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2. Sonntag nach Trinitatis
Die Einladung - Predigtanregung

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge

Der 2. Sonntag nach Trinitatis hat "die Einladung" zum Thema. Es leitet sich ab vom Evangelium vom großen Abendmahl - der Einladung, die von den Wohlhabenden abgelehnt wird, woraufhin die Einladung an die Außenseiter und Ausgestoßenen ergeht, die sie freudig annehmen. Es geht an diesem Sonntag wohl mehr darum, darüber nachzudenken, wo Gottes Einladung an uns ergeht und wie wir darauf antworten. Die übrigen Perikopen nehmen das Thema in vielfältiger Weise auf.

IV - 1. Kor 14, 1-3.20-25
Rev. 2014: Jona 3

Strebt nach der Liebe! Bemüht euch um die Gaben des Geistes, am meisten aber um die Gabe der prophetischen Rede! 2 Denn wer in Zungen redet, der redet nicht für Menschen, sondern für Gott; denn niemand versteht ihn, vielmehr redet er im Geist von Geheimnissen. 3 Wer aber prophetisch redet, der redet den Menschen zur Erbauung und zur Ermahnung und zur Tröstung.
20 Liebe Brüder, seid nicht Kinder, wenn es ums Verstehen geht; sondern seid Kinder, wenn es um Böses geht; im Verstehen aber seid vollkommen. 21 Im Gesetz steht geschrieben (Jesaja 28,11.12): «Ich will in andern Zungen und mit andern Lippen reden zu diesem Volk, und sie werden mich auch so nicht hören, spricht der Herr.» 22 Darum ist die Zungenrede ein Zeichen nicht für die Gläubigen, sondern für die Ungläubigen; die prophetische Rede aber ein Zeichen nicht für die Ungläubigen, sondern für die Gläubigen. 23 Wenn nun die ganze Gemeinde an einem Ort zusammenkäme und alle redeten in Zungen, es kämen aber Unkundige oder Ungläubige hinein, würden sie nicht sagen, ihr seid von Sinnen? 24 Wenn sie aber alle prophetisch redeten und es käme ein Ungläubiger oder Unkundiger hinein, der würde von allen geprüft und von allen überführt; 25 was in seinem Herzen verborgen ist, würde offenbar, und so würde er niederfallen auf sein Angesicht, Gott anbeten und bekennen, dass Gott wahrhaftig unter euch ist.

[Die Perikopenrevision von 2014 sieht folgenden Text vor:] Jona 3
Und es geschah das Wort des HERRN zum zweiten Mal zu Jona: 2 Mach dich auf, geh in die große Stadt Ninive und predige ihr, was ich dir sage!
3 Da machte sich Jona auf und ging hin nach Ninive, wie der HERR gesagt hatte. Ninive aber war eine große Stadt vor Gott, drei Tagereisen groß. 4 Und als Jona anfing, in die Stadt hineinzugehen, und eine Tagereise weit gekommen war, predigte er und sprach: Es sind noch vierzig Tage, so wird Ninive untergehen. 5 Da glaubten die Leute von Ninive an Gott und ließen ein Fasten ausrufen und zogen alle, Groß und Klein, den Sack zur Buße an.
6 Und als das vor den König von Ninive kam, stand er auf von seinem Thron und legte seinen Purpur ab und hüllte sich in den Sack und setzte sich in die Asche 7 und ließ ausrufen und sagen in Ninive als Befehl des Königs und seiner Gewaltigen: Es sollen weder Mensch noch Vieh, weder Rinder noch Schafe Nahrung zu sich nehmen, und man soll sie nicht weiden noch Wasser trinken lassen; 8 und sie sollen sich in den Sack hüllen, Menschen und Vieh, und zu Gott rufen mit Macht. Und ein jeder bekehre sich von seinem bösen Wege und vom Frevel seiner Hände! 9 Wer weiß? Vielleicht lässt Gott es sich gereuen und wendet sich ab von seinem grimmigen Zorn, dass wir nicht verderben.
10 Als aber Gott ihr Tun sah, wie sie sich bekehrten von ihrem bösen Wege, reute ihn das Übel, das er ihnen angekündigt hatte, und tat's nicht.

