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17. Sonntag nach Trinitatis
Sieghafter Glaube - Predigtanregung

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge | Gebete | Predigten

Der 17. Sonntag nach Trinitatis befasst sich mit dem Glauben, wobei der bedingungslose Glaube, der dann auch zum "Erfolg" führt, im Vordergrund steht. Es werden also Geschichten aus den Evangelien erzählt, in denen der Glaube des einzelnen zu einem Wunder geführt hat. Die alttestamentlichen Texte hingegen reden von nicht so sehr vom Glauben, als vielmehr von Gottes Wirken im Leben des Volkes Israel und in Jakobs Leben. Die Episteltexte wiederum reden über den Glauben und stellen dar, wie es zum Glauben kommt bzw. wie der Glaube eine vereinende Funktion wahrnimmt.

IV - Jes 49, 1-6
Rev. 2014: Mt 14, 21-28 (Evangeliumslesung - s. Reihe I)

Hört mir zu, ihr Inseln, und ihr Völker in der Ferne, merket auf! Der HERR hat mich berufen von Mutterleibe an; er hat meines Namens gedacht, als ich noch im Schoß der Mutter war. 2 Er hat meinen Mund wie ein scharfes Schwert gemacht, mit dem Schatten seiner Hand hat er mich bedeckt. Er hat mich zum spitzen Pfeil gemacht und mich in seinem Köcher verwahrt. 3 Und er sprach zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, durch den ich mich verherrlichen will. 4 Ich aber dachte, ich arbeitete vergeblich und verzehrte meine Kraft umsonst und unnütz, wiewohl mein Recht bei dem HERRN und mein Lohn bei meinem Gott ist.
5 Und nun spricht der HERR, der mich von Mutterleib an zu seinem Knecht bereitet hat, dass ich Jakob zu ihm zurückbringen soll und Israel zu ihm gesammelt werde, - darum bin ich vor dem HERRN wert geachtet, und mein Gott ist meine Stärke -, 6 er spricht: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, die Stämme Jakobs aufzurichten und die Zerstreuten Israels wiederzubringen, sondern ich habe dich auch zum Licht der Heiden gemacht, dass du seist mein Heil bis an die Enden der Erde.

Dieser alttestamentliche, prophetische Text macht es uns nicht einfach. Es spricht der Prophet, auch wenn er sich in der Rolle als Vertreter Israels zu sehen scheint (s. Vers 3). Diese Anrede in Vers 3 ist unpassend, sie müsste eigentlich anders lauten, es sei denn, der Name des Propheten ist "Israel".
Klar geht aus den ersten Versen hervor, dass der Prophet eine Kampfansage Gottes ist. Gott will jetzt durch den Propheten Klartext reden. Er steht unter dem Schutz Gottes und dient dazu, Vernichtung zu bringen.
Der Knecht kann dem Ruf Gottes nicht ohne Weiteres folgen. Er sieht keine Frucht seiner Verkündigung, alles ist vergebliche Müh (Vers 4). Aber Gott stellt ihn vor eine große Aufgabe: Jakob - das Volk Israel - zurückzubringen zu Gott, darüber hinaus aber das Licht der Heiden zu werden, also derer, die nicht zum Volk Israel gehören. Es scheint fast, dass es dem Propheten nun zu viel wird - er will am liebsten nicht mehr angesichts dieser großen Verantwortung. Aber diese Gemütsregung wird nur zwischen den Zeilen erkennbar, denn danach folgt ja sogleich die erste Verkündigung.
Dieser Abschnitt wurde gerne auf Jesus hin gedeutet - darüber sind wir wohl aber hinweg. Den Prediger an die Stelle des Propheten zu setzen, wäre sicherlich verfehlt und würde ganz gewiss als Anmaßung empfunden.
Angebracht wäre auf jeden Fall eine Darstellung der Situation des Propheten und ein deutlicher Hinweis darauf, dass dieses Wort in eine bestimmte Zeit hineingesprochen wurde. Eine Aktualisierung verbietet sich daher im Grunde.
Fragen darf man freilich, ob dieses Wort schon seine Erfüllung gefunden hat. Immerhin sind die Zerstreuten Israels wieder zusammengebracht. Auch ist aus dem Volk Israel das "Licht der Heiden" hervorgegangen - bis an die Enden der Erde (s. Apg 1,8).
Eine weitere Möglichkeit wäre, über das Prophetenamt schlechthin nachzudenken. Offenbar rüstet Gott Menschen mit einer nicht unerheblichen Vollmacht aus oder benutzt sie, um zugleich strafend (V. 2) als auch errettend (V. 6) wirksam zu werden.
Der kirchenjahreszeitliche Zusammenhang legt allerdings nahe, einen anderen Ansatzpunkt zu suchen. Es geht ja an diesem Sonntag um "sieghaften Glauben", d.h. also um die Art und Weise, wie sich der Glaube beweist, nämlich im Triumph über alle die Mächte, die die Gerechtigkeit Gottes zerstören wollen. Dann wäre nur zu fragen: ist hier der Glaube des Propheten oder der Glaube Jakobs, also des Volkes Israel, angesprochen? Ich denke, dass es der Glaube des Propheten ist: er sieht zwar, dass alles, was er tut, vergeblich ist, stellt sich aber dennoch unter den Willen Gottes und erfüllt seinen Auftrag. Dadurch wird er sieghaft, indem er glaubend (vertrauend) Gottes Auftrag erfüllt, trotz aller Hindernisse.
Dass der Glaube des Propheten sieghaft ist, erkennen wir an zweierlei: unserer eigenen Existenz im Lichte Gottes und der Tatsache, dass das jüdische Volk wieder zusammengebracht wird. Freilich ist dieser Sieg noch nicht vollständig, wie man leicht aus eigener Erfahrung erkennen kann. Die Predigt könnte versuchen, aufzuzeigen, was noch fehlt...

Liedvorschläge zur Predigt:


Wach auf, du Geist der ersten Zeugen (EG 241)
Sonne der Gerechtigkeit (EG 262/263)
Komm in unsre stolze Welt (EG 428)
Herr, der du einst gekommen bist (EG 586)

Die Anregungen für alle Predigtreihen

Buchempfehlungen:

Zuletzt überarbeitet: 27 September 2015
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