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Ostersonntag
Sieg über den Tod* - Predigtanregung

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III - Mt 28, 1-10
Rev. 2014: Joh 20, 11-18 (s. Reihe V)

Als aber der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria von Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. 2 Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn der Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. 3 Seine Gestalt war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee. 4 Die Wachen aber erschraken aus Furcht vor ihm und wurden, als wären sie tot. 5 Aber der Engel sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. 6 Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht die Stätte, wo er gelegen hat; 7 und geht eilends hin und sagt seinen Jüngern, dass er auferstanden ist von den Toten. Und siehe, er wird vor euch hingehen nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt. 8 Und sie gingen eilends weg vom Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu verkündigen. 9 Und siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßt! Und sie traten zu ihm und umfaßten seine Füße und fielen vor ihm nieder. 10 Da sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht hin und verkündigt es meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen: dort werden sie mich sehen.

Diese Erzählung von der Auferweckung Jesu ist wohl die bekannteste. Es gibt einige zusätzliche Ereignisse, die wir bei den anderen Evangelisten nicht vorfinden, das ganze Geschehen aber wesentlich eindrucksvoller werden lassen. Ganz deutlich wird hier die Macht und Herrlichkeit Gottes in den Vordergrund gestellt, und es wird versucht, die Situation so darzustellen, als ob die Frauen nun tatsächlich Zeugen der Auferstehung wären. Den letzten Schritt, nämlich Jesus zu beschreiben, wie er aus dem Grabe herauskommt, wagt jedoch auch Matthäus nicht. Nach wie vor ist es der Glaube, der dieses Ereignis erst wirklich wirksam werden läßt.
Nicht oft genug kann man betonen, dass es die Frauen sind, die für ihre Treue dadurch belohnt werden, dass sie als erste von der Auferweckung Jesu erfahren. Sie glauben das, was der Engel ihnen mitteilt, und kehren um, ohne vorher noch mal mißtrauisch das Grab zu inspizieren. Ihr erstes Ziel sind die Jünger, denen sie von diesem Ereignis berichten müssen. Noch bevor sie ihr Ziel erreichen, sind sie die ersten, die dann auch Jesus sehen.
Wohlgemerkt gibt es bei Matthäus keine Zweifelgeschichte, alles ist perfekt, die Kirche wird gegründet, Jesus spricht später den geläufigen Missionsbefehl. Alles ist glatt. Auch die Frauen werden von den Jüngern nicht angezweifelt, so dass ihnen hier tatsächlich die ihnen gebührende Stellung gegeben wird. Die ganze Erzählung ist ein Zeugnis der Macht Gottes, der nun beginnt, sein Reich zu gründen und auszubreiten mit der Hilfe schwacher Menschen.
Es gibt Ungereimtheiten: Warum taucht Jesus nicht aus dem Grab auf? Offensichtlich kommt der Engel hernieder und öffnet das Grab, nachdem die Frauen dort angekommen sind, und nachdem Matthäus mit seiner Erzählung beginnt. Sollte Jesus zuvor durch den Stein hindurch dem Grab entwichen sein? Wohl kaum. Es ist eher eine bewußte Auslassung des Matthäus. Ihm war klar, dass eine Schilderung des Geschehens der Auferstehung einen Grenzübertritt darstellen würde. Er könnte dieses Ereignis nie getreu darstellen, da er nicht selbst Zeuge war. Das entscheidende, und das war ihm sicherlich auch bewußt, ist nicht das Ereignis selbst, sondern der Glaube daran, das Vertrauen auf Gottes Handeln unter uns. Darum läßt er hier keinen Zweifel aufkommen. Die Jünger tun, wie ihnen geheißen, und begegnen dementsprechend auch ihrem Herrn in Galiläa. Die beiden Marias machen geschwind kehrt in dem festen Vertrauen darauf, dass das, was ihnen verkündet wurde, wahr ist. Ohne zu Zögern führen sie den Auftrag des Auferstandenen aus.
Und dennoch müssen wir uns heute mehr denn je fragen: was ist mit denen, die zweifeln? Matthäus hat wenig Raum für sie. Der zweifelnde Thomas gehört nicht in dieses Evangelium. Das Nicht-Glauben-Können, bis es endlich durch eigene Anschauung bestätigt wurde, kommt nicht vor. Man kann diese Haltung bewundern, aber sie ist wohl doch recht wirklichkeitsfern. In der Predigt muss man dann doch wohl den Zweifelnden suchen und ihm Raum gewähren. Wir suchen nach Beweisen, Matthäus liefert sie nicht. Dem Zweifelnden kann man zurufen, dass manchmal das Wagnis besser ist als das Zögern. Dass der Zweifel dazu gehört, kann man vielleicht doch noch bei Matthäus erkennen: Wenigstens werden die Frauen sicherheitshalber zweimal beauftragt, es den Jüngern weiterzusagen: einmal vom Engel und einmal von Jesus selbst. Wer danach noch zweifelt...
Gott schenkt uns solche Begegnungen nicht mehr, sie waren einmalig. Doch kann man nach seinen Spuren suchen, den Spuren, die den Glauben stärken, die den Zweifel zumindest schwächen, wenn nicht ausräumen. Man muss dazu wohl Wagnisse eingehen, man muss sich darauf verlassen, dass Gott da ist, wenn er gebraucht wird, dass er uns nicht im Stich läßt. Das heißt freilich nicht, dass man leichtsinnig werden soll. Aber im Vertrauen auf Gott kann man mehr wagen, als wenn man sein Handeln von klaren Tatsachen abhängig macht.

Liedvorschläge zur Predigt:

*Christ ist erstanden (EG 99)
*Christ lag in Todesbanden (EG 101)
Gelobt sei Gott im höchsten Thron (EG 103)
*Erstanden ist der heilig Christ (EG 105)
*Die ganze Welt, Herr Jesu Christ (EG 110)
Frühmorgens, da die Sonn aufgeht (EG 111)
*Auf, auf, mein Herz, mit Freuden (EG 112)
Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin (EG 114)
Jubilate Deo (EG 181.7)

Die Anregungen für alle Predigtreihen

Buchempfehlungen:

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    Zahlreiche Anregungen und Materianlien für Osternacht, Familiengottesdienste und Kreise in der Gemeinde
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  • Zuletzt überarbeitet: 20 April 2017
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