das Kirchenjahr

Judika

Bereit zum Dienst*

Gottesdienstentwurf

Der folgende Vorschlag soll vor allem denen, die ungeübt sind in der Gestaltung eines Gottesdienstes, eine Hilfe sein. Er ermöglicht auch einen Gottesdienst in häuslicher Gemeinschaft ohne Pfarrer/in.

Gruß: Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Amen [Je nach Gewohnheit und Möglichkeit im Wechsel mit der Gemeinde]
Der Spruch für den Sonntag Judika steht im Evangelium nach Matthäus im 20. Kapitel und lautet: Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele.
Eingangslied: Nun gehören unsre Herzen (EG 93 - s. Hinweise zum Urheberrecht!)
Psalmgebet: Ps 43
Liturg oder Gemeinde: Ehr sei dem Vater und dem Sohn... (EG 177.x)
Kyriegebet: Herr Jesus Christus, du rufst uns in deine Nachfolge. Wir sollen einander dienen, so wie du uns gedient hast: ohne jede Erwartung und ohne jede Bedingung. Wir bekennen, dass uns das schwer fällt. Wir suchen die Anerkennung und erwarten sie auch von unseren Mitmenschen. Hilf, dass wir dankbar sind für alle Möglichkeiten, unseren Mitmenschen zu dienen, und allein dir die Ehre geben in allem, was wir tun. Wir rufen dich an:
Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison.
und/oder: Kyrie-Gesang (EG 178.x)
Kollektengebet: Herr Jesus Christus, wir beugen uns vor dir, der du das Leid dieser Welt auf dich genommen und Spott und Verachtung ausgehalten hast. Hilf, dass wir deinem Vorbild folgen und demütig einander dienen, indem wir deine unermessliche Liebe zu uns stets vor Augen haben. Das bitten wir dich, der mit dem Vater und dem Geist lebt und herrscht in Ewigkeit. Amen
Wenn zwei Lesungen gehalten werden, hier fortfahren:
Lesung: Hebr 5, (1-6)7-9(10) (Epistel)
Lied: O Mensch, bewein dein Sünde groß (EG 76)
Wenn nur eine Lesung gehalten wird, hier fortfahren:
Lesung: Mk 10, 35-45 (Evangelium)
Lied: Mir nach, spricht Christus, unser Held (EG 385, 1.5-6)
Predigt/Ansprache/Meditation/Lesung des Predigttextes und Stille (Predigttext: Mk 10, 35-45)
Lied: Herr, wir stehen Hand in Hand (EG 602)
Fürbitte
Liturg: Barmherziger Gott, durch deinen Sohn Jesus Christus erkennen wir, wie sehr du uns liebst. Wir haben deine Liebe nicht verdient. Sie ist ein Geschenk, das anzunehmen uns schwer fällt. Darum bitten wir dich: Hilf uns deine Liebe annehmen. Leite uns, dass wir von deiner Liebe lernen, wie wir unser eigenes Leben gestalten können. Lass uns dich suchen, gib uns den Mut zum ersten Schritt heraus aus der vertrauten Umwelt, in der wir uns sicher und geborgen fühlen, hinein in eine Welt, die uns fremd und feindselig erscheint. Wir rufen zu dir:
Gem: Herr, erbarme dich. (z.B. EG 178.11)
Liturg: Wir bitten dich für die Welt, in der Angst und Misstrauen herrschen. In vielen Ländern werden Menschen verfolgt und gefoltert, weil sie sich für Gerechtigkeit einsetzen. Lass sie erfahren, dass du Menschen durch das Leben, das Leiden und sogar durch den Tod in ein neues Leben trägst. Lass sie nicht resignieren vor der Gewalt, sondern gib ihnen Mut und Hoffnung. Mache uns bereit, für diese Menschen einzutreten und ihnen beizustehen. Lass uns ihr Fürsprecher werden, der du selbst unser Fürsprecher bist. Wir rufen zu dir:
Gem: Herr, erbarme dich.
Liturg: Wir bitten dich: mache den Kriegen in dieser Welt ein Ende. Keiner dieser Kriege ist gerecht, kein Krieg ist heilig. Wir wissen das, und doch ziehen unsere Kinder in den Krieg gegen Völker, die uns nichts getan haben. Die Schuld, die wir so auf uns laden, wird unermesslich. Vergib uns. Hilf uns, aufzustehen gegen das große Unrecht, das dort geschieht, im Irak, in Afghanistan, im Kongo und in vielen anderen Ländern unserer Welt. Lass uns dafür eintreten, dass die Herstellung und der Verkauf von Waffen ein Ende nimmt, damit es nichts mehr gibt, womit man Krieg führen kann; damit sich die Gegner wieder begegnen müssen, um ihre Konflikte auf friedliche Weise zu lösen. Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich.
Liturg: Deine Kirche verliert manchmal dich aus den Augen und starrt auf das, was ihr Sorgen und Ängste bereitet: den Rückgang der Mitgliederzahlen und damit verbunden sinkende Einnahmen und die stetig steigenden Kosten. Mache deine Kirche zu einer Gemeinschaft, in der Menschen nach deinem Willen leben, in der nach dir gefragt wird, in der in Stille, im Gebet, im Gespräch Menschen deine Nähe suchen. Lass deine Kirche ein Ort sein, in dem mit deiner Gegenwart, gerechnet wird. Wir rufen zu dir:
Gem: Herr, erbarme dich.
Liturg: Wir bitten dich für die Traurigen und Ängstlichen, die Sorgenvollen und die Kranken. Lass sie erfahren, dass Du da bist, ganz nah bei ihnen. Lass sie spüren, dass deine Liebe sie umgibt, einhüllt wie eine warme Decke, die uns vor der Kälte schützt. Lass sie das Leben spüren, das nur du geben kannst. Wir rufen zu dir:
Gem: Herr, erbarme dich.
Liturg: Wir bitten Dich für alle, deren Namen wir jetzt in der Stille vor dich bringen:
Stille...
Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich.
Liturg: Herr, du schenkst uns Freiheit, weil du uns liebst. Lass uns diese Freiheit dazu gebrauchen, deinen Willen zu erkennen und an zu nehmen, damit wir durch unser Leben dich rühmen und preisen. Dir sei Ehre in Ewigkeit.
Amen
Vaterunser
Segen: Es segne und behüte uns Gott, der Allmächtige und Barmherzige, Vater, Sohn und Heiliger Geist. oder
Der Herr segne dich und behüte dich, der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig, Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.
Schlusslied: Lass deine Wunden sein (EG 87, 6)

