Der 22. Sonntag nach Trinitatis befasst sich mit Schuld im weiteren Sinne, bekommt aber sein Thema vom Gleichnis vom „Schalksknecht”, das die Bitte des Vaterunsers "Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern" deutlich unterstreicht. Andere Aspekte der Schuld, die an diesem Sonntag durch die Perikopen angesprochen werden, sind die der Sündenvergebung und -bindung (!) durch die Nachfolger Jesu, der unbedingten Sündhaftigkeit des Menschen, selbst gegen seinen Willen, durch das Gesetz, und die der Unfähigkeit des Menschen, seine Schuld wieder gutzumachen. Die Vielschichtigkeit von Schuld macht es unmöglich, dieses Thema letztgültig abzuhandlen, da man auch immer selbst in der Schuld verhaftet ist und sich damit auch nicht zum Richter über andere erheben kann.
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II - Röm 7, 14-25aWir wissen, dass das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft. 15 Denn ich weiß nicht, was ich tue. Denn ich tue nicht, was ich will; sondern was ich hasse, das tue ich. 16 Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, so gebe ich zu, dass das Gesetz gut ist. 17 So tue nun nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt. 18 Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt. Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht. 19 Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. 20 Wenn ich aber tue, was ich nicht will, so tue nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt. 21 So finde ich nun das Gesetz, das mir, der ich das Gute tun will, das Böse anhängt. 22 Denn ich habe Lust an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen. 23 Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das widerstreitet dem Gesetz in meinem Gemüt und hält mich gefangen im Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist. 24 Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem todverfallenen Leibe? 25 Dank sei Gott durch Jesus Christus, unsern Herrn!
Anregung folgt später
Liedvorschläge:Stille Nacht, heilige Nacht (EG 46)
Wir danken dir, Herr Jesu Christ (EG 79)
Aus tiefer Not schrei ich zu dir (EG 299)
Mir ist Erbarmung widerfahren (EG 355)
Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr (EG 382)
Ein reines Herz, Herr, schaff in mir (EG 389)
Erneure mich, o ewigs Licht (EG 390)
Mitten wir im Leben sind (EG 518)
Ich rede, wo ich schweigen sollte (
Herr Gott, himmlischer Vater, im Vertrauen auf deine große Güte rufen wir dich an
Für die Menschen in den von Krieg heimgesuchten Ländern, dass sich die Politiker unermüdlich
um Frieden bemühen und nicht nur ihren eigenen Vorteil suchen.
Wir bitten für die Opfer der Naturkatatsrophen [und denken besonders an die Menschen in
...], dass ihnen Hilfe widerfährt und sie deine Kraft spüren, die
in den Schwachen mächtig ist.
Wir bitten für die Menschen, die von Hunger und Durst geplagt sind, die durch verschmutztes
Wasser erkranken oder ganz jung sterben, weil ihnen das Nötigste zum Leben fehlt. Hilf denen,
die sich dafür einsetzen, dass alle Menschen genug zu essen und zu trinken haben.
Wir bitten für die Menschen, die sich vor Krankheit fürchten, für die, die krank sind und für
die, die wissen, dass ihre Krankheit zum Tod führt. Lass sie deine Nähe erfahren, stelle Menschen
an ihre Seite, die für sie sorgen und ihnen helfen, und lass sie erkennen, dass in dir das Leben
ist.
Wir bitten dich für die Kinder und Jugendlichen, die Schaden genommen haben durch unseren
unbedachten Umgang mit unserer Umwelt, dass sie dennoch eine Perspektive für ihre Zukunft
haben, und weise uns den Weg, auf dem wir dazu beitragen können.
Wir bitten dich für alle, die allein sind, dass sie Menschen finden, die sie achten und
schätzen.
Wir rufen dich an für die Christen in der ganzen Welt, die unter Verfolgung leiden, aber
auch für all die anderen, die wegen ihres Glaubens verfolgt und unterdrückt werden. Hilf,
dass sie in Freiheit und ohne Furcht leben können.
[Wenn eine Partnerschaft besteht:]
Wir bitten dich besonders für unsere Geschwister in ..., die
für uns beten, dass du sie bewahrst im Glauben, dass du ihnen gibst, was sie brauchen,
dass du sie stark machst zum Bekenntnis deines Namens.
Herr, lass uns demütig werden vor dir, der du uns geschaffen hast. Nimm allen Hochmut,
der meint, dass wir dich ersetzen könnten, oder dass wir besser seien als andere. Lass
deine Liebe spürbar werden in einer Welt, die immer kälter zu werden scheint.
Das bitten wir dich durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn.
Amen
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Eine gute Predigt lebt davon, den vorgegebenen Bibeltext in die Sprache der Menschen heute zu übersetzen. Seit mehr als 50 Jahren sind die Predigtstudien bei dieser Herausforderung ein unverzichtbares Hilfsmittel. Jeder Predigttext wird jeweils von zwei Autoren im Dialog bearbeitet.