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18. Sonntag nach Trinitatis
Das höchste Gebot - Predigtanregung

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge | Gebete

Der 18. Sonntag nach Trinitatis ist bestimmt vom Evangelium über das "höchste Gebot", das sowohl von der Gottesliebe als auch der Nächstenliebe redet. Dies gibt uns erneut Gelegenheit, über das Verhältnis der Christen zum jüdischen Volk nachzudenken, denn dieses höchste Gebot stammt in seiner zweifachen Ausrichtung vollständig aus der jüdischen Tradition. Allerdings haben die anderen Texte nicht immer das "höchste Gebot" im Sinn, sondern reden auch von der Nachfolge im Allgemeinen. Der alttestamentliche Text ist die Perikope mit den "10 Geboten".

III - Mk 10, 17-27
Rev. 2014: Eph 5, 15-21 (s. Reihe VI)

Und als er sich auf den Weg machte, lief einer herbei, kniete vor ihm nieder und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich tun, damit ich das ewige Leben ererbe? Aber Jesus sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein. Du kennst die Gebote: «Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis reden; du sollst niemanden berauben; ehre Vater und Mutter.» Er aber sprach zu ihm: Meister, das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf. Und Jesus sah ihn an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eines fehlt dir. Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib's den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir nach! Er aber wurde unmutig über das Wort und ging traurig davon; denn er hatte viele Güter.
Und Jesus sah um sich und sprach zu seinen Jüngern: Wie schwer werden die Reichen in das Reich Gottes kommen! Die Jünger aber entsetzten sich über seine Worte. Aber Jesus antwortete wiederum und sprach zu ihnen: Liebe Kinder, wie schwer ist's, ins Reich Gottes zu kommen! Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme. Sie entsetzten sich aber noch viel mehr und sprachen untereinander: Wer kann dann selig werden? Jesus aber sah sie an und sprach: Bei den Menschen ist's unmöglich, aber nicht bei Gott; denn alle Dinge sind möglich bei Gott.

Dieser Text besteht aus zwei Teilen: einmal der Interaktion Jesu mit dem reichen Jüngling, und einmal dem Gespräch Jesu mit seinen Jüngern.
Die Perikope fängt allerdings mit einer heiklen Aussage Jesu an, die Diskussionen über seine Gottessohnschaft wieder neu aufleben lassen könnte, denn Jesus stellt hier offenbar seine eigene Gottessohnschaft in Frage, indem er sagt: "niemand ist gut als Gott allein". Vielleicht kann man dies im Kontext des "Messiasgeheimnisses" sehen - Jesus will und kann sich noch nicht offenbaren. Dennoch bleibt dieser Satz als Anlass zum Zweifel bestehen.
Jesus freut sich offenbar über den reichen Jüngling, der die Gebote eingehalten hat. Seiner Forderung, Nächstenliebe durch Aufgabe seines Reichtums zu üben, kann der Jüngling dann aber doch nicht nachkommen. Dieser Gedanke wäre für eine Predigt brauchbar: in der Regel sind auch wir nicht bereit, alles zu verkaufen, und deswegen müsste man wohl auch von uns annehmen, dass wir die Nachfolge nicht konsequent genug praktizieren.
Nun redet Jesus zu seinen Jüngern und entsetzt sie über alle Maßen. Damit greift er den gerade ausgeführten Gedanken auf. Es scheint, als habe Markus mit dieser Perikope tatsächlich schon die "Jünger" im Blick, die sich häuslich niedergelassen und einen gewissen Wohlstand angesammelt haben. Denn solche Gedanken, wie sie hier den Jüngern Jesu "untergeschoben" werden, dürften ihnen kaum gekommen sein: sie hatten ja alles aufgegeben und waren Jesus nachgefolgt. Vielleicht aber sprach Jesus nicht zu seinen vertrauten, d.h. denen, die ihm wirklich nachfolgten, sondern nur zu seinen Zuhörern, die gerade dazugekommen waren? Dann freilich müsste man fragen, warum von "Jüngern" gesprochen wird und nicht von "der Menge", wie es sonst üblich ist, wenn Jesus eine allgemeine Rede hält.
Die letzten beiden Sätze der Perikope nivellieren dann wieder alles bisher gesagte. Eigentlich schade. Die Jünger stellten entsetzt fest, dass niemand ins Himmelreich kommen könne angesichts des strengen Maßstabes, den Jesus anlegt. Obgleich dieser Maßstab nur für die Reichen angewendet wird, betrifft er offenbar doch alle. Und als ob Jesus gemerkt hätte, dass er hier etwas gesagt hat, was zu rigoros ist, weil es letztlich den Ausschluss aller aus dem Himmelreich zu bedeuten scheint, lenkt er ein: "alle Dinge sind möglich bei Gott." Ein Mensch kann also nicht ins Himmelreich kommen ohne Gottes Hilfe.
Die Perikope könnte man also als einen Text bezeichnen, der gewaltig das Evangelium treibt: nur wenn wir uns ganz auf Gott einlassen, ist es möglich, dass wir auch ins Himmelreich kommen. Dadurch steht freilich die geforderte Handlung, alles aufzugeben, wieder im Hintergrund. Es wäre eher die Folge des "Sich-Auf-Gott-Einlassens", als die Bedingung. Auf der anderen Seite: wer nicht bereit ist zum Verzicht, wird es schwer haben, sich auf Gott einzulassen.

Liedvorschläge zur Predigt:

Alles ist an Gottes Segen (EG 352)
Eins ist not (EG 386)
Lass mich, o Herr, in allen Dingen (EG 414)

Die Anregungen für alle Predigtreihen

Buchempfehlungen:

Zuletzt überarbeitet: 30 September 2015
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