das Kirchenjahr

Rogate

Die betende Gemeinde

Gottesdienstentwurf

Der folgende Vorschlag soll vor allem denen, die ungeübt sind in der Gestaltung eines Gottesdienstes, eine Hilfe sein. Er ermöglicht auch einen Gottesdienst in häuslicher Gemeinschaft ohne Pfarrer/in.

Gruß: Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Amen [Je nach Gewohnheit und Möglichkeit im Wechsel mit der Gemeinde]
Der Spruch für den Rogate steht im 66. Psalm und lautet: Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.
Eingangslied: Gott des Himmels und der Erden (EG 445, 1.4-5)
Psalmgebet: Ps 95, 1-7a oder
95, 1-2. 6-7a (Ev. Gottesdienstbuch)
Liturg oder Gemeinde: Ehr sei dem Vater und dem Sohn... (EG 177.x)
Kyriegebet: Herr Gott, du hast deine Verheißung auf unsere Gebete gelegt, und doch sind wir träge und zweifeln, ob du unser Gebet überhaupt erhörst. Hilf uns, Deinen Zusagen zu vertrauen, damit unser Beten nicht vergeblich ist. Wir rufen zu dir:
Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison.
und/oder: Kyrie-Gesang (EG 178.x)
Liturg: Ehre sei Gott in der Höhe
Gemeinde: Allein Gott in der Höh sei Ehr (EG 179, 1)
oder
Liturg + Gemeinde im Wechsel: Ehre sei Gott in der Höhe (EG 180.1)
Kollektengebet: Allmächtiger Gott, himmlischer Vater: lehre uns, dir zu vertrauen, damit wir mit allem, was uns bewegt, betend vor dich treten. Wir glauben, dass du antworten wirst, so wie es uns dein Sohn verheißen hat. Wir preisen dich, den wir Vater nennen dürfen. Amen
Wenn zwei Lesungen gehalten werden, hier fortfahren:
Lesung: 1. Tim 2, 1-6a (Epistel)
Lied: Vater unser im Himmelreich (EG 344, 1-4.9)
Wenn nur eine Lesung gehalten wird, hier fortfahren:
Gesang: Halleluja
Halleluja-Vers (gesungen oder gesprochen): Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. (Ps 66, 20)
- Halleluja -
Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden.
Gesang: Halleluja*
Lesung: Lk 11, (1-4)5-13 (Evangelium)
Lied: Mir ist Erbarmung widerfahren (EG 355)
Predigt/Ansprache/Meditation/Lesung des Predigttextes und Stille (Predigttext: Sir 35, 16-22a od. Dan 9, 4-5.16-19)
Lied: Nun saget Dank und lobt den Herren (EG 294)
Fürbitte
Himmlischer Vater, du lädst uns ein, alle Dinge mit Bitten und Gebet vor dich zu bringen.
Du hast uns Augen und Ohren gegeben, damit wir die Not unserer Mitmenschen wahrnehmen. Du hast uns Hände gegeben, damit wir helfend zupacken können. Du hast uns Münder gegeben, damit wir davon reden: von deiner Liebe, von deiner Barmherzigkeit, von deiner Güte, von deiner Wahrheit. So rufen wir zu dir:
Lass uns das Gebet wichtig sein, so wichtig wie das tägliche Brot. Hilf uns, dass unser Leben ein Leben des Gebetes sei. Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich!
Gib uns die rechten Worte, Worte, die versöhnen, die Trost spenden, die ermutigen, die Hoffnung machen. Worte, die von deiner Liebe künden. Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich!
Hilf denen, die keine Worte mehr finden, um zu dir zu beten. Lass sie die Kraft des Gebetes, unseres Gebetes, spüren. Erwecke ihre Ohren, damit Dein Wort nicht vergeblich gesagt wird. Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich!
Gib den Mächtigen, die in der Politik und Wirtschaft das Sagen haben, die Weisheit und den Mut, Entscheidungen zu treffen, die der Gerechtigkeit dienen. Wir denken heute besonders an die Regierung in Brasilien, dass sie die Not der indigenen Völker erkennt und für ihren Schutz eintritt. Hilf den Munduruku und den benachbarten Stämmen, dass ihnen ihr Lebensraum nicht genommen wird. Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich!
Hilf, dass die Heimatlosen eine Heimat finden, dass Hass und Krieg ein Ende haben. Wir denken an die vielen Flüchtlinge, die an den Grenzen Europas gestoppt werden und nicht wissen, wie es weiter gehen kann. Erbarme dich über sie, öffne ihnen Wege in die Freiheit, reiß die Zäune nieder, die ihnen ein Leben in Würde verwehren. Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich!
Gib der Jugend hier und überall in der Welt eine Perspektive für ihre Zukunft. Lass sie nicht die Hoffnung verlieren, bevor ihr Leben richtig begonnen hat. Führe sie auf den Weg des Heils. Gib den Eltern Weisheit und Kraft, zuzulassen, was für die Entwicklung ihrer Kinder nötig ist, und zu verhindern, was ihnen schadet. Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich!
Lass die Kranken und Schwachen erfahren, dass du sie nicht allein lässt, indem du Menschen auf sie aufmerksam machst und zu ihnen führst. Lass Zeichen der Liebe und der Hoffnung sichtbar werden, selbst dort, wo es hoffnungslos zu sein scheint. Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich!
Hilf allen, die unter der Corona-Pandemie leiden; stärke die Kranken, schenke den Sterbenden die Erfahrung deiner Nähe, und tröste alle, die einen lieben Menschen verloren haben.
Hilf vor allem aber dort, wo weder Impfstoffe noch medizinisches Gerät in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen. Wehre jedem Protektionismus, der Menschen ausgrenzt, nur weil sie in einem anderen Teil unserer Erde leben. Denn allen gilt dein Heil. Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich.
Sei bei unseren Geschwistern in der ganzen Welt. Besonders bitten wir dich für die, die ihren Glauben nicht in Freiheit leben können, sondern die um ihres Glaubens willen verfolgt werden. Lass sie nicht aufhören, dir zu vertrauen und deine Liebe zu bezeugen. Lass sie festhalten an dem, was du ihnen und uns geschenkt hast. Lass uns eins werden in dir. Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich!
Hab Dank für Deine Verheißung, dass Du unser Gebet erhörst. Im Vertrauen darauf hören wir nicht auf, zu dir zu beten, und preisen dich.
Amen
Vaterunser
Segen: Es segne und behüte uns Gott, der Allmächtige und Barmherzige, Vater, Sohn und Heiliger Geist. oder
Der Herr segne dich und behüte dich, der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig, Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.
Schlusslied: Deinen Engel zu mir sende (EG 445,7)

