das Kirchenjahr

Valerius Herberger

* 29.3.1774, † 18.5.1860

Lebenslauf

Valerius Herberger wurde am 21. April 1562 im damals polnischen Fraustadt (Wschowa) geboren. Sein Vater war Kürschner, aber auch Sänger und Dichter. Schon früh erkannte er, dass Valerius zum Prediger geboren sei. Er begleitete seine ersten Schuljahre mit Freude an den Fortschritten und bemühte sich, das Geld für das Theologiestudium von dem recht geringen Einkommen abzuzweigen. 1571 starb der Vater, und das Geld für Valerius' Studium war schnell aufgebraucht.
Die Mutter heiratete erneut, um besser für die Kinder sorgen zu können. Der Stiefvater wollte von dem Plan, dass Valerius Theologie studierte, jedoch nichts wissen. Vielmehr wollte er, dass er Schuster würde. Der Pfarrer Arnold von Fraustadt ermutigte den jungen Mann jedoch, am Theologiestudium festzuhalten, und unterstützte ihn auf diesem Weg durch seelsorgerlichen Rat und auch in materieller Hinsicht.
Valerius absolvierte das Studium in Frankfurt/Oder und in Leipzig. 1584 wurde er in Fraustadt zunächst zum Lehrer berufen, dann zum Diakonus, das ist der zweite Prediger in Fraustadt. Schließlich wurde er 1598 zum ersten Prediger ernannt.
Sein Tageslauf war geprägt von Gebet und Bibelstudium. Er war ein bekannter und beliebter Prediger, der mehr Wert auf die innere Frömmigkeit als auf die Rechtgläubigkeit legte. In die Streitigkeiten zwischen den Konfessionen mischte er sich nicht ein, wiewohl er die verschiedenen Lehren durchaus kannte. Ihm lag daran, in Frieden mit seinen Mitmenschen zu leben.
Die Gegenreformation führte dann aber dazu, dass die Fraustädter 1604 die Pfarrkirche St. Marien an die kleine römisch-katholische Gemeinde abgeben mussten. Immerhin hatten die protestantischen Bürger aber das Recht errungen, ein eigenes Gotteshaus zu bauen. So entstand aus zwei Häusern eine Notkirche, der Herberger im ersten Gottesdienst am Heiligen Abend den Namen „Kripplein Jesu” verlieh.
Valerius Herberger erhielt mehrere Berufungen an andere Städte, die er alle abwies. Fraustadt war sein Acker, den er auch dann nicht verließ, als 1613 die Pest ausbrach. Er spendete den Kranken den Trost des Evangeliums und das Heilige Abendmahl. An die zweitausend Bürger begleitete er in dem Pestjahr zur letzten Ruhe. Aus dieser Zeit ist uns das Lied „Valet will ich dir geben” (EG 523) überliefert, das Herberger an jedem Grab sang.
Er veröffentlichte auch mehrere Erbauungsschriften und erhielt den Beinamen „Kleiner Luther”. 1627 erlitt er einen Schlaganfall und war fortan ans Bett gefesselt. Er starb am Dienstag nach dem Sonntag Exaudi, dem 18. Mai 1627, in Fraustadt.
Quellen:
Deutsche Biographie
Wikipedia
Jörg Erb, Dichter und Sänger des Kirchenliedes, Band 2, 1973, S. 60ff
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