das Kirchenjahr

18. Sonntag nach Trinitatis

Das höchste Gebot

Predigtanregung

Der 18. Sonntag nach Trinitatis ist bestimmt vom Evangelium über das „höchste Gebot“, das sowohl von der Gottesliebe als auch der Nächstenliebe redet. Dies gibt uns erneut Gelegenheit, über das Verhältnis der Christen zum jüdischen Volk nachzudenken, denn dieses höchste Gebot stammt in seiner zweifachen Ausrichtung vollständig aus der jüdischen Tradition. Allerdings haben die anderen Texte nicht immer das „höchste Gebot“ im Sinn, sondern reden auch von der Nachfolge im Allgemeinen. Der alttestamentliche Text ist die Perikope mit den "10 Geboten".

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II - Dtn 30, 11-14

Denn das Gebot, das ich dir heute gebiete, ist dir nicht zu hoch und nicht zu fern. 12Es ist nicht im Himmel, dass du sagen müsstest: Wer will für uns in den Himmel fahren und es uns holen, dass wir's hören und tun? 13Es ist auch nicht jenseits des Meeres, dass du sagen müsstest: Wer will für uns über das Meer fahren und es uns holen, dass wir's hören und tun? 14Denn es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust.

Wie oft wollen wir uns rausreden mit der Aussage, wir hätten etwas nicht gewusst. Ein Verbotsschild, das man (angeblich) übersehen hat, 20 km/h, die man (angeblich) versehentlich zu schnell gefahren ist, usw. Wenn man ehrlich mit sich selbst ist, wird man wohl mehr als eine Gelegenheit erinnern, an der man so tat, als ob man die Warnung oder das Verbot nicht gesehen hätte.
In dieser Perikope geht es genau darum: eigentlich wissen wir, was richtig und was falsch ist. Es ist uns ins Herz geschrieben, so könnte man sagen. Und dennoch tun wir oft so, als wüssten wir es nicht.

Liedvorschläge:

Herr, dein Wort, die edle Gabe (EG 198)
Wohl denen, die da wandeln (EG 295)
Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr (EG 382)
Hilf, Herr meines Lebens (EG 419)
Komm in unsre stolze Welt (EG 428)
In Gottes Namen fang ich an (EG 494)
O Gott, du frommer Gott (EG 495)
Ich weiß, mein Gott, dass all mein Tun (EG 497)



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