Es bleibt jedem überlassen, den Vorschlag den Gegebenheiten anzupassen.

Rechtliche Hinweise:
Wenn man einen Gottesdienst als Video oder Ton aufnimmt und im Internet verfügbar macht, muss man das Urheberrecht beachten. Die hier gemachten Liedvorschläge sollten diesbezüglich kein Problem darstellen, da sie nach geltendem Urheberrecht rechtefrei sind (der Autor muss länger als 70 Jahre verstorben sein). Die Gebetstexte stammen von mir und dürfen genutzt werden.
Gottesdienste, die auf YouTube eingestellt werden, sollten auch mit anderen Liedern abgedeckt sein, da die EKD einen Rahmenvertrag mit der GEMA für Veröffentlichungen auf YouTube geschlossen hat. Eine Rückversicherung bei der Rechtsabteilung der eigenen Landeskirche empfiehlt sich dennoch. Bei Veröffentlichung des virtuellen Gottesdienstes auf der Webseite der Gemeinde ist es gut, sich auf das hier vorgeschlagene Liedgut (oder andere Lieder, die nicht mehr urheberrechtsgeschützt sind) zu beschränken.

*Das „Halleluja” steht bewusst unmittelbar vor der Evangeliumslesung, denn es leitet das Evangelium ein und schließt nicht, wie in den vergangenen Jahrzehnten üblich geworden, die Epistellesung ab.