsel: Ehre sei Gott in der Höhe (EG 180.1)
Kollektengebet: Gott, Allmächtiger, Herrscher des Himmels und der Erde: deine Schöpfung ruft nach dir, sie sehnt sich nach deinem Geist, der Leben schafft und erhält. So lass deinen Geist über uns kommen, damit alle deine große Güte und Liebe erfahren. Durch Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen
Wenn zwei Lesungen gehalten werden, hier fortfahren:
Lesung: Eph 3, 14-21 (Epistel)
Lied: Heilger Geist, du Tröster mein (EG 128)
Wenn nur eine Lesung gehalten wird, hier fortfahren:
Gesang: Halleluja
Halleluja-Vers (gesungen oder gesprochen): Gott ist König über alle Völker, Gott sitzt auf seinem heiligen Thron. (Ps 47, 9)
- Halleluja -
Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden.
Gesang: Halleluja*
Lesung: Joh 16, 5-15 (Evangelium)
Lied: O Heilger Geist, kehr bei uns ein (EG 130, 1-3)
Predigt/Ansprache/Meditation/Lesung des Predigttextes und Stille (Predigttext: Röm 8, 26-30)
Lied: Vertraut den neuen Wegen (EG 395 - Urheberrecht!)
Fürbitte
Gott, himmlischer Vater, oft wissen wir nicht, was wir beten sollen. Es scheint uns vergeblich, weil sich doch nichts zu ändern scheint. Während wir noch so denken, vertritt uns schon dein Geist mit unaussprechlichem Seufzen. Dafür danken wir dir, dass du das Gebet nicht enden lässt. Hilf uns erkennen, wie wichtig das Gebet ist, und danach trachten, so zu bitten, dass dein Wille in dieser Welt durchgesetzt wird.
Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich.
Weil uns dein Geist dazu ermutigt, bitten wir für alle Menschen in der Welt, die ausgebeutet werden, damit wir es besser haben. Wir denken an Kinder, die nie eine gute Schulausbildung bekommen können, Bauern, die hoch verschuldet sind und darum ihr Land aufgeben mussten, Frauen, die misshandelt und ausgenutzt werden. Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich.
Weil uns dein Geist dazu ermutigt, bitten wir dich für die Menschen, die unter Krieg und Verfolgung leiden. Wir bitten dich für die, die ihre Heimat verloren haben und keine neue Heimat finden: führe du sie zu gastfreundlichen Menschen. Hilf uns, unser eigenes Land zu einem gastfreundlichen Land werden zu lassen. Lass nicht zu, dass die Menschenrechte, zu denen sich alle Nationen bekennen, nur Lippenbekenntnisse bleiben. Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich.
Weil uns dein Geist dazu ermutigt, bitten wir für die Menschen, die krank sind und in ihrem Leiden keine Hoffnung mehr haben. Schenke ihnen die Gewissheit, dass du das Ende bist, und nicht der Tod. Lass sie Frieden finden in dir, damit sie sich am Leben freuen können. Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich.
Weil uns dein Geist dazu ermutigt, bitten wir für die Familien in unserer Welt. Immer mehr Familien zerbrechen, weil die Menschen die Fähigkeit verlieren, aufeinander zuzugehen. Wir schaffen es nicht mehr, einander zu vergeben, weil wir unsere eigene Schuld nicht erkennen wollen. Kinder leiden unter den Spannungen zwischen den Eltern und unter den Trennungen und verlieren das Ziel, für das es sich zu leben lohnt. Wir biten dich: lass deine Liebe unter uns lebendig werden. Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich.
Tritt für uns ein, erbarmender Gott, wenn wir scheitern. Richte uns auf, wenn wir verzagt sind. Gib uns den Frieden, der allein von dir kommen kann, und leite uns auf den Weg der Wahrheit. Dir sei Ehre in Ewigkeit.
Amen
Vaterunser
Segen: Es segne und behüte uns Gott, der Allmächtige und Barmherzige, Vater, Sohn und Heiliger Geist. oder
Der Herr segne dich und behüte dich, der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig, Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.
Schlusslied: Christ fuhr gen Himmel (EG 120)

Es bleibt jedem überlassen, den Vorschlag den Gegebenheiten anzupassen.

Rechtliche Hinweise:
Wenn man einen Gottesdienst als Video oder Ton aufnimmt und im Internet verfügbar macht, muss man das Urheberrecht beachten. Die hier gemachten Liedvorschläge sollten diesbezüglich kein Problem darstellen, da sie nach geltendem Urheberrecht rechtefrei sind (der Autor muss länger als 70 Jahre verstorben sein). Die Gebetstexte stammen von mir und dürfen genutzt werden.
Gottesdienste, die auf YouTube eingestellt werden, sollten auch mit anderen Liedern abgedeckt sein, da die EKD einen Rahmenvertrag mit der GEMA für Veröffentlichungen auf YouTube geschlossen hat. Eine Rückversicherung bei der Rechtsabteilung der eigenen Landeskirche empfiehlt sich dennoch. Bei Veröffentlichung des virtuellen Gottesdienstes auf der Webseite der Gemeinde ist es gut, sich auf das hier vorgeschlagene Liedgut (oder andere Lieder, die nicht mehr urheberrechtsgeschützt sind) zu beschränken.

*Das „Halleluja” steht bewusst unmittelbar vor der Evangeliumslesung, denn es leitet das Evangelium ein und schließt nicht, wie in den vergangenen Jahrzehnten üblich geworden, die Epistellesung ab.