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2. Sonntag im Advent
Der kommende Erlöser - Predigtanregung

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge | Gebete | Predigten

Das Thema des 2. Sonntags im Advent wendet sich jetzt dem erlösenden Aspekt Gottes zu, nachdem am 1. Sonntag im Advent die Macht des Herrschers im Vordergrund stand. Der Erlöser wirkt auf vielerlei Weise - wiederum durch Macht, oder durch den Opfertod am Kreuz. Das Kommen wird aber auch als Erlösung von den Leiden dieser Welt angesehen, d.h. der Herr, wenn er kommt, wird endlich ein Ende machen mit der hiesigen Trübsal (Epistel).
Ab diesem Sonntag entfällt das "Gloria in excelsis".

I - Jes 35, 3-10

Stärket die müden Hände und macht fest die wankenden Knie! 4 Saget den verzagten Herzen: «Seid getrost, fürchtet euch nicht! Seht, da ist euer Gott! Er kommt zur Rache; Gott, der da vergilt, kommt und wird euch helfen.» 5 Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet werden. 6 Dann werden die Lahmen springen wie ein Hirsch, und die Zunge der Stummen wird frohlocken. Denn es werden Wasser in der Wüste hervorbrechen und Ströme im dürren Lande. 7 Und wo es zuvor trocken gewesen ist, sollen Teiche stehen, und wo es dürre gewesen ist, sollen Brunnquellen sein. Wo zuvor die Schakale gelegen haben, soll Gras und Rohr und Schilf stehen. 8 Und es wird dort eine Bahn sein, die der heilige Weg heißen wird. Kein Unreiner darf ihn betreten; nur sie werden auf ihm gehen; auch die Toren dürfen nicht darauf umherirren. 9 Es wird da kein Löwe sein und kein reißendes Tier darauf gehen; sie sind dort nicht zu finden, sondern die Erlösten werden dort gehen. 10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen.

Wieder eine Prophetie, deren Erfüllung auf sich warten lässt und die zunächst nicht uns meint. Vielleicht nimmt Jesus auf Ausschnitte aus diesem Text (Verse 5+6) Bezug, wenn er in Lk 7,22 auf die Anfrage der Jünger Johannes des Täufers antwortet, ob er der Messias sei. Dadurch würde natürlich dieser Text für uns sogleich relevant werden. Er tut es aber auch ohne diesen neutestamentlichen Bezug, denn unser aller Sehnsucht richtet sich ja auf das Heil, das unserer Welt endlich den lang ersehnten Frieden und ewige Freude schenkt.
Vers 10 ist vielen vielleicht bekannt durch die Aufnahme dieses Textes in das Deutsche Requiem von Johannes Brahms. Interessant ist der Hinweis auf den "Heiligen Weg" (Vers 8-9). Dieser Weg zeichnet sich ganz besonders aus dadurch, dass er nur von Reinen und den Erlösten betreten wird. Auch die wilden Tiere halten sich an diese Regel. Wo er hinführt, bleibt offen. Verstehen lässt sich dieser Hinweis wohl erst, wenn man auch die ersten 2 Verse des Kapitels betrachtet: es wird hier in unserer Perikope eine Welt beschrieben, die aus der Wüste hervorgeht, also aus dem Land, das Symbol für Tod und Vernichtung ist. Und in dieser neuen Welt des Lebens, die die Welt des Todes ersetzt, wird es einen solchen Weg geben.
Automatisch stellt sich die Frage, was mit denen ist, die unrein und nicht erlöst sind. Aber mit dieser Frage befasst sich die Perikope nicht. Denn hier werden Menschen angesprochen, die weder unrein noch unerlöst sind. So geht es uns auch im Gottesdienst.
Unbehagen bereitet der Vers 4, in dem Gottes Kommen "zur Rache" angekündigt wird. An wem sollte er sich rächen? Hier ist sicherlich ein geschichtlicher Bezug zu erkennen, der für das Volk Israel von Bedeutung ist: Rache an den Völkern, die das Volk Gottes unterdrückt, zerstört und aus seiner Heimat geführt haben. Diesem Vers sollte daher kein großes Gewicht beigemessen werden - falls doch, dann nur darum, um den geschichtlichen Zusammenhang aufzuklären.
Es bleibt weiter das Problem, dass dies auch für uns eine Zukunftsvision ist. Dieses Heil können wir noch nicht erkennen, es ist noch nicht greifbar geworden, zumindest nicht so, wie es hier beschrieben wird.
Der kirchenjahreszeitliche Zusammenhang ist nicht ganz einsichtig. Natürlich ist hier von Erlösung die Rede, aber nicht vom Erlöser - eher wird noch vom Rächer gesprochen. Möglich wird der Zusammenhang, wenn man eben auch die Verbindung mit der Perikope in Lk 7 herstellt, wo Jesus selbst über sich aussagt, dass er der Erlöser ist, der dies alles geschehen lässt.
Wichtig ist freilich, in der Predigt darauf hinzuweisen, dass hier mehr Hoffnung als Realität beschrieben wird. Wir wissen zwar, dass der Erlöser schon zu uns gekommen ist, aber dieser Zustand existiert noch nicht so, wie wir es uns wünschen und wie er in diesem Text beschrieben wird, es sei denn, man legt alles allegorisch aus, was zutiefst problematisch wäre, weil dadurch das biblische Wort schnell an Glaubwürdigkeit verlieren kann. Der beste Weg scheint mir, diese Vision zu unserer eigenen zu machen, so wie es das Volk Israel damals tat: es wird eine Zeit geben, in der wir als die Erlösten nach Zion kommen werden mit Jauchzen. Es wird eine Heimkehr sein, wie wir sie uns jetzt nicht vorstellen können. Wohin? Wo ist unser Zuhause, wenn nicht bei Gott?
So wird letztlich die Predigt dies zum Ausdruck bringen: nicht nur unser Erlöser kommt zu uns, sondern wir kommen zu ihm, er hat uns schon auf den Weg gebracht. Und dieser Weg ist der Heilige Weg, von dem in diesem Text die Rede ist. Solange wir unsere Erlösung durch Jesus Christus festhalten, werden wir auf diesem Weg wandeln.

Liedvorschläge:

*Ihr lieben Christen, freut euch nun (EG 6)
*O Heiland, reiß die Himmel auf (EG 7)
Mit Ernst, o Menschenkinder (EG 10)
Das schreib dir in dein Herze (EG 11, 6-10)
*Herzlich tut mich erfreuen (EG 148)
*Jerusalem, du hochgebaute Stadt (EG 150)
Er wird nicht lang verziehen (EG 151, 4-8)

Fürbittengebet

Gott, Erlöser: komm.
Komm und erlöse, die gefangen sind in sich selbst, denen es unmöglich ist, ihre Nächsten zu sehen. Befreie sie und schenke ihnen Gemeinschaft mit dir. Wir rufen zu dir:
Gem.: Ja, komm, Herr Jesus!
Komm und erlöse, die gefangen sind im Elend des Krieges, denen alle Hoffnung genommen ist. Befreie sie und schenke ihnen Frieden und Zuversicht. Wir rufen zu dir:
Gem.: Ja, komm, Herr Jesus!
Komm und erlöse, die gefangen sind in Armut und Aussichtslosigkeit, die keine Perspektiven haben. Befreie sie und wecke auf, die ihnen helfen könnten zu einem Leben in Würde. Wir rufen zu dir:
Gem.: Ja, komm, Herr Jesus!
Komm und erlöse, die gefangen sind von Krankheit und Tod. Befreie sie und führe sie zum ewigen Leben. Wir rufen zu dir:
Gem.: Ja, komm, Herr Jesus!
Komm und erlöse, die ihren Platz nicht mehr kennen in unserer Gesellschaft, die nicht wissen, wohin sie eigentlich gehören, weil sie abgeschoben werden. Befreie sie und weise ihnen ihren Platz zu, dass man sie nicht mehr übersehen kann. Wir rufen zu dir:
Gem.: Ja, komm, Herr Jesus!
Komm und erlöse uns, barmherziger Gott, von allem, was uns von dir trennen will. Befreie uns, damit wir das Wort deiner Liebe hinaus tragen können in diese, unsere Welt.
Amen

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