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Letzter Sonntag im Kirchenjahr
Die ewige Stadt - Predigtanregung

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge | Predigten

Der Letzte Sonntag im Kirchenjahr kann in zweifacher Weise begangen werden: als Ewigkeitssonntag oder als Gedenktag der Entschlafenen (Totensonntag). Eine Kombination beider ist nicht abwegig. Hier wird noch getrennt, weil dies auch vom neuen Evangelischen Gottesdienstbuch so vorgesehen wird.
Als Ewigkeitssonntag schauen die Perikopen dieses Tages in die Zukunft, die jenseits unserer Vorstellungen liegt. Dabei ist wichtig, diese wunderbare Zukunft nicht als rein geistige Realität zu erfahren und zu vermitteln. Denn durch Jesus Christus ist Ewigkeit in unser Leben hineingedrungen und kann so auch in unserer Realität schon greifbar werden.

III - Lk 12, 42-48
Rev. 2014: Mt 25, 1-13 (Evangeliumslesung - s. Reihe I)

Jesus aber sprach zu seinen Jüngern: Wer ist denn der treue und kluge Verwalter, den der Herr über seine Leute setzt, damit er ihnen zur rechten Zeit gibt, was ihnen zusteht? Selig ist der Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, das tun sieht. Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über alle seine Güter setzen. Wenn aber jener Knecht in seinem Herzen sagt: Mein Herr kommt noch lange nicht, und fängt an, die Knechte und Mägde zu schlagen, auch zu essen und zu trinken und sich vollzusaufen, dann wird der Herr dieses Knechtes kommen an einem Tage, an dem er's nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt, und wird ihn in Stücke hauen lassen und wird ihm sein Teil geben bei den Ungläubigen.
Der Knecht aber, der den Willen seines Herrn kennt, hat aber nichts vorbereitet noch nach seinem Willen getan, der wird viel Schläge erleiden müssen. Wer ihn aber nicht kennt und getan hat, was Schläge verdient, wird wenig Schläge[20 Es sollen keine Kinder mehr da sein, die nur einige Tage leben, oder Alte, die ihre Jahre nicht erfüllen, sondern als Knabe gilt, wer hundert Jahre alt stirbt, und wer die hundert Jahre nicht erreicht, gilt als verflucht. 21 Sie werden Häuser bauen und bewohnen, sie werden Weinberge pflanzen und ihre Früchte essen. 22 Sie sollen nicht bauen, was ein anderer bewohne, und nicht pflanzen, was ein anderer esse. Denn die Tage meines Volks werden sein wie die Tage eines Baumes, und ihrer Hände Werk werden meine Auserwählten genießen.] erleiden. Denn wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man um so mehr fordern.

Diese Perikope hat zwei Schwerpunkte: zum Einen die Warnung davor, zu glauben, der Herr komme noch lange nicht, und zum Anderen die interessante Feststellung, dass der, der $quot;den Willen des Herrn nicht kennt$quot;, eine geringere Strafe erhalten wird dafür, dass er den Willen des Herrn nicht tut.
Der erste Abschnitt bedarf keiner besonderen Ausführung: unsere Gesellschaft ist dermaßen auf Absicherung für die Zukunft ausgerichtet, dass ein Leben mit der Erwartung der unmittelbaren Ankunft des Herrn gar nicht möglich erscheint. Die Strafe, die in dieser Perikope angedroht wird, ist freilich brutal und extrem: der Knecht, der den Herrn nicht erwartet und deswegen auch seinen Willen nicht mehr befolgt, wird in Stücke gehackt werden.
Während Vorsicht geboten ist bei der Predigt solcher Strafandrohungen, darf man nicht davor zurückschrecken, auf die Schuld hinzuweisen, die wir immer wieder in vielfältiger Weise auf uns laden. Dies wird ohnehin wichtiger sein, denn heutzutage fällt es immer schwerer, sich einer Schuld bewusst zu sein, schon deswegen, weil man immer weniger unmittelbar mit anderen Menschen zu tun hat. Das Schuldigwerden am Nachbarn wäre zwar offensichtlich, aber für viele nicht nachvollziehbar. Die Schuld, die an ganzen Völkern durch das rücksichtslose Vertreten unserer Wirtschaftsinteressen entsteht und an der wir alle indirekt beteiligt sind, ist nur wenigen Menschen im Bewußtsein. Solche Schuld aufzuweisen, kann in diesem Zusammenhang hilfreich sein. Weil aber Jesus Christus für unsere Schuld gestorben ist, wäre es wichtig, auch diese elementare christliche Botschaft zu verkündigen, aus der heraus dann die Bereitschaft, am schuldhaften Verhalten etwas zu ändern, erwachsen kann.
Der zweite Abschnitt der Perikope enthält Überraschungen: Zunächst einmal, dass die Strafe für diejenigen, die den Willen des Herrn (=Jesus) nicht kennen, schwächer ausfällt. Dann aber auch die Möglichkeit, dass der, der den Willen des Herrn nicht kennt, dennoch das Richtige tun kann und darum überhaupt nicht bestraft werden wird. Diese Möglichkeit erwächst aus der Formulierung: Wer ihn aber nicht kennt und getan hat, was Schläge verdient... Also hätte er auch tun können, was keine Schläge verdient. Spinnt man diesen Gedanken weiter, käme man zu der Schlussfolgerung, dass auch andere Religionen, die das Christentum gar nicht kennen, auch von Gott als Wege zu ihm anerkannt werden; vorausgesetzt, sie erfüllen seinen Willen. Freilich lässt sich dieser Gedanke in einer Predigt zum Ewigkeitssonntag wohl kaum vertiefen.
Bleibt vom Predigttext eigentlich nur der Abschnitt 42-46(47) übrig, denn davon auszugehen, dass es unter den Gottesdienstbesuchern welche gibt, die $quot;den Willen des Herrn nicht kennen$quot;, wäre kaum angebracht.

Liedvorschläge zur Predigt:

Die also fest glauben (EG 5, 5-9)
Wir warten dein, o Gottes Sohn (EG 152)
Obwohl ich hier schon dulde (EG 365, 7-8)

Die Anregungen für alle Predigtreihen

Buchempfehlungen:

Zuletzt überarbeitet: 20 November 2016
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Bibeltexte: © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
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