das Kirchenjahr

Ostersonntag

Sieg über den Tod*

Predigtanregung

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II - 1. Kor 15, (12-18)19-28

Wenn aber Christus gepredigt wird, dass er auferstanden ist, wie sagen dann einige unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten? 13Gibt es keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferstanden. 14Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsere Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich. 15Wir würden dann auch als falsche Zeugen Gottes befunden, weil wir gegen Gott bezeugt hätten, er habe Christus auferweckt, den er nicht auferweckt hätte, wenn doch die Toten nicht auferstehen. 16Denn wenn die Toten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden. 17Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden; 18so sind auch die, die in Christus entschlafen sind, verloren. 19Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen. 20Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. 21Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. 22Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden.23 Ein jeder aber in seiner Ordnung: als Erstling Christus; danach, wenn er kommen wird, die, die Christus angehören; 24danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, nachdem er alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt vernichtet hat. 25Denn er muss herrschen, bis Gott ihm "alle Feinde unter seine Füße legt" (Psalm 110,1). 26Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod. 27Denn "alles hat er unter seine Füße getan" (Psalm 8,7). Wenn es aber heißt, alles sei ihm unterworfen, so ist offenbar, dass der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat. 28Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott sei alles in allem.

Dieser Text ist zwar angemessen, aber schwierig nachzuvollziehen. Der Analogieschluss in Vers 21 f. verstößt gegen jede Logik. Aber wer "Glaubensaussagen" mit Hilfe von Logik bewerten will, hat Glauben nicht verstanden. Auf der anderen Seite: unseren Verstand müssen wir nicht an der Kirchentür abgeben. Das wäre eine Zumutung. Aber es geht hier eben um die ganz zentrale Aussage unseres Glaubens: Christus ist auferstanden, und mit ihm werden auch wir auferstehen!
Es gab - und gibt auch heute - immer Menschen, die das auch verstehen wollen. Darum hat Paulus mit den Mitteln seiner Zeit eine Begründung versucht, obwohl er selbst wusste, dass diese Begründung nicht hieb- und stichfest ist.
Solange wir uns nur am Diesseits orientieren, können wir unseren Glauben gleich ganz abschreiben. Er nützt uns überhaupt nichts (Vers 19). Es genügt nicht, das, was Jesus gesagt hat, zu akzeptieren und umzusetzen. Es muss auch der Glaube an die Auferstehung dazukommen. Erst dann gewinnen wir eine neue Dimension, die zwar in die diesseitige hineinragt und sich auf sie auswirkt, aber nur, weil sie jenseitig, d.h. vom Gottesreich her, ist, auch die Kraft hat, das Diesseits zu verändern. Wer sich darauf einlässt, dass Jesus Christus der Lebendige ist, der den Tod überwunden hat, gewinnt neue Perspektiven für sein eigenes Leben und das seiner Mitmenschen. Denn der Tod hat dann nicht mehr das letzte Wort. Es erschließt sich eine Zukunft, für die es sich zu leben lohnt.
Durch Jesus Christus wird die Verbindung hergestellt zwischen unserer "irdischen" Welt und Gottes "himmlischer" Welt. Noch ist dies, wie schon angedeutet, eine offene Verbindung, die aber am "Ende" fest wird. Dann wird der Tod vernichtet, d.h. er wird unwirksam, er hat keine Kraft mehr. Er kann kein Leben mehr beenden.
Der kirchenjahreszeitliche Zusammenhang ist klar und deutlich. Es ist Ostern, es geht um das Ereignis der Auferstehung und dessen Wirkung für uns. Die Predigt wird versuchen, die Komplexität der Gedankenführung des Paulus zu aktualisieren, aber sie muss dranbleiben an dieser Wahrheit: Durch die Auferstehung ist auch der letzte Feind überwunden. Wir haben keinen Grund mehr, den Tod zu fürchten.

Liedvorschläge:

Wir wollen alle fröhlich sein (EG 100)
Mit Freuden zart zu dieser Fahrt (EG 108)
Jesus lebt, mit ihm auch ich (EG 115)
Er ist erstanden (EG 116)
Dass Jesus siegt, bleibt ewig ausgemacht (EG 375)
Christus, der ist mein Leben(EG 516)
Jesus, meine Zuversicht (EG 526)



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