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Drittletzter Sonntag im Kirchenjahr
Der nahende Herr* - Predigtanregung

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge | Gebete | Predigten

Der Drittletzte Sonntag im Kirchenjahr hat das Kommen des Herrn zum Thema. Während das Evangelium selbst nur davor warnt, dieses Kommen vorhersagen zu wollen, betont die Epistel die Herrschaft Christi über Lebende und Tote. Die alttestamentliche Perikope weicht etwas ab: Hiob bittet Gott, dem Menschen doch seine Ruhe zu lassen und ihn nicht vors Gericht zu zerren zu seinen Lebzeiten, wie es ihm geschehen ist. Hier hat der Glaube an ein ewiges Leben noch nicht viel verloren. Die 5. und 6. Perikope jedoch gehen sehr klar auf das Kommen des Herrn ein. Durch alle Perikopen scheint sich auch die Frage hindurchzuziehen, wie wir dem Herrn begegnen, wenn er kommt, und wie wir uns auf ihn vorbereiten.

III - Lk 11, 14-23

Und er trieb einen bösen Geist aus, der war stumm. Und es geschah, als der Geist ausfuhr, da redete der Stumme. Und die Menge verwunderte sich. Einige aber unter ihnen sprachen: Er treibt die bösen Geister aus durch Beelzebul, ihren Obersten. Andere aber versuchten ihn und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. Er aber erkannte ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird verwüstet, und ein Haus fällt über das andre. Ist aber der Satan auch mit sich selbst uneins, wie kann sein Reich bestehen? Denn ihr sagt, ich treibe die bösen Geister aus durch Beelzebul. Wenn aber ich die bösen Geister durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein. Wenn ich aber durch Gottes Finger die bösen Geister austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen. Wenn ein Starker gewappnet seinen Palast bewacht, so bleibt, was er hat, in Frieden. Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt und überwindet ihn, so nimmt er ihm seine Rüstung, auf die er sich verließ, und verteilt die Beute. Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.

Die Perikope ist zunächst schlüssig. Zwei Dinge werden an Jesus herangetragen: der Vorwurf, er treibe böse Geister mit Beelzebub aus, und dann die Forderung, ein Zeichen vom Himmel zu senden. Auf den Vorwurf erwidert Jesus mit der simplen logischen Feststellung, dass sein Handeln dem Willen des Bösen, Beelzebub, widerspricht (zu Beelzebub: Eigentlich handelt es sich dabei um den Namen eines Fürsten der Dämonen, er ist also nicht mit Satan gleichzusetzen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist wohl, dass er die Stellung eines Oberen über die bösen Geister hat). Beelzebub würde es niemals zulassen, das bereits gewonnene Territorium (die Menschen, in denen böse Geister hausen) aufzugeben, und schon gar nicht würde er es selbst veranlassen.
Die Forderung nach einem Zeichen vom Himmel beantwortet Jesus mit ähnlicher Einfachheit. Wenn er also nicht mit der Autorität des Beelzebub handelt, kann er ja nur mit der Autorität des Himmels handeln. Also ist er selbst das Zeichen, mit ihm ist das Himmelreich, das Reich Gottes, bereits zu ihnen gekommen.
Was etwas schwieriger ist, ist der Schluss der Perikope: "Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut." Sie folgt auf die Rede vom Starken, der von einem Stärkeren überwunden wird. Diese Rede ist wohl in Zusammenhang zu bringen mit der vorhergehenden Darstellung: Beelzebub und seine bösen Geister werden von Jesus überwunden. Aber womit ist der Schlusssatz begründet? Es kann sich wohl nur um die Schlussfolgerung aus dem vorher Gesagten handeln: Nun, da ihr wisst, wer ich bin (nämlich der, der "durch Gottes Finger" die bösen Geister austreibt), müsst ihr Stellung beziehen und nicht mehr zweifeln (was anfangs ja festgestellt wurde: sie sind sich nicht sicher, woher er kommt, und wollen darum einen Beweis). Das Reich Gottes ist angebrochen, nun gilt es, ganz deutlich dazu Stellung zu beziehen. Sobald man sich nicht auf die Seite Jesu stellt, ist man gegen ihn.
Der Kern dieser Perikope stimmt mit dem Thema des Sonntags überein: Der Herr kommt, er ist im Grunde schon da, nun gilt es, dieses Wissen umzusetzen. Vielleicht sollte zum Thema "Kommen" und "Schon-Da-Sein" noch etwas gesagt werden: Jesus Christus hat zeichenhaft die Nähe des Himmelreiches bekannt gemacht. Dies wird auch in dieser Perikope deutlich. Damit hat er deutlich gemacht, dass ein längeres Warten im Sinne von Ausharren nicht mehr nötig ist, im Gegenteil: Da nun klar ist, dass das Reich Gottes schon gekommen ist durch Jesus Christus, fehlt nur noch eins: dass er wiederkommt nach seiner Himmelfahrt, um das Reich Gottes zu vollenden. Bis dahin ist es unsere Aufgabe, seinem (Wieder-)Kommen zuzuarbeiten, indem wir die Erfahrung des Reiches Gottes, die uns zu seinen Nachfolgern macht, auch anderen erfahrbar machen.
Die Predigt für diesen Sonntag sollte sich auf dieses "Schon-Da-Sein" ausrichten und also Zeichen des Reiches Gottes bei uns wieder präsent machen. Zugleich sollte die Frage in den Raum gestellt werden, wie wir zu diesem Reich stehen. Auch die Frage, wie wir dem Kommen Christi zuarbeiten, kann erörtert werden. Hier könnte ein Zusammenhang zum bevorstehenden Beginn des neuen Kirchenjahres hergestellt werden. Wichtiger ist aber wohl doch, Konkretionen der Nähe des Reiches Gottes in unserem alltäglichen Leben zu provozieren.

Liedvorschläge zur Predigt:

Jesus ist kommen, der starke Erlöser (EG 66, 3)
Jesu, hilf siegen (EG 373, 1.3-4.6-7)
Ich steh in meines Herren Hand (EG 374)
Es mag sein, dass alles fällt (EG 378)
O Durchbrecher aller Bande (EG 388)
Jesu, meine Freude (EG 396)
Harre, meine Seele (NB-EG 593)

Die Anregungen für alle Predigtreihen

Buchempfehlungen:

Zuletzt überarbeitet: 10 November 2017
© Copyright 1998-2017 by Martin Senftleben

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