das Kirchenjahr

Letzter Sonntag nach Epiphanias

Die Verklärung

Proprium

Beschreibung:
Der letzte Sonntag nach Epiphanias steht heraus schon deswegen, weil er immer gefeiert wird, während die anderen, vor ihm liegenden Proprien der Epiphaniaszeit u.U. wegfallen, je nach Länge der Epiphaniaszeit. Wichtiger ist allerdings das Thema dieses Sonntages. Es stellt die Verbindung her mit Traditionen anderer Kirchen, die am Epiphaniasfest die Verklärung Jesu feierten. In der Verklärung wird Jesus, während er noch auf Erden weilt, für eine kurze Zeit den Jüngern gegenüber in seiner Herrlichkeit als der Sohn Gottes dargestellt. Es ist dies das einzige Mal, wo die Jünger die Nähe des Himmels durch Jesus physisch erfahren, und es begeistert sie so, dass sie darin bleiben wollen. Die Erzählung endet jedoch damit, dass es zurück in diese Welt geht, in der die Jünger zwar nun hoffen können, aber doch auch wieder der Not und dem Elend ausgesetzt sind. So stellt der letzte Sonntag nach Epiphanias die Verbindung her zwischen der Herrlichkeit des Sohnes Gottes und seinem Tod, durch den die Erlösung der Menschheit erwirkt wird dadurch, dass er selbst eben nicht von seiner Gottessohnschaft Gebrauch macht, sondern sich als Mensch opfert.
Eingangsvotum:
Am letzten Sonntag nach Epiphanias hören wir das Evangelium von der Verklärung Jesu. Auf wundervolle Weise wird drei Jüngern die Göttlichkeit Jesu offenbart, den sie zuvor nur als Menschen gekannt hatten. Auch uns widerfährt hin und wieder eine solche Offenbarung, und wir meinen, in ganz irdischen Dingen Gott selbst zu schauen. Und wenn unser Leben meist ohne solche Offenbarung abläuft, so haben wir doch die Gewißheit, dass der Herr uns nahe ist und unter uns wirkt.
Wochenspruch:
Über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. (Jes 60, 2b)
Wochenlied:
Herr Christ, der einig Gotts Sohn (EG 67)
Morgenglanz der Ewigkeit (EG 450)
Antiphon:
Des Herrn Glanz war wie Licht; Strahlen gingen aus von seinen Händen. Darin war verborgen seine Macht. (Hab 3, 4) oder
Ihr Gerechten, freut euch des Herrn und dankt ihm und preist seinen heiligen Namen! (Ps 97, 12)
Halleluja-Vers:
Die Himmel verkündigen seine Gerechtigkeit, / und seine Herrlichkeit sehen alle Völker. (Ps 97, 6)
Kollektengebet:
Herr Jesus Christus, du hast Gott in unser Leben gebracht. Seine Liebe willst du in uns leuchten lassen. Dafür sind wir dankbar und bitten dich: erfülle uns mit Vertrauen in deine Güte. Lass dein Licht in uns leuchten, damit durch uns deine Herrlichkeit offenbar werde allen Menschen. Das bitten wir dich, der du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und herrschst in Ewigkeit. Amen
Bach-Kantaten:
*BWV 96 - Herr Christ, der einge Gotts Sohn
*BWV 195/1 - Dem Gerechten muss das Licht
Liturgische Farbe:
weiß

Biblische Texte (Perikopen)

Psalm:
97
I:
Ex 3, 1-8a(8b-9)10(11-12)13-14(15) = 2. Mose 3, 1-8a(8b-9)10(11-12)13-14(15) (Tritt nicht herzu, zieh deine Schuhe von deinen Füßen; denn der Ort, darauf du stehst, ist heiliges Land!) - AT-Lesung - Predigttext
II:
Offb 1, 9-18 (Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige.)
III:
2. Petr 1, 16-19 (20-21) (Wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen.)
IV:
Ex 34, 29-35 = 2. Mose 34, 29-35 (Mose wusste nicht, dass die Haut seines Angesichts glänzte, weil er mit Gott geredet hatte.)
V:
Mt 17, 1-9 (Herr, hier ist gut sein!) - Evangelium-Lesung
VI:
2. Kor 4, 6-10 (Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben.) - Epistel-Lesung
M:
Ex 24, 1-2.9-11 (15-18) = 2. Mose 24, 1-2.9-11 (15-18)