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2. Sonntag nach Trinitatis
Die Einladung - Predigtanregung

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge

Der 2. Sonntag nach Trinitatis hat "die Einladung" zum Thema. Es leitet sich ab vom Evangelium vom großen Abendmahl - der Einladung, die von den Wohlhabenden abgelehnt wird, woraufhin die Einladung an die Außenseiter und Ausgestoßenen ergeht, die sie freudig annehmen. Es geht an diesem Sonntag wohl mehr darum, darüber nachzudenken, wo Gottes Einladung an uns ergeht und wie wir darauf antworten. Die übrigen Perikopen nehmen das Thema in vielfältiger Weise auf.

III - Mt 22, 1-14
Rev. 2015: Jes 55, 1-5 (s. Reihe V)

Und Jesus fing an und redete abermals in Gleichnissen zu ihnen und sprach: 2 Das Himmelreich gleicht einem König, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete. 3 Und er sandte seine Knechte aus, die Gäste zur Hochzeit zu laden; doch sie wollten nicht kommen. 4 Abermals sandte er andere Knechte aus und sprach: Sagt den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet, und alles ist bereit; kommt zur Hochzeit! 5 Aber sie verachteten das und gingen weg, einer auf seinen Acker, der andere an sein Geschäft. 6 Einige aber ergriffen seine Knechte, verhöhnten und töteten sie. 7 Da wurde der König zornig und schickte seine Heere aus und brachte diese Mörder um und zündete ihre Stadt an. 8 Dann sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Gäste waren's nicht wert. 9 Darum geht hinaus auf die Straßen und ladet zur Hochzeit ein, wen ihr findet. 10 Und die Knechte gingen auf die Straßen hinaus und brachten zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute; und die Tische wurden alle voll. 11 Da ging der König hinein, sich die Gäste anzusehen, und sah da einen Menschen, der hatte kein hochzeitliches Gewand an, 12 und sprach zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen und hast doch kein hochzeitliches Gewand an? Er aber verstummte. 13 Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm die Hände und Füße und werft ihn in die Finsternis hinaus! Da wird Heulen und Zähneklappern sein. 14 Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt.

Diese Perikope ist weitaus extremer in ihren Details, als die Erzählung bei Lukas. Da werden Boten ermordet ohne jegliches Motiv, und die Stadt der Mörder (da haben doch sicherlich noch Unschuldige drin gewohnt?) wird in Windeseile in Brand gesteckt. Matthäus hat ganz offensichtlich ein sehr starkes Interesse daran, die Ablehnung der Wohlhabenden zu verstärken und dann gleich auch die endgültige Konsequenz mit anzuführen. Eine Parallele zur Verbrennung Jerusalems ist wohl nicht auszuschließen, und dann wären die Wohlhabenden gleichzusetzen mit "den Juden".
Ein weiterer Zusatz gegenüber Lukas ist dann der Schluß, in dem der König einen Gast findet, der nicht dazu passt, da er kein hochzeitliches Gewand anhat. Es gibt also noch einmal eine Auslese, nachdem zunächst ganz ohne Diskriminierung eingeladen wurde. Das alles kann ganz schön Angst machen. Auf welcher Seite stehen wir? Sind wir die, die die Boten umbringen, oder die, die dann ohne Entschuldigung kommen? Haben wir das richtige Gewand an? Oder sind wir vielleicht die Knechte, die einladend hinausziehen?
Diese Fragen müssen wohl zunächst an zweite Stelle gerückt werden. Vorrangig ist die Kernaussage des Gleichnisses, wie sie Matthäus deutlich hervorgehoben hat: "viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt" (Vers 14). Auch wenn diese Kernaussage nicht mit der Erzählung in Lukas übereinstimmt, so müssen wir doch die Eigenart der Erzählung bei Matthäus bewahren. Noch einmal kommt einem das Gefühl der Angst auf. Wir fühlen uns wohl berufen, müssen uns nun aber die Frage stellen (lassen), ob wir auch auserwählt sind. Wo finden wir hier das Evangelium? Wie werden wir von diesem Angstgefühl befreit?
Zunächst sollte man sich die Adressaten näher anschauen: Es sind dies Pharisäer und Schriftgelehrte, also eigentlich die Menschen, die sich anmaßen, genau zu wissen, was die Schrift bedeutet und wie sie auszulegen ist. Dass so nicht alle Pharisäer und Schriftgelehrte denken, sei angemerkt, denn leider ist das Wort "Pharisäer" schon lange sprichwörtlich geworden. Das Gleichnis ist also ein Gerichtswort über solche Menschen, immer noch ohne Evangelium, aber doch schon sehr eingeschränkt. Dies nun in einer Predigt umzusetzen, ist schwierig. Man kann über die "Pharisäer" unter uns hinwegziehen, und wird dabei selber zum "Pharisäer". Wichtiger und richtiger ist wohl, die Einladung zu wiederholen. Wie reagieren wir auf die Einladung? Nehmen wir sie überhaupt wahr? Erkennen wir die Bedeutung des Einladenden? Sind wir bereit, sie kurzfristig anzunehmen? Geben unsere Terminkalender noch Raum für ein solches Fest?
Mit diesen Fragen wird klar, dass wir wohl in der Position der Eingeladenen anzusiedeln sind, da diese Position auch die ursprünglichen Adressaten innehaben. Damit wäre auch der kirchenjahreszeitliche Zusammenhang gegeben. Die Einladung erfolgt zu einem Fest, und auch wenn dort noch eine Auslese stattfindet, so dürfte leicht deutlich werden, dass die Kennzeichen, die den einen Gast disqualifizieren, so eindeutig sind, dass wir wohl kaum die Auslese fürchten müssen; es sei denn, wir wollten gar nicht dabei sein. Das Fest aber ist etwas, auf das wir uns freuen können, denn nun brauchen wir uns nicht mehr sorgen, sondern können ganz frei und dankbar daran teilnehmen. Wenn dieses Fest stattfindet, brauchen wir uns nicht mehr um irgend etwas anderes zu sorgen.

Liedvorschläge zur Predigt:

Herr Jesu Christ, du höchstes Gut (EG 219)
Du hast zu deinem Abendmahl (EG 224)
*Sonne der Gerechtigkeit (EG 262)
*Ach Gott, vom Himmel sieh darein (EG 273)
*Singet dem Herrn ein neues Lied (EG 287)
*Christi Blut und Gerechtigkeit (EG 350)
"Kommt her zu mir", spricht Gottes Sohn (EG 363)
Gott rufet noch (EG 392)

Die Anregungen für alle Predigtreihen

Buchempfehlungen:

Zuletzt überarbeitet: 09 Juni 2015
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