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Vorletzter Sonntag im Kirchenjahr
Weltgericht - Predigtanregung

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge | Gebete | Predigten

Der Vorletzte Sonntag im Kirchenjahr befasst sich mit dem Weltgericht, wie es vielfach im Neuen Testament angekündigt. Viele Menschen unterliegen der Gefahr, das Kommen des Weltgerichtes in den Zeichen dieser Zeit zu sehen: in Verwüstungen, Naturkatastrophen, Kriegen usw. Dabei machen sie sich zu Beobachtern, obgleich sie doch selbst Betroffene sein müssten. Unser Glaube lehrt uns, dass Gott barmherzig und gnädig ist und dem vergibt, der sich ihm in Vertrauen zuwendet. Somit ist es wohl angebracht, das Weltgericht als ein positives Geschehen zu erwarten und nicht als etwas, das Zerstörung und damit Leid bringt.

IV - Offb 2, 8-11
Rev. 2014: Hiob 14, 1-6(7-12)13(14)15-17 (= Ijob 14, 1-6(7-12)13(14)15-17)

Und dem Engel der Gemeinde in Smyrna schreibe: Das sagt der Erste und der Letzte, der tot war und ist lebendig geworden: 9 Ich kenne deine Bedrängnis und deine Armut - du bist aber reich - und die Lästerung von denen, die sagen, sie seien Juden, und sind's nicht, sondern sind die Synagoge des Satans. 10 Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst! Siehe, der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr versucht werdet, und ihr werdet in Bedrängnis sein zehn Tage. Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben. 11 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem soll kein Leid geschehen von dem zweiten Tode.

[Die Perikopenrevision von 2014 sieht folgenden Text vor:] Hiob 14, 1-6(7-12)13(14)15-17
Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit und ist voll Unruhe, 2 geht auf wie eine Blume und fällt ab, flieht wie ein Schatten und bleibt nicht. 3 Doch du tust deine Augen über einen solchen auf, dass du mich vor dir ins Gericht ziehst. 4 Kann wohl ein Reiner kommen von Unreinen? Auch nicht einer! 5 Sind seine Tage bestimmt, steht die Zahl seiner Monde bei dir und hast du ein Ziel gesetzt, das er nicht überschreiten kann: 6 so blicke doch weg von ihm, damit er Ruhe hat, bis sein Tag kommt, auf den er sich wie ein Tagelöhner freut.
7 Denn ein Baum hat Hoffnung, auch wenn er abgehauen ist; er kann wieder ausschlagen, und seine Schösslinge bleiben nicht aus. 8 Ob seine Wurzel in der Erde alt wird und sein Stumpf im Boden erstirbt, 9 so grünt er doch wieder vom Geruch des Wassers und treibt Zweige wie eine junge Pflanze. 10 Stirbt aber ein Mann, so ist er dahin; kommt ein Mensch um – wo ist er? 11 Wie Wasser ausläuft aus dem See, und wie ein Strom versiegt und vertrocknet, 12 so ist ein Mensch, wenn er sich niederlegt, er wird nicht wieder aufstehen; er wird nicht aufwachen, solange der Himmel bleibt, noch von seinem Schlaf erweckt werden.
13 Ach dass du mich im Totenreich verwahren und verbergen wolltest, bis dein Zorn sich legt, und mir ein Ziel setzen und dann an mich denken wolltest! 14 Meinst du, ein toter Mensch wird wieder leben? Alle Tage meines Dienstes wollte ich harren, bis meine Ablösung kommt. 15 Du würdest rufen und ich dir antworten; es würde dich verlangen nach dem Werk deiner Hände. 16 Dann würdest du meine Schritte zählen, aber hättest doch nicht Acht auf meine Sünden. 17 Du würdest meine Übertretung in ein Bündlein versiegeln und meine Schuld übertünchen.