Die Geistesgaben der Zungenrede und der Prophetie, von denen Paulus hier redet, sind wichtig, aber wohl allzuoft missbraucht worden. Wichtig sind sie aus den Gründen, die Paulus aufführt: sie dienen quasi als Erkennungsmerkmal, zur Erbauung und zur Ermahnung.
Die Zungenrede oder Glossolalie hat dabei offenbar einen geringeren Stellenwert, denn sie erbaut nicht und ermahnt nicht. Sie kann vielmehr Ungläubige abstoßen, indem diese denken, die in Zungen redenden seien verrückt. Die Prophetie hingegen "überführt" Ungläubige, denn durch sie werden die Ungläubigen identifiziert; damit wird die Macht des Gottes, an den die Christen glauben, offenbar.
Merkwürdig und nicht leicht nachvollziehbar ist allerdings die Zuordnung dieser Gaben durch Paulus in Vers 22: Die Zungenrede ist ein Zeichen für die Ungläubigen, die Prophetie ein Zeichen für die Gläubigen. Ich verstehe dies so, dass die Zungenrede eine unmittelbare Wirkung auf die Ungläubigen hat, aber nicht auf die Gläubigen (denn, wie gesagt, haben die anderen Gläubigen nichts davon, wenn einer beginnt, in Zungen zu reden). Dabei spielt es dann keine Rolle, dass diese Wirkung negativ ist. Die Prophetie aber hat auch eine Wirkung auf die Gläubigen (aber eben: "auch"; denn auch die Ungläubigen werden durch die Prophetie angesprochen) und kann deswegen in dieser Gegenüberstellung als "für die Gläubigen" bezeichnet werden. Schlüssig ist dies nicht, aber andere Erklärungen aus der Welt der Kommentare haben mich nicht überzeugen können. Dieses Problem spielt aber für die Predigt ohnehin nur eine untergeordnete Rolle.
Die Einleitung des Predigttextes, die aus dem Anfang des Kapitels genommen ist, mahnt zunächst zum Streben "nach der Liebe". Dies ist sicher motiviert aus dem vorhergehenden Hohelied der Liebe (Kap. 13) und sollte deswegen hier nicht überbewertet werden, denn der Schwerpunkt der Perikope liegt eindeutig bei den Geistesgaben. Hier wäre aber wünschenswert, noch Vers 4 hinzuzunehmen, der Licht auf die Zungenrede wirft, so wie Vers 3 die prophetische Rede bewertet.
Der kirchenjahreszeitliche Zusammenhang wird nicht so leicht ersichtlich. Das Thema ist die Einladung, und hier wird offenbar nicht von einer Einladung gesprochen. Man kann allerdings auf diesen Zusammenhang kommen, wenn man bedenkt, dass von der Wirkung der Geistesgaben auf die "Ungläubigen", also die Außenseiter, gesprochen wird. Abhängig davon, ob diese Wirkung einladend oder abstoßend ist, wird eben auch die "Einladung" Gottes ausgesprochen.
Natürlich ist es ausgesprochen schwer, von einer durchschnittlichen Gemeinde zu erwarten, dass sie Erfahrung in der Zungenrede oder in der Prophetie hat. Wie schon eingangs erwähnt, wurden beide zu oft missbraucht. Zungenrede dient(e) oft als Mittel der Ausgrenzung (wie es hier ja auch gesagt wird), Prophetie diente oft der Geltungssucht einzelner. Nie kann man sicher beurteilen, ob die Prophetie in dem konkreten Fall eine Gabe Gottes ist oder schlicht der Ausdruck eines Gefühls oder einer besonders kleveren Schlussfolgerung aus zahlreichen Zusammenhängen. Wie dem auch sei: für die Predigt könnte man sicherlich darüber nachdenken, wie die Gemeinde auf Außenstehende wirkt. Hierbei kann man den Gegensatz zwischen "gläubig" und "ungläubig" wohl kaum gebrauchen, denn denen "draußen", die ja meist auch getauft sind, kann man nicht so ohne weiteres den Glauben absprechen. Zudem differnziert Paulus zwischen "Ungläubigen" und "Unkundigen", er geht also davon aus, dass auch Gläubige unkundig sein können.
Was also kann die Gemeinde tun, um einladender zu wirken, um mehr Menschen anzusprechen? Es gibt viele Geistesgaben, nicht nur die Zungenrede oder die Prophetie. Wie wirken diese Gaben auf andere Menschen, die nicht mit dem kirchlichen Leben und den kirchlichen Ausdrucksformen vertraut sind? Diese Gedanken können in der Predigt Entfaltung finden.

Liedvorschläge zur Predigt:


O Gott, du höchster Gnadenthron (EG 194)
*Nun singe Lob, du Christenheit (EG 265)
Strahlen brechen viele (EG 268)
Preisen lasst uns Gott, den Herrn (EG 568)
*Herr, wir stehen Hand in Hand (NB-EG 602)
zu Jona 3:
Gott der Vater steh uns bei (EG 138)
Aus tiefer Not lasst uns zu Gott (EG 144)
Nimm von uns, Herr, du treuer Gott (EG 146)
"So wahr ich lebe", spricht dein Gott (EG 234)
Wach auf, du Geist der ersten Zeugen (EG 241)

Die Anregungen für alle Predigtreihen

Buchempfehlungen:

Zuletzt überarbeitet: 09 Juni 2015
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