das Kirchenjahr

Jubilate

Die neue Schöpfung

Proprium

Beschreibung:
Der Name des Sonntags Jubilate leitet sich vom Beginn der lateinischen Antiphon ab: Jubilate Deo, omnis terra!. (Ps 66, 1; deutsch s. Antiphon).
Am Sonntag Jubilate wird das Evangelium von Jesus als dem Weinstock gelesen. Das Thema "Die neue Schöpfung" wird jedoch nicht ohne weiteres in diesem Evangelium deutlich, sondern in den anderen Lesungen, worin auf die Veränderungen hingewiesen wird, die durch Jesu Auferstehung bewirkt wurden und werden. Interessant ist die Wahl der priesterlichen Schöpfungsgeschichte als alttestamentlicher Lesung: hier wird das, was das Volk Israel schon lange erkannt hat, aufgegriffen: Gott hat die Schöpfung gut geschaffen, ohne Fehl und Tadel. Das zahlreiche Elend ist auf das Versagen des Menschen zurückzuführen, den Willen Gottes auszuführen. Durch Christus sind wir nun dazu befähigt.
Eingangsvotum:
Am Sonntag Jubilate werden wir ermahnt, am rechten Weinstock zu bleiben, der Christus ist. Nur dann werden wir auch den Tod überwinden, weil Christus ihn überwunden hat. Dankbar hören wir die Verheißung von Jesu Wiederkunft. Durch seine Auferstehung haben auch wir teil an der neuen Schöpfung, die schon jetzt anbricht und bei seinem Kommen vollends heraufgeführt wird.
Wochenspruch:
Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. (2. Kor 5, 17)
Wochenlied:
Die ganze Welt, Herr Jesu Christ (EG 110)
Gott gab uns Atem (EG 432)
Musikvideo zum ersten Wochenlied von Ludwig-Martin Jetschke
Musikvideo zum zweiten Wochenlied von Ev. Kirche Donau-Ries
Weitere Liedvorschläge
Antiphon:
Halleluja! Jauchzet Gott, alle Lande, Halleluja! Lobsinget zur Ehre seines Namens! Halleluja! (Ps 66, 1)
Halleluja-Vers:
Lobet Gott in seinem Heiligtum, lobet ihn in der Feste seiner Macht! Alles, was Odem hat, lobe den Herrn! - Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden. (Ps 150,1.6 - altkirchlich Lk 24, 6a.34a)
Vorschläge zur Gottesdienstgestaltung:
Es geht darum, die "neue Schöpfung" bewußt werden zu lassen. Das Leben wird lebenswert, wir versöhnen uns mit unseren Nachbarn, wir geben unsere Feindbilder auf. Utopie? Mag sein. Im Gottesdienst aber sind wir mit der Realität der neuen Schöpfung, die kein Leid, kein Unrecht, keinen Krieg mehr kennt, konfrontiert. Man kann durch ein Anspiel das Besondere der neuen Schöpfung, das "Utopische", zur Sprache bringen. Das Anspiel könnte auch Gedanken des Predigttextes aufnehmen und evtl. sogar die Stelle der Predigt einnehmen.
Kyriegebet:
Allmächtiger Gott, Schöpfer des Himmels und der Erde! Wir freuen uns über die Wunder deiner Schöpfung, und doch vergessen wir, dass sie uns von dir zur Pflege und Bewahrung übergeben wurde. Wir zerstören Lebensräume und missachten den Wert der Nahrungsmittel. Wir bitten dich: wecke in uns die Sinne, die uns aufmerken lassen, wenn deine Schöpfung Schaden nimmt, und vergib, wo wir selbst schuldig werden. Wir rufen zu dir:
Kollektengebet (Tagesgebet):
Gott, du Barmherziger, liebender Vater: wir danken dir für deine Liebe, mit der du uns zu deinen Kindern gemacht hast, und bitten dich: erhalte uns in der Nachfolge deines Sohnes Jesus Christus, dass wir miteinander bauen an deinem Reich in Hoffnung und Vertrauen. Das bitten wir dich durch deine Güte. Amen
oder
Jesus Christus, du bist der Anfang der neuen Schöpfung. Indem du den Tod überwunden hast, ist für uns eine neue Zeit angebrochen. Wir bitten dich: Lass uns immer wieder spüren, was es heißt, der neuen Schöpfung anzugehören. Hilf, dass wir die Freude darüber hinaustragen zu allen Menschen. Das bitten wir dich, der du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und regierst in Ewigkeit. Amen
oder
Allmächtiger Gott, du hast die Welt so wunderbar geschaffen! Dafür danken wir dir und bitten: lass uns nicht aufhören, von deinen Wundern zu reden. Hilf, dass dein Name verherrlicht werde in allen Landen. Das bitten wir durch unseren Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und gepriesen wird in Ewigkeit. Amen
oder
Du Schöpfer aller Dinge, du willst uns Menschen erneuern und einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, in denen Gerechtigkeit wohnt. Belebe uns, weck uns auf aus aller Verzagtheit, dass wir den Mut haben zu glauben, dass wir lernen, einander zu achten und zu lieben und auferstehen zum Leben mit dir. Wir bitten dich im Namen unseres Bruders und Herrn Jesus Christus. Amen
oder
Gott, du Lebenshauch des Paradieses, dir allein gebührt unser Lob und Dank Hauche uns deinen Geist ein, damit wir den Weg gehen, der uns bestimmt ist. Hilf, dass wir in Vertrauen und Freude das ewige Ziel, die Gemeinschaft mit dir, erreichen. Denn du bist unsere Hoffnung heute und alle Zeit. Amen
Bach-Kantaten:
BWV 12 - Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen (V)
*BWV 86 - Wahrlich, wahrlich, ich sage euch (V)
BWV 103 - Ihr werdet weinen und heulen (V)
BWV 146 - Wir müssen durch viel Trübsal (V)
Liturgische Farbe:
weiß

Biblische Texte (Perikopen)

Psalm:
66, 1-9
I:
Spr 8, 22-36 (Wer mich findet, der findet das Leben und erlangt Wohlgefallen vom HERRN.)
II:
Evangelium
Joh 15, 1-8 (Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater der Weingärtner.)
III:
Epistel
Apg 17, 22-34 (Nun verkündige ich euch, was ihr unwissend verehrt.)
IV:
Altes Testament
Predigttext
1. Mose 1, 1-4a(4b-25)26-28(29-30)31a(31b); 2, 1-4a (Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn.)
V:
Joh 16, 16-23a (Eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden.)
VI:
2. Kor 4, 14-18 (wir wissen, dass der, der den Herrn Jesus auferweckt hat, wird uns auch auferwecken mit Jesus.)
M:
Jes 43, 14-21
Hex 47, 1-12 (= Ez 47, 1-12)
1. Joh 5, 1-4