das Kirchenjahr

Die evangelischen Salzburger

5.8.1731

Einführung

Um 1727 begann die eigentliche Notzeit der evangelischen Salzburger, da der dortige Erzbischof Firmian sie als Ketzer und Gottverächter aus dem Land vertreiben wollte und dazu alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel nutzte. Die evangelischen Salzburger blieben trotz Verfolgung, Gefängnis und Folter standhaft. Heimlich wurden Versammlungen abgehalten, um die Verfolgten im Glauben zu stärken. Während sie Lieder sangen, das Wort Gottes hörten und beteten, sorgten Wachen an den Wegen dafür, dass Häscher oder Spione des Erzbischofs nicht zu ihnen gelangen konnten.
Am 5. August 1731 trafen sich im Salzachgrund mehr als 100 Männer, beteten, um ein Salzfass kniend, und tauchten dann ihre benetzten Finger in das Salz, um sich danach Treue im evangelischen Glauben zu schwören. Als Bekräftigung des Schwurs leckten sie das Salz von ihren Fingern. Am 24. November begann die systematische Vertreibung. Rund 30.000 (andere Quellen sprechen von 20.000) Menschen, später Salzburger Exulanten genannt, verließen das Salzburger Land. Der preußische König Friedrich Wilhelm nahm die meisten der Salzburger auf und gewährte ihnen Wohnstatt im alten Ordensland. Zum Empfang der ersten Flüchtlinge läuteten die Glocken, und der König selbst empfing sie. Diejenigen, die in Salzburg bei den Versammlungen aus der Bibel vorgelesen hatten, trugen die Bibel voran. Indem er ihnen alles Nötige zur Bebauung des Landes zur Verfügung stellte, gewann der König willige Untertanen, die zugleich alle, die in ihrem Leben keine Verfolgung erlitten hatten, daran erinnerten, dass ein solches Glück nicht selbstverständlich ist.