das Kirchenjahr

Exaudi

Die wartende Gemeinde

Proprium

Beschreibung:
Der Name dieses Sonntags leitet sich ab von dem Beginn der lateinischen Antiphon: Exaudi, Domine, vocem meam, qua clamavi ad te; miserere mei, et exaudi me! (Ps 27,7; deutsch s. Antiphon). Der Sonntag ist schon deutlich auf Pfingsten bezogen dadurch, dass er die wartende Haltung der Gemeinde und damit ihre Abhängigkeit vom Heilswirken Gottes herausstreicht, und von daher eigentlich nicht mehr Bestandteil des Osterfestkreises, der mit Christi Himmelfahrt abschloss. Allerdings hat man sich im neuen Evangelischen Gottesdienstbuch nicht dazu durchringen können, als liturgische Farbe violett zu wählen, obgleich diese Farbe sicherlich angemessen wäre.
Der Sonntag Exaudi spiegelt die Spannung wider, in der die Jünger sich befanden, nachdem ihr Herr gen Himmel aufgefahren war. Sie wissen um die Verheißung des Geistes, haben ihn aber noch nicht erfahren. Sie leben in einer kaum erträglichen Spannung, denn das Vergangene hat nun keine Bedeutung mehr, und das Zukünftige hat keine Kraft. Die Gegenwart, in der sie machtlos sind, wird übermächtig und scheint sie zu fesseln.
In diese Spannung hinein erklingt als Erinnerungsruf die Rede Jesu, in der er den Tröster, seinen Geist, verheißt.
Eingangsvotum:
Am Sonntag Exaudi hören wir die Verheißungen des Geistes und beten, dass dieser Geist unter uns sei und wirke. Wohl wissen wir von Pfingsten her, dass der Geist Gottes schon ausgegossen ist auf alles Fleisch, aber oft erkennen wir unsere eigene Trägheit, die dem Wirken des Geistes keinen Platz gewährt. Aufgrund der Verheißungen aber glauben wir, dass der Geist uns erfüllt und unsere Trägheit von uns nimmt.
Wochenspruch:
Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, will ich alle zu mir ziehen.
Wochenspruch:
Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, will ich alle zu mir ziehen. (Joh 12, 32)
Wochenlied:
Heilger Geist, du Tröster mein (EG 128)
O komm, du Geist der Wahrheit (EG 136)
Antiphon:
Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe! Sei mir gnädig und erhöre mich! (Ps 27, 7)
Halleluja-Vers:
Gott ist König über alle Völker, Gott sitzt auf seinem heiligen Thron. - Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden.(Ps 47, 9 - altkirchlich nach Lk 24, 6a.34a)
Kollektengebet:
Gott, Allmächtiger, Herrscher des Himmels und der Erde: deine Schöpfung ruft nach dir, sie sehnt sich nach deinem Geist, der Leben schafft und erhält. So lass deinen Geist über uns kommen, damit alle deine große Güte und Liebe erfahren. Durch Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen
Liturgische Farbe:
weiß

Biblische Texte (Perikopen)

Psalm:

27, 1.7-14 od.
27, 1.8-9b (EGb)
I:
Eph 3, 14-21 - Epistel-Lesung - Predigttext
II:
Jer 31, 31-34 - AT-Lesung
III:
Joh 7, 37-39
IV:
Röm 8, 26-30
V:
Joh 14, 15-19
Rev. 2014: 1. Sam 3, 1-10
VI:
Joh 16, 5-15 - Evangelium-Lesung
M:
Jes 41, 8-14
Mt 10, 16-20
Joh 14, 15-19
Joh 15, 26-16,4