Es bleibt jedem überlassen, den Vorschlag den Gegebenheiten anzupassen.

Rechtliche Hinweise:
Wenn man einen Gottesdienst als Video oder Ton aufnimmt und im Internet verfügbar macht, muss man das Urheberrecht beachten. Die hier gemachten Liedvorschläge sollten diesbezüglich kein Problem darstellen, da sie nach geltendem Urheberrecht rechtefrei sind (der Autor muss länger als 70 Jahre verstorben sein). Die Gebetstexte stammen von mir und dürfen genutzt werden.
Gottesdienste, die auf YouTube eingestellt werden, sollten auch mit anderen Liedern abgedeckt sein, da die EKD einen Rahmenvertrag mit der GEMA für Veröffentlichungen auf YouTube geschlossen hat. Eine Rückversicherung bei der Rechtsabteilung der eigenen Landeskirche empfiehlt sich dennoch. Bei Veröffentlichung des virtuellen Gottesdienstes auf der Webseite der Gemeinde ist es gut, sich auf das hier vorgeschlagene Liedgut (oder andere Lieder, die nicht mehr urheberrechtsgeschützt sind) zu beschränken.

*Das „Halleluja” steht bewusst unmittelbar vor der Evangeliumslesung, denn es leitet das Evangelium ein und schließt nicht, wie in den vergangenen Jahrzehnten üblich geworden, die Epistellesung ab.