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Ostersonntag
Sieg über den Tod* - Predigtanregung

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge | Predigten

IV - 1. Sam 2, 1-2.6-8a
1. Sam 2, 1-2 (3-5) 6-8a (W)
Rev. 2014: 1. Kor 15 (12-18)19-28 (s. auch Reihe VI)

Und Hanna betete und sprach: Mein Herz ist fröhlich in dem HERRN, mein Haupt ist erhöht in dem HERRN. Mein Mund hat sich weit aufgetan wider meine Feinde, denn ich freue mich deines Heils.
2 Es ist niemand heilig wie der HERR, außer dir ist keiner, und ist kein Fels, wie unser Gott ist.
6 Der HERR tötet und macht lebendig, führt hinab zu den Toten und wieder herauf. 7 Der HERR macht arm und macht reich; er erniedrigt und erhöht. 8 Er hebt auf den Dürftigen aus dem Staub und erhöht den Armen aus der Asche, dass er ihn setze unter die Fürsten und den Thron der Ehre erben lasse.

[Die Perikopenrevision von 2014 sieht folgenden Text vor:] 1. Kor 15 (12-18)19-28
Wenn aber Christus gepredigt wird, dass er von den Toten auferstanden ist, wie sagen dann einige unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten? 13 Gibt es keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferstanden. 14 Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich. 15 Wir würden dann auch als falsche Zeugen Gottes befunden, weil wir gegen Gott bezeugt hätten, er habe Christus auferweckt, den er nicht auferweckt hätte, wenn doch die Toten nicht auferstehen. 16 Denn wenn die Toten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden. 17 Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden; 18 so sind auch die, die in Christus entschlafen sind, verloren. 19 Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen. 20 Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. 21 Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. 22 Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden. 23 Ein jeder aber in seiner Ordnung: als Erstling Christus; danach, wenn er kommen wird, die, die Christus angehören; 24 danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, nachdem er alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt vernichtet hat. 25 Denn er muss herrschen, bis Gott ihm »alle Feinde unter seine Füße legt« (Psalm 110,1). 26 Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod. 27 Denn »alles hat er unter seine Füße getan« (Psalm 8,7). Wenn es aber heißt, alles sei ihm unterworfen, so ist offenbar, dass der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat. 28 Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott sei alles in allem.

Es ist schon interessant, dass dieser Text als alttestamentliche Perikope für den Ostersonntag ausgewählt wurde. Es gäbe zwar nicht viele andere Texte im AT, die von Tod und Auferweckung reden. Auch ist natürlich fraglich, ob hier der leibliche Tod gemeint ist, oder nicht vielmehr ein "geistiger Tod", der einer vollkommenen Verzweiflung ähnelt, die eintritt, wenn man in seinem Leben keinen Sinn mehr erkennen kann. Diese Erfahrung hatte Hanna gemacht: ihr Wunsch nach einem Kind war unermesslich groß, aber nie erfüllt worden. Sie wurde wegen ihrer Kinderlosigkeit gekränkt und verhöhnt. Ihr Leben war sinnlos geworden, sie war tot, auch wenn sie physisch lebte.
Interessanter ist die Tatsache, dass hier eine Frau im Vordergrund steht. Es geschieht ja selten genug, selbst in den Ostererzählungen werden die Frauen, die das leere Grab als erste entdecken und dem Auferstandenen als erste begegnen, aus dem Vordergrund verdrängt zugunsten der anderen Jünger. Hanna hat die Menschheit mit ihrer Verzweiflung und ihrem Glauben so sehr beeindruckt, dass man ihren Namen in Erinnerung hat, während der ihres Mannes längst nicht solchen Bekanntheitsgrad hat.
Was diesen Lobgesang auszeichnet, ist zunächst einmal der Anlass: Gott hat ihrem Leben einen Sinn gegeben, indem er ihr ein Kind, Samuel, schenkte. Dass sie dieses Kind in Gottes Dienst stellt, wie sie zuvor versprochen hat, ehrt sie und lässt uns verwundern: wie kann sie das tun, nachdem sie sich so sehnlich ein Kind gewünscht hatte? Die einzige Veranlassung dazu ist diese: Hanna weiß sehr genau, dass dieses Kind ein Geschenk Gottes ist und darum letztlich Gott gehört. Sie hat keinen Anspruch darauf. Sie hält darum ihr Versprechen ein und übergibt das Kind schon in jungen Jahren in den Dienst Gottes.
In dem Lobgesang wird über Gott die Aussage gemacht, dass er die Schwachen erhöht und die Starken erniedrigt. Diese Aussage begegnet uns auch im Magnifikat. Gott kehrt die Welt um zugunsten derer, die jetzt Not leiden. Hanna redet hier von ihrer eigenen Erfahrung. Diese Erfahrung ist zwar zunächst einmal sehr persönlich und einmalig, für Hanna ist es aber kein Problem, sie zu verallgemeinern. Das kann sie darum, weil sie davon ausgeht, dass der Mensch, dem zunächst Elend widerfährt, seine Hoffnung auf Gott setzt.
Der kirchenjahreszeitliche Zusammenhang ist aus Vers 6 eigentlich nicht abzuleiten. Das wäre eine Vergewaltigung des Textes. Man kann aber in dem Lobpreis Hannas schon deutlich die Hoffnung erkennen, die uns auch in der Ostergeschichte geschenkt wird: die Hoffnung auf Gottes Gnade, die zur Gewissheit wird, wenn wir uns ganz auf Gott einlassen.
Demnach sollte die Predigt weniger den Schwerpunkt auf die Auferstehung, als auf die Hoffnung legen, die im Glauben zur Gewissheit wird. Hanna ist eine Beispielfigur, die dabei im Vordergrund stehen darf und sollte mit all ihrer Not und ihrer Hoffnung. Zu wissen, dass Gott uns in Gnade begegnet, das ist es, was Hanna auszeichnete und was auch uns auszeichnet.

Liedvorschläge zur Predigt:


Wir wollen alle fröhlich sein (EG 100)
*Mit Freunden zart (EG 108)
Des Herren Rechte, die behält (EG 113, 4-7)
*Nun lob, mein Seel, den Herren (EG 289)
Denk nicht in deiner Drangsalshitze (EG 369, 5-7)
Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe (EG 638)
Das ist der Tag (EG 162, 2-4)
zu 1. Kor 15 (12-18)19-28 (s. auch Reihe VI)
Herr Gott, dich loben wir (EG 191)

Die Anregungen für alle Predigtreihen

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  • Zuletzt überarbeitet: 20 April 2017
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