Einige Geheimnisse enthält dieser Text, wie eigentlich die ganze Offenbarung ein $quot;Buch mit sieben Siegeln$quot; ist. Es wäre vermessen, sie letztgültig interpretieren zu wollen; sie erschließt sich erst aus dem aktuellen Kontext und gewinnt so wieder und wieder neue Gestalt. Somit ist die Offenbarung vielleicht das lebendigste Buch des Neuen Testamentes überhaupt; zugleich öffnet es damit aber auch denen Tor und Tür, die nicht Gottes Reich, sondern nur ihren eigenen Vorteil suchen.
Es ist nicht ganz klar, welcher Art die Lästerungen sind. Sie könnten sich auf die zuvor erwähnte Armut beziehen: die Gemeinde ist arm in materieller Hinsicht, und dies bedeutet: Gott segnet sie nicht. Dies wäre Grund zum Lästern vor allem seitens wohlhabender, gläubiger Menschen (die sich zumindest selbst für gläubig halten). Da die Christen lange Zeit innerhalb der jüdischen Gemeinde lebten und sich nicht wesentlich von ihr abhoben, könnte hier u.U. darauf angespielt werden, dass die jüdischen Gemeindeglieder die Christen verspotteten, weil sich ihr neuer Glaube nicht auch auf materieller Ebene auswirkte. Dann ist auch das Wort zu verstehen, dass sie die Synagoge Satans sind, denn sie bringen die Versuchung des Reichtums und der religiösen Sicherheit, nach der sich die christliche Gemeinde sicher sehnte. Diese $quot;religiöse Sicherheit$quot; meint schlicht, dass man sich aufgrund äußerlicher Merkmale seines Glaubens gewiss sein kann; man spürt und erkennt, dass Gott mit einem ist. Diese Sicherheit hatte die Gemeinde in Smyrna jedenfalls nicht. Wichtig ist auf jeden Fall, in dem Hinweis auf die Juden nicht eine generelle Verteufelung des jüdischen Volkes zu sehen.
Gott schien sie eher verlassen zu haben: es drohen Verfolgung, Gefängnis und Tod. Dies spricht der Engel auch an. Aber wer treu bleibt, so sagt er, wird die Krone des Lebens empfangen und braucht keine Angst mehr vor dem zweiten Tod zu haben. (Der Hinweis auf die Dauer von zehn Tagen kann getrost ignoriert werden; sicher waren keine zehn Kalendertage gemeint, und alles andere ist reine Spekulation).
Hier werden Instrumente eingesetzt, die den christlichen Glauben viele Jahrhunderte lang gestärkt haben. Es sind $quot;Jenseitshoffnungen$quot;, die für das Leben in dieser Welt wenig austragen, zumindest scheinbar. Denn effektiv gaben sie über die Jahrhunderte unzähligen Menschen den Mut und die Kraft, sich für die Gerechtigkeit Gottes einzusetzen, seine Liebe weiterzugeben, auch wenn es ihren eigenen Tod bedeutete. Insofern ist diese Jenseitshoffnung weder verkehrt noch altmodisch. Sie darf nur nicht dahin führen, dass man sich aufgrund dessen zurückzieht und es für genug hält, zu glauben. Das Wissen um diese Krone des Lebens sollte vielmehr anspornen zu tätiger Liebe.
Der kirchenjahreszeitliche Zusammenhang wird am Ende der Perikope deutlich, wenn vom $quot;zweiten Tod$quot; geredet wird. Hier wird das Gericht angesprochen, in dem die $quot;Sünder$quot;, die sich für gerecht halten, verdammt, also dem zweiten Tod anheim gegeben werden. Die Gerechten, also die, die sich ganz auf Gottes Gnadengeschenk in Jesus Christus einlassen, werden zum ewigen Leben errettet, freigesprochen.
In der Predigt darf dieser Gedanke nicht dazu führen, einzelne oder bestimmte Menschengruppen abzuurteilen. Es ist, so meine ich, nicht ohne Grund, dass dieses Gericht erst nach unserem Tod erfolgt. Es liegt eben vollständig in Gottes Hand. Wir können und dürfen es nicht vorwegnehmen. Wohl aber dürfen und müssen wir darauf hinweisen, dass ein solches Gericht erfolgt, dass Gott nicht den ungestraft lässt, der nur nach seinem eigenen Gutdünken handelt und Gottes Gebot mit Füßen tritt. Dass wir dabei zuerst auf uns selbst blicken, sollte selbstverständlich sein.

Liedvorschläge zur Predigt:


Die Nacht ist vorgedrungen (EG 16)
Wach auf, du Geist der ersten Zeugen (EG 241)
Wird's aber sich befinden (EG 361, 10-12)
Was mein Gott will (EG 364)
Ich will dich lieben, meine Stärke (EG 400)
Christus, der ist mein Leben (EG 516)
Valet will ich dir geben (EG 523)
Es kommt die Zeit (EG 560)
zu Hiob 14, 1-6(7-12)13(14)15-17:
Gott der Vater steh uns bei (EG 138)
Wir warten dein, o Gottes Sohn (EG 152)
Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen (EG 518)

Die Anregungen für alle Predigtreihen

Buchempfehlungen:

Zuletzt überarbeitet: 13 November 2015
© Copyright 1998-2015 by Martin Senftleben

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