das Kirchenjahr

Letzter Sonntag im Kirchenjahr

Die ewige Stadt

Predigtanregung

Der Letzte Sonntag im Kirchenjahr kann in zweifacher Weise begangen werden: als Ewigkeitssonntag oder als Gedenktag der Entschlafenen (Totensonntag). Eine Kombination beider ist nicht abwegig. Hier wird noch getrennt, weil dies auch vom neuen Evangelischen Gottesdienstbuch so vorgesehen wird.
Als Ewigkeitssonntag schauen die Perikopen dieses Tages in die Zukunft, die jenseits unserer Vorstellungen liegt, weil sie ebenso Vergangenheit und Gegenwart ist. Denn es geht um die Ewigkeit, die sich zeitlich nicht fassen lässt, an der wir durch Jesus Christus schon zeichenhaft teilhaben dürfen und und einst ganz teilhaben werden. Dabei ist dieses "einst" als jenseits unserer Zeit zu verstehen und nicht in einer von uns aus gesehen fernen Zukunft, die sich erst in einer unbekannten Zahl von Jahren ereignet.

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IV - Mk 13, 28-37

An dem Feigenbaum aber lernt ein Gleichnis: Wenn jetzt seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, so wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. 29 Ebenso auch: wenn ihr seht, dass dies geschieht, so wisst, dass er nahe vor der Tür ist. 30 Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht. 31 Himmel und Erde werden vergehen; meine Worte aber werden nicht vergehen. 32 Von dem Tage aber und der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater. 33 Seht euch vor, wachet! denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist. 34 Wie bei einem Menschen, der über Land zog und verließ sein Haus und gab seinen Knechten Vollmacht, einem jeden seine Arbeit, und gebot dem Türhüter, er solle wachen: 35 so wacht nun; denn ihr wisst nicht, wann der Herr des Hauses kommt, ob am Abend oder zu Mitternacht oder um den Hahnenschrei oder am Morgen, 36 damit er euch nicht schlafend finde, wenn er plötzlich kommt. 37 Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Wachet!

Dieser Text gehört zu der letzten großen, ausführlichen Rede Jesu, die eine Antwort auf die Frage nach dem Ende der Zeiten (der Zerstörung des Tempels, Verse 1-3) enthalten. Direkt an diese Perikope nun schließt sich die Leidensgeschichte Jesu an.
Dies ist gewissermaßen Jesu Vermächtnis, dass die Jünger wachsam bleiben. Der Vergleich aber mit dem Hausherrn wirft Probleme auf. Die Wachen wachen ja nicht, um das Kommen des Herrn anzukündigen (das wäre nur ein Nebeneffekt ihrer Wachsamkeit), sondern um zu verhindern, dass in das Haus eingebrochen wird. Nun wird diese wichtigere Funktion flugs zur Nebensache. Dennoch geht es nur um dies eine, denn damit schließt Jesus seine Rede ab: Wachet! Seid wachsam! Lasst diesen so wichtigen Augenblick nicht an euch vorüberziehen.
Dabei ist auch wichtig, was einleitend in unserer Perikope geasgt wird: Himmel und Erde werden vergehen; meine Worte aber werden nicht vergehen. Hier macht Jesus seine Gottheit ganz sichtbar, er lässt im Grunde keinen Zweifel. Am Ende wird auf dieses Wort aufgebaut, indem betont wird, dass dies sein Wort ist: 'Wachet!'
Der kirchenjahreszeitliche Zusammenhang wird nicht deutlich. Wo entsteht hier eine Verbindung zur himmlischen Stadt? Sicher sehnen wir uns nach diesem Ort, aber das steht hier gar nicht im Mittelpunkt, sondern einzig die Wachsamkeit, die erforderlich ist, um das Kommen des Herrn nicht zu verpassen. Er wird kommen, um sein Volk zum himmlischen Jerusalem heimzuführen - hier können wir eine Verbindung erkennen. Aber das würde wohl zu weit vom Predigttext wegführen.
Der mahnt uns zur Wachsamkeit. Wie sich diese Wachsamkeit gestalten kann, bleibt aber unklar. Hier ist der Prediger/die Predigerin gefordert. Wachsamkeit ist sicher nicht das ängstliche Ausharren. Das Reich Gottes kann nur dann Wirklichkeit werden, wenn wir uns selbst dafür stark machen. Auch das gehört zur Wachsamkeit dazu. Wachsamkeit darf uns nicht in einer Richtung festlegen, denn wo er her kommt und wie er kommt, das wissen wir ja letztlich auch nicht. Es sind alles vage Vorstellungen, die wir haben. Und da mag man sich fragen, ob er nicht vielleicht doch schon da ist, dort, wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind?

Liedvorschläge zur Predigt:


Wir warten dein, o Gottes Sohn (EG 152)
Der Himmel, der ist (EG 153) - Wochenlied!
Wach auf, du Geist der ersten Zeugen (EG 241)
Herr, wie du willst, so schick's mit mir (EG 367)
Freu dich sehr, o meine Seele (EG 524)



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