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18. Sonntag nach Trinitatis
Das höchste Gebot - Predigtanregung

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge | Gebete

Der 18. Sonntag nach Trinitatis ist bestimmt vom Evangelium über das "höchste Gebot", das sowohl von der Gottesliebe als auch der Nächstenliebe redet. Dies gibt uns erneut Gelegenheit, über das Verhältnis der Christen zum jüdischen Volk nachzudenken, denn dieses höchste Gebot stammt in seiner zweifachen Ausrichtung vollständig aus der jüdischen Tradition. Allerdings haben die anderen Texte nicht immer das "höchste Gebot" im Sinn, sondern reden auch von der Nachfolge im Allgemeinen. Der alttestamentliche Text ist die Perikope mit den "10 Geboten".

IV - Jak 2, 1-13
Rev. 2014: 5. Mose 30, 11-14 (= Dtn 30, 11-14)

Liebe Brüder, haltet den Glauben an Jesus Christus, unsern Herrn der Herrlichkeit, frei von allem Ansehen der Person. 2 Denn wenn in eure Versammlung ein Mann käme mit einem goldenen Ring und in herrlicher Kleidung, es käme aber auch ein Armer in unsauberer Kleidung 3 und ihr sähet auf den, der herrlich gekleidet ist, und sprächet zu ihm: Setze du dich hierher auf den guten Platz! und sprächet zu dem Armen: Stell du dich dorthin! oder: Setze dich unten zu meinen Füßen!, 4 ist's recht, dass ihr solche Unterschiede bei euch macht und urteilt mit bösen Gedanken?
5 Hört zu, meine lieben Brüder! Hat nicht Gott erwählt die Armen in der Welt, die im Glauben reich sind und Erben des Reichs, das er verheißen hat denen, die ihn lieb haben? 6 Ihr aber habt dem Armen Unehre angetan. Sind es nicht die Reichen, die Gewalt gegen euch üben und euch vor Gericht ziehen? 7 Verlästern sie nicht den guten Namen, der über euch genannt ist? 8 Wenn ihr das königliche Gesetz erfüllt nach der Schrift (3. Mose 19,18): «Liebe deinen Nächsten wie dich selbst», so tut ihr recht; 9 wenn ihr aber die Person anseht, tut ihr Sünde und werdet überführt vom Gesetz als Übertreter. 10 Denn wenn jemand das ganze Gesetz hält und sündigt gegen ein einziges Gebot, der ist am ganzen Gesetz schuldig. 11 Denn der gesagt hat (2. Mose 20,13.14): «Du sollst nicht ehebrechen», der hat auch gesagt: «Du sollst nicht töten.» Wenn du nun nicht die Ehe brichst, tötest aber, bist du ein Übertreter des Gesetzes. 12 Redet so und handelt so wie Leute, die durchs Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen. 13 Denn es wird ein unbarmherziges Gericht über den ergehen, der nicht Barmherzigkeit getan hat; Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht.

[Die Perikopenrevision von 2014 sieht folgenden Text vor:] 5. Mose 30, 11-14 (= Dtn 30, 11-14)
Denn das Gebot, das ich dir heute gebiete, ist dir nicht zu hoch und nicht zu fern. 12 Es ist nicht im Himmel, dass du sagen müsstest: Wer will für uns in den Himmel fahren und es uns holen, dass wir's hören und tun? 13 Es ist auch nicht jenseits des Meeres, dass du sagen müsstest: Wer will für uns über das Meer fahren und es uns holen, dass wir's hören und tun? 14 Denn es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust.

