das Kirchenjahr

10. Sonntag nach Trinitatis

*Die Kirche und das Volk Israel

Gottesdienstentwurf

Der folgende Vorschlag soll vor allem denen, die ungeübt sind in der Gestaltung eines Gottesdienstes, eine Hilfe sein.

Gruß: Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Amen [Je nach Gewohnheit und Möglichkeit im Wechsel mit der Gemeinde]
Der Spruch für den 10. Sonntag nach Trinitatis steht im 33. Psalm und lautet: Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat.
Eingangslied: Morgenglanz der Ewigkeit (EG 450)
Psalmgebet: Ps 122
Liturg oder Gemeinde: Ehr sei dem Vater und dem Sohn... (EG 177.x)
Kyriegebet: Allmächtiger Gott, du hast uns durch die Taufe zu deinen Kindern berufen. Wir sind dein Volk! Wie leicht vergessen wir, dass Du Dir das Volk Israel vorzeiten erwählt hast und es auch heute dein VBolk ist. Hilf uns, dass wir nicht überheblich werden, auch gegenüber Menschen anderen Glaubens, sondern ihnen mit der Liebe begegnen, mit der du uns schon begegnet bist. Wir rufen dich an:
Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison.
und/oder: Kyrie-Gesang (EG 178.x)
Liturg: Ehre sei Gott in der Höhe
Gemeinde: Allein Gott in der Höh sei Ehr (EG 179, 1)
oder
Liturg + Gemeinde im Wechsel: Ehre sei Gott in der Höhe (EG 180.1)
Kollektengebet: Himmlischer Vater, wir sind deine Kinder, aber wir sind es nicht allein. Du hast Dir das Volk Israel erwählt, aus dessen heiligen Schriften wir immer neu Kraft schöpfen und Anregung erfahren. So bitten wir dich: sprich heute zu uns, dass wir deinen Willen erkennen und auch tun. Durch Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit.
Amen
Wenn zwei Lesungen gehalten werden, hier fortfahren:
Lesung: Röm 11, 25-33 (Epistel)
Lied: Nun danket Gott, erhebt und preiset (EG 290, 1-4.7)
Wenn nur eine Lesung gehalten wird, hier fortfahren:
Gesang: Halleluja (EG 181.x)
Halleluja-Vers (gesungen oder gesprochen): Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat.
Gesang: Halleluja* (EG 181.x)
Lesung: Mk 12, 28-34 (Evangelium)
Lied: Nun bitten wir den Heiligen Geist (EG 124)
Predigt/Ansprache/Meditation/Lesung des Predigttextes und Stille (Predigttext: 2. Mose 19, 1-6)
Lied: Lobe den Herren, den mächtigen König (EG 316/317, 1-3.5)
Fürbitte
Wir danken dir, unser Vater, dass du immer wieder den Bann brechen willst, der über dem Zusammenleben und dem Zusammenhören, Sprechen, Lernen und Hoffen von Juden und Christen liegt. Den Bann des Schweigens, der Blockaden und Befangenheiten, der zurückhaltenden Distanzen und der mannigfachen Bilder, die wir voneinander haben.
Den Bann der Ängstlichkeiten, der Trauer und der Erlebnisse von Fremdheit und Verletzung.
Wir danken dir, dass du uns Anfänge schenkst, Chancen des gemeinsamen Lernens und eines neuen Sprechens zueinander und Betens miteinander und Hoffens füreinander.
Wir bitten dich um eine erneuerte Wahrnehmung voneinander, wir, die wir gegenseitig zu fernen Nächsten geworden sind: schenke Anfänge gemeinsamen Lebens, Frieden und ein neues Reden. Wir bitten dich für die geschundenen Menschenkinder alle, in Israel, an seinen Grenzen und bei seinen Nachbarn, für alle, die wir kennen und die wir noch nicht kennen.
Wir bitten dich für alle, deren Lippen fruchtlos klagen, denen Raum zum Leben kaum vergönnt ist, die zu ersticken glauben unter eigener oder fremder Schuld.
Wir bitten dich für alle, die getrennt sind voneinander durch Hass und Schweigen, Mauern und Parteien, Hunger und Armut.
Wir bitten dich für alle, die unter den Naturgewalten leiden, und denken stellvertretend für alle anderen an (2015!) die Menschen in Pakistan, Myanmar und Bangla Desh, wo der Monsun Menschen heimat- und schutzlos macht, wo Menschen in den Fluten sterben.
Wir bitten dich für alle, die die Macht in Händen haben; und auch für alle, die machtlos sind und darauf angewiesen, dass Menschen ihnen Recht gewähren und Freiheit und Brot zum Leben.
Wir bitten dich für deine Kirche in allen Konfessionen: Mach sie zur Zeugin und zum Werkzeug deines Friedens durch Worte und durch Taten der Barmherzigkeit!
Wir bitten dich um ein erfrischtes Gedächtnis! Das Gedächtnis, das dein altes Volk Israel niemals verloren hat, das Dreitausend-Jahr-Gedächtnis, was uns und anderen Völkern so oft abhanden kam: Dank für die Errettung aus den Fluten des Todes! Du hast’s getan, Du allein, nicht wir.
Wir bitten dich: Stifte deinen Wundern ein Gedächtnis, gedenke deines Bundes, du bist der Ort, aus dem wir kommen, und die künftige Heimat in einem!
Lass dich erbitten von uns, du, dem allein Ruhm und Ehre gebührt in Ewigkeit.
Amen
Vaterunser
Segen: Es segne und behüte uns Gott, der Allmächtige und Barmherzige, Vater, Sohn und Heiliger Geist. oder
Der Herr segne dich und behüte dich, der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig, Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.
Schlusslied: Verleih uns Frieden (EG 421)

Es bleibt jedem überlassen, den Vorschlag den Gegebenheiten anzupassen.

Rechtliche Hinweise:
Wenn man einen Gottesdienst als Video oder Ton aufnimmt und im Internet verfügbar macht, muss man das Urheberrecht beachten. Die hier gemachten Liedvorschläge sollten diesbezüglich kein Problem darstellