das Kirchenjahr

Palmarum

Der Einzug des Königs

Gottesdienstentwurf

Der folgende Vorschlag soll vor allem denen, die ungeübt sind in der Gestaltung eines Gottesdienstes, eine Hilfe sein. Er ermöglicht auch einen Gottesdienst in häuslicher Gemeinschaft ohne Pfarrer/in.

Gruß: Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Amen [Je nach Gewohnheit und Möglichkeit im Wechsel mit der Gemeinde]
Der Spruch für den Sonntag Palmarum steht im Evangelium nach Johannes im 3. Kapitel und lautet: Der Menschensohn muss erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.
Eingangslied: Jesus Christus, unser Heiland (EG 102)
Psalmgebet: Ps 69, 2-4.8-10.14.21b-22.30
Liturg oder Gemeinde: Ehr sei dem Vater und dem Sohn... (EG 177.x)
Kyriegebet: Gott, himmlischer Vater, so manches Mal sind wir einfach nur Mitläufer und tun, was andere tun, ohne zu überlegen, was richtig ist. Manches Mal stellen wir uns auf die Seite derer, die Unrecht haben. Hilf, dass wir genauer hinschauen und unser Unrecht erkennen. Wir rufen zu dir:
Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison.
und/oder: Kyrie-Gesang (EG 178.x)
Kollektengebet: Herr Jesus Christus, Menschen haben dir zugejubelt und dich dann doch allein gelassen. Du wurdest gefoltert und getötet um unseretwillen. Wir erschrecken über die dunklen Seiten, die in uns sind und die sich immer wieder Bahn brechen. Schenke uns Klarheit über uns selbst, über unsere Zuneigungen, unsere Ängste und unsere Agressionen. Hilf uns um deiner Liebe willen, damit du, das Licht der Welt, unser Dunkel erhellst. (In Anlehnung an ein Gebet im Ev. Gottesdienstbuch 2000, S. 307)
Wenn zwei Lesungen gehalten werden, hier fortfahren:
Lesung: Phil 2, 5-11 (Epistel)
Lied: Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken (EG 91, 1-5)
Wenn nur eine Lesung gehalten wird, hier fortfahren:
Lesung: Joh 12, 12-19 (Evangelium)
Lied: Jesu, stärke deine Kinder (EG 164)
Predigt/Ansprache/Meditation/Lesung des Predigttextes und Stille (Predigttext: Joh 17, 1-8)
Lied: Jesus Christus herrscht als König (EG 123,1.3.6)
Fürbitte
Angesichts unseres gekreuzigten und auferstandenen Herrn Jesus Christus kann uns das Leid so vieler Menschen in unserer Welt nicht ungerührt lassen. Lasst uns darum beten für alle Menschen, die in Not sind, für die Opfer der Kriege und Katastrophen, für die Arbeitslosen, für die wegen ihrer Rasse, ihrer politischen Gesinnung oder ihrer Religion Verachteten und Verfolgten. Wir rufen zu dir:
Gem: Herr, erbarme dich. (EG 178.x oder gesprochen)
Herr, unser Gott, unsere Welt ist voll von Not und Elend und wir können uns fast nicht vorstellen, dass es auch anders sein könnte. Darum bitten wir dich: Lass uns erfahren, dass du bei uns bist als der Gott, der mit uns leidet. Stärke unser Vertrauen, dass du keines Menschen Leid vergisst, und lass deine Nähe sichtbar werden in der Güte, die wir Menschen einander schenken. Wir rufen zu dir:
Gem: Herr, erbarme dich.
Wir bitten dich für alle Menschen, die von Unsicherheit und von Zweifel geplagt werden und deren Glaube an dich nachlässt, für alle, die nichts mehr vom Leben erwarten, für alle, die nur noch schwarz sehen für ihre Zukunft, weil ihnen das Nötigste zum Leben fehlt, für die, die ihren Glauben an die Menschen verloren haben, weil sie immer und immer wieder enttäuscht worden sind, für die, die nicht mehr an sich glauben und die es schwer mit sich selbst haben. Wir rufen zu dir:
Gem: Herr, erbarme dich.
Herr unser Gott, du kennst einen jeden mit Namen, du lässt keinen von uns verloren gehen. Darum bitten wir dich: Lass uns erfahren, dass du ein Gott der Lebenden bist und dass du das Glück der Menschen willst. Gib uns allen Kraft, das sichtbar werden zu lassen in der Art und Weise, wie wir miteinander umgehen. Wir rufen zu dir:
Gem: Herr, erbarme dich. (EG 178.11)
Wir bitten für alle, die in Gefahr sind, sich gegen ihre Mitmenschen zu verschließen und zu vereinsamen. Für die Eheleute, die einander fremd geworden sind, für die Eltern, die ihre Kinder nicht mehr verstehen, für die Kinder, die ohne die Liebe ihrer Eltern aufwachsen müssen, für die Jungen und Mädchen, denen das Leben bereits nichts mehr zu sagen hat, und für die, deren Kindheit durch Krieg zerstört wurde und wird. Wir rufen zu dir:
Gem: Herr, erbarme dich. (EG 178.11)
Herr, unser Gott, du bist der König über alle Welt, du bist der König unseres Lebens, wir bitten dich: gib uns eine unerschütterliche Bereitschaft, einander so zu nehmen, wie wir sind. Hilf, dass wir auf Deine Gegenwart vertrauen, damit wir Kraft bekommen, einander beizustehen, und in Frieden miteinander zu leben, durch Jesus Christus, unsern Herrn.
Amen
Vaterunser
Segen: Es segne und behüte uns Gott, der Allmächtige und Barmherzige, Vater, Sohn und Heiliger Geist. oder
Der Herr segne dich und behüte dich, der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig, Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.
Schlusslied: Wir danken dir, Herr Jesu Christ (EG 79,1)

Es bleibt jedem überlassen, den Vorschlag den Gegebenheiten anzupassen.

Rechtliche Hinweise:
Wenn man einen Gottesdienst als Video oder Ton aufnimmt und im Internet verfügbar macht, muss man das Urheberrecht beachten. Die hier gemachten Liedvorschläge sollten diesbezüglich kein Problem darstellen, da sie nach geltendem Urheberrecht rechtefrei sind (der Autor muss länger als 70 Jahre verstorben sein). Die Gebetstexte stammen von mir und dürfen genutzt werden.
Gottesdienste, die auf YouTube eingestellt werden, sollten auch mit anderen Liedern abgedeckt sein, da die EKD einen Rahmenvertrag mit der GEMA für Veröffentlichungen auf YouTube geschlossen hat. Eine Rückversicherung bei der Rechtsabteilung der eigenen Landeskirche empfiehlt sich dennoch. Bei Veröffentlichung des virtuellen Gottesdienstes auf der Webseite der Gemeinde ist es gut, sich auf das hier vorgeschlagene Liedgut (oder andere Lieder, die nicht mehr urheberrechtsgeschützt sind) zu beschränken.

*Das „Halleluja” steht bewusst unmittelbar vor der Evangeliumslesung, denn es leitet das Evangelium ein und schließt nicht, wie in den vergangenen Jahrzehnten üblich geworden, die Epistellesung ab.