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Pfingstsonntag
Tag der Ausgießung des Heiligen Geistes
Ausgießung des Heiligen Geistes - Predigtanregung

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Im Hauptgottesdienst kann das Te Deum (EG 191) gesungen werden. Es kann z.B. an die Stelle des Gloria in excelsis Deo treten.

IV - 1. Kor 2, 12-16
Rev. 2014: Apg 2, 1-18(19-21) (Epistellesung - s. auch Reihe II)

Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, dass wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist. 13 Und davon reden wir auch nicht mit Worten, wie sie menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der Geist lehrt, und deuten geistliche Dinge für geistliche Menschen. 14 Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich beurteilt werden. 15 Der geistliche Mensch aber beurteilt alles und wird doch selber von niemandem beurteilt. 16 Denn «wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer will ihn unterweisen» (Jesaja 40,13)? Wir aber haben Christi Sinn.

Dieser ausgesprochen schwierige Text (weniger vom Verstehen als von der Anwendung her) ist natürlich für das Pfingstfest bestens geeignet, aber stellt uns in ein Dilemma. Es stehen sich der "Geist der Welt" und der "Geist aus Gott" gegenüber, wobei der Geist der Welt offensichtlich minderwertig ist, weil er auf menschliche Weisheit angewiesen ist, und gleich abgetan wird. Die Frage ist sicher berechtigt, ob der natürliche Mensch mit dem geistlichen Menschen verbunden ist, oder ob der geistliche Mensch den natürlichen Menschen zurücklässt. Mit anderen Worten: Wechselt die Qualität eines Menschen, wenn er den "Geist aus Gott" empfangen hat? Wird er dann zu einem geistlichen Menschen? Oder wird dem "natürlichen Menschen" die Qualität "geistlich" hinzugefügt?
Wie es scheint, handelt es sich hier für Paulus um einen vollständigen Wandel. Der "natürliche Mensch" ist nicht mehr, nun gibt es nur noch den "geistlichen Menschen", den, der den Geist Gottes empfangen hat. Dieser geistliche Mensch hat nun noch eine besonders herausgehobene Stellung: er beurteilt alles und wird selbst von niemandem beurteilt (Vers 15).
Das ist freilich ein gefährlicher Satz. Schnell neigt man dazu, anstatt "beurteilen" das Wort "verurteilen" zu lesen. Das liegt auch angesichts des griechischen Wortes "anakrino" nahe (anakrino bedeutet "untersuchen" wie in einer gerichtlichen Untersuchung; krino bedeutet "verurteilen"). Dies würde dazu führen, dass sich die Christen, die sich - zu Recht - als geistliche Menschen verstehen dürfen, zu Richtern erheben, was zumindest kritisch ist, zumal es im Widerspruch zu Jesu Aussage "Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet" (Mt 7,1) steht. Es ist von daher sinnvoll, darauf hinzuweisen, dass der geistliche Mensch eben nicht Richter ist, wohl aber die Möglichkeit hat, Menschen, Dinge und Verhältnisse zu beurteilen. Dies aber nur, solange es im Geist Gottes geschieht, denn sonst ist er kein geistlicher Mensch mehr und unterliegt selbst solchem Urteil.
Letztlich müssen wir uns fragen: wie stellen wir uns denen gegenüber, die "natürliche Menschen" sind? Hat es irgendeinen Nutzen, sie zu beurteilen? Ist es nicht besser, auf sie zuzugehen in Liebe und Vertrauen? Und natürlich stellt sich auch die Frage: bin ich wirklich ein geistlicher Mensch? Kann ich das von mir selbst glauben? Und wenn nicht: was bedeutet das für mein Leben?
Auf diese letzten Fragen gibt der Predigttext eine Antwort: Wir haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott. Da gibt es nichts dran zu rütteln, das ist eine Tatsache. Wir aber haben Christi Sinn, sagt Paulus, und macht damit deutlich, dass wir mit allem ausgerüstet sind, das notwendig sein mag, um "geistliche Menschen" zu sein.
Diese Zusage ist ermutigend und zugleich beängstigend, denn sie stellt uns heraus. Viel lieber wären wir Mitläufer, würden nicht auffallen. Aber darum können wir uns nun nicht drücken. Das dumme ist eben, dass wir mit dem, was wir wissen, zumindest auf der Ebene der Vernunft keine Chance haben (Verse 6-8 und 14).
Der kirchenjahreszeitliche Zusammenhang ist offensichtlich und muss nicht weiter erläutert werden.
Die Predigt sollte vor allem den Schwerpunkt auf die Zusage des Paulus legen: wir sind geistliche Menschen, wir haben den Sinn Christi. Aus dieser Zusage folgt aber keine Überheblichkeit, sondern vielmehr Mut, das weiterzusagen, was wir wissen: dass Christus gekreuzigt wurde, starb und von den Toten auferstanden ist; dass er nun zur Rechten Gottes sitzt. Dies zu vermitteln ist und bleibt unsere Aufgabe, dazu sind wir geistliche Menschen.

Liedvorschläge zur Predigt:


Komm, Feuer Gottes (EG 127, 1.4-5)
Zieh ein zu deinen Toren (EG 133)
*Komm, o komm, du Geist des Lebens (EG 134) Wach auf, du Geist der ersten Zeugen (EG 241)
*O dass doch bald dein Feuer brennte (EG 255)
Sonne der Gerechtigkeit (EG 262/263)
Zu Ostern in Jerusalem (KHW-EG 556)

Die Anregungen für alle Predigtreihen

Buchempfehlungen:

Zuletzt überarbeitet: 27 Mai 2018
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