Der Jakobus-Brief, die "stroherne Epistel", wie Luther sie nannte, birgt viele Schätze, die gerade heute wieder Bedeutung gewinnen in einer Zeit, in der die von Gott erwiesene Gnade und Barmherzigkeit immer häufiger zum Freibrief für gedankenloses Handeln herangezogen wird. Denn dagegen wehrt sich der Verfasser, dass man die im Glauben empfangene Gnade zu selbstverständlich nimmt. Es gab damals Konkretionen, die auch heute sichtbar werden: Reiche stehen hoch im Ansehen, Arme aber sind niedere Kreaturen. Ihnen fehlt es am nötigen Einfluss, sie haben keine "Lobby", sind schutzlos. Genau solche Menschen nimmt Jakobus in Schutz.
Interessant ist sicher der Gedanke, der in Vers 10 laut wird: wer ein Gesetz missachtet, verstößt gegen das ganze Gesetz. Dabei muss man sich vor Augen halten, dass "das Gesetz" als Grundlage des gesellschaftlichen Zusammenlebens anerkannt war. Ein "Ausrutscher", ein kleiner "Seitensprung", konnte daher nicht weniger wiegen als ein Kapitalverbrechen. Auch die kleinste Gesetzesübertretung macht den Menschen am ganzen Gesetz schuldig, die Schuld ist mit anderen Worten nicht minder schwer.
Problematisch ist sicher der Gedanke am Ende: es wird ein unbarmherziges Gericht geben. Das wird sicher vielen nicht recht sein. Vom Gericht reden wir ungern, es liegt uns mehr, die Barmherzigkeit und Gnade Gottes zu betonen. Mit solchen Versen hatte Luther darum auch seine Schwierigkeiten, weil in seiner Zeit das Gesetz und das Gericht zu sehr im Vordergrund standen. Aber heute scheint die Gnade Gottes zu billig geworden zu sein. Ein halbherziges Bekenntnis kann nun mal kein Bekenntnis sein, ein "versehentliches" Vergehen bleibt ein Vergehen und darf nicht zum verzeihlichen Versehen werden. Es kommt auf die Haltung an, mit der man sein eigenes Handeln betrachtet und letztlich beurteilt. Anerkennen wir, dass wir dem Gericht Gottes unterworfen sind?
Für Jakobus steht die Barmherzigkeit bei seiner Rede vom Gericht im Vordergrund. Nur wer barmherzig ist, kann auch Barmherzigkeit erwarten. Ich würde es anders formulieren: Nur wer Barmherzigkeit kennt, weil er sie selbst übt, ist auch in der Lage, zu erkennen, dass er ohne Erbarmen nicht bestehen kann.
Es wird die Aufgabe der Predigt sein, dies zu verdeutlichen. Das legt auch der kirchenjahreszeitliche Zusammenhang nahe: Das höchste Gebot umfasst die Gottes- und Nächstenliebe, beides Dinge, die wir heute nur zu gerne übersehen. Wenn man nicht mehr wagt, davon zu reden, dass die Missachtung des höchsten Gebotes Konsequenzen hat, dann wird auch niemand mehr die Notwendigkeit empfinden, danach zu handeln. Dann wird auch der Prediger schuldig.

Liedvorschläge zur Predigt:


Das sollt ihr, Jesu Jünger (EG 221)
*Jesu, der du bist alleine (EG 252)
Bei dir gilt nichts denn Gnad und Gunst (EG 299, 2)
*So jemand spricht: "Ich liebe Gott" (EG 412)
*Ein wahrer Glaube Gott's Zorn stillt (EG 413)
*Lobe den Herren (EG 447)
Lass uns in deinem Namen, Herr (KHW-EG 614)
Viele kleine Leute (KHW-EG 643)
Zu 5. Mose 30, 11-14 (= Dtn 30, 11-14):
Herr, dein Wort, die edle Gabe (EG 198)
Wohl denen, die da wandeln (EG 295)
Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr (EG 382)

Fürbittengebet

Herr, allmächtiger Gott, du hast uns zur Gemeinschaft untereinander und mit Dir berufen. Wie oft missachten wir dein Gebot, einander zu lieben! Wie oft missachten wir unsere Nächsten, vergessen das Schicksal derer, denen ihre Rechte genommen wurden, und versuchen zu entschuldigen, was nicht entschuldigt werden kann.
Herr, wir bitten dich: erbarme dich über unsere Schwachheit. Lass uns unruhig werden, weil deine Gemeinde auch heute nicht eins sein kann. Lass uns nicht zufrieden sein mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner, sondern hilf uns, umzusetzen, was du uns geboten und wozu du uns berufen hast:
dass wir für den Frieden eintreten, damit niemand mehr durch Waffengewalt zu Tode kommt;
dass wir einander achten ohne Rücksicht auf Herkunft, Macht oder Geld;
dass wir nicht wegsehen, wenn Menschenrechte mit Füßen getreten werden, sondern mit dem Finger darauf zeigen und ein Ende fordern;
dass wir den Individualismus unserer Gesellschaft nicht weiter hinnehmen, sondern für ein Leben in verantwortlicher Gemeinschaft eintreten.
Du hast uns zu deinen Kindern gemacht, darum bitten wir dich:
Erbarme dich über die Ausgestoßenen,
die von Krieg Bedrohten,
die als nutzlos Abgeschobenen,
die heimatlos Abgewiesenen,
die von den Reichen Ausgebeuteten,
die als zu teuer Entlassenen,
und all die, die in Not geraten sind.
Erbarme dich, Herr, und höre auf unsere Stimmen, wenn wir dich in der Stille anrufen:
....(Stille)
Herr Gott, lass uns deinen Ruf hören, damit wir nicht aufhören, dir entgegen zu gehen, und dich, der du uns entgegen kommst, freudig zu erwarten. Dir sei Ruhm und Ehre in Ewigkeit.
Amen

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Zuletzt überarbeitet: 30 September 2015
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