Informationen zu jedem Sonn- und Festtag im Kirchenjahr


Home
Advent
Christfest (Weihnachten)
Zwölf Heilige Nächte
Epiphanias
Vorfastenzeit
Fastenzeit
Heilige Woche
Ostern
Pfingsten
Trinitatis
Ende des Kirchenjahres

Drittletzter Sonntag
Vorletzter Sonntag
Buß- und Bettag
Letzter Sonntag - Ewigkeitssonntag
Totensonntag

Feste Januar-August
Feste September-Dezember
Bitt- und Gedenktage




Drittletzter Sonntag im Kirchenjahr
Der nahende Herr* - Predigtanregung

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge | Gebete | Predigten

Der Drittletzte Sonntag im Kirchenjahr hat das Kommen des Herrn zum Thema. Während das Evangelium selbst nur davor warnt, dieses Kommen vorhersagen zu wollen, betont die Epistel die Herrschaft Christi über Lebende und Tote. Die alttestamentliche Perikope weicht etwas ab: Hiob bittet Gott, dem Menschen doch seine Ruhe zu lassen und ihn nicht vors Gericht zu zerren zu seinen Lebzeiten, wie es ihm geschehen ist. Hier hat der Glaube an ein ewiges Leben noch nicht viel verloren. Die 5. und 6. Perikope jedoch gehen sehr klar auf das Kommen des Herrn ein. Durch alle Perikopen scheint sich auch die Frage hindurchzuziehen, wie wir dem Herrn begegnen, wenn er kommt, und wie wir uns auf ihn vorbereiten.

IV - Hiob 14, 1-6

Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit und ist voll Unruhe, 2 geht auf wie eine Blume und fällt ab, flieht wie ein Schatten und bleibt nicht. 3 Doch du tust deine Augen über einen solchen auf, dass du mich vor dir ins Gericht ziehst. 4 Kann wohl ein Reiner kommen von Unreinen? Auch nicht einer! 5 Sind seine Tage bestimmt, steht die Zahl seiner Monde bei dir und hast du ein Ziel gesetzt, das er nicht überschreiten kann: 6 so blicke doch weg von ihm, damit er Ruhe hat, bis sein Tag kommt, auf den er sich wie ein Tagelöhner freut.

Dieser Ausschnitt aus der Antwort Hiobs an Zofar ist deprimierend. Hiob wirft Gott die Pein vor, die er selbst erleidet. Zunächst stellt er schlicht fest, dass der Mensch ein nur kurzes, unruhiges Leben hat, das so flüchtig ist wie ein Schatten. Nun aber kommt Gott und schaut sich so ein Menschenkind genau an, obwohl er doch schon alles weiß, obwohl Gott schon längst die Tage dieses Menschen gezählt hat. Darum bittet Hiob, in Ruhe gelassen zu werden, damit er in Frieden sterben kann. Denn das Schauen Gottes auf diesen Menschen kann ja nur Strafe nach sich ziehen, weil der Mensch es nicht vollbringt, schuldlos zu sein.
Hiob will also von Gott in Ruhe gelassen werden, weil sein Leben ohnehin schon kurz und von viel Mühe und Unruhe belastet ist. Er will, dass Gott einsieht, dass der Mensch schon genug gestraft ist durch die Kürze seines Lebens.
Der kirchenjahreszeitliche Zusammenhang wird nicht ohne Weiteres deutlich. Wo wird hier vom "Kommen des Herrn" geredet? Wenn man genauer hinschaut, kann man es schon erkennen, aber es ist ein bedrohliches Sich-Nähern, das wir hier beobachten: Gottes Nähe ist unerwünscht, der Mensch ist sich ja seiner Fehlerhaftigkeit bewusst, er fürchtet den richtenden Blick Gottes, dem er sich nicht entziehen kann.
Die Predigt dürfte also versuchen, herauszufinden, wo wir uns vor Gott fürchten, und diese Furcht dann bei den Hörnern packen. Denn dieses Gottesbild, das Hiob pflegte, ist ja auch heute noch in vielen Menschen lebendig. Die Barmherzigkeit Gottes wird hier nicht sichtbar, oder sie liegt allein darin, dass er sich vom Menschen abwendet. Aber so hat Gott ja nicht gehandelt. Er hat das Elend der Menschen gesehen, ihre Not und ihre Mühe, und sich ihrer erbarmt. Darum ist er ihnen ganz nahe gekommen, hat diese Not selbst durchlitten, um sich mit ihnen gewissermaßen zu solidarisieren. Und wenn dies verstanden wird, erkennen wir die Verheißung, die in den Worten liegt: Fürchte dich nicht!

Liedvorschläge zur Predigt:


Gott der Vater steh uns bei (EG 138)
Jerusalem, du hochgebaute Stadt (EG 150)
Wir warten dein, o Gottes Sohn (EG 152 - Wochenlied!)
Gott rufet noch (EG 392)
Liebe, die du mich zum Bilde (EG 401)
Die Herrlichkeit der Erden (EG 527)
Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen (EG 518 - Wochenlied!)
Ach wie flüchtig, ach wie nichtig (EG 528)
Fürchte dich nicht (NB-EG 595)
Wir sind mitten im Leben (EG KHW-651)

Die Anregungen für alle Predigtreihen

Buchempfehlungen:

Zuletzt überarbeitet: 10 November 2017
© Copyright 1998-2017 by Martin Senftleben

Bibeltexte: © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
Alle Rechte vorbehalten.
Schreiben Sie mir!

- Heiligenkalender -
- Erläuterungen & Impressum -
- Kalender -
- Monatssprüche -
- Links -
- Buchtipps -
- Lesepläne -
- Thema Gottesdienst -
- Diskussionsforum -
- drmartinus.de -
- Konzertsänger -
- Kirchenmusik/Oratorien -
- Pfarrerrecht -
- Spende -

Aktuelle Predigtreihe: IV

 Als ein Wort behandeln


Bitte unterstützen Sie diese Webseite, indem Sie Ihre Bücher und anderes bei Amazon kaufen oder auf die folgende Werbung klicken. Danke!

Gebrauchte Bücher bei booklooker
Hier finden Sie gebrauchte Bücher zum günstigen Preis!


"christliche" Suchmaschinen:

Feuerflamme Suchmaschine
Das Kirchenjahr: Ausgewählte Webseite auf onlinestreet.de


eXTReMe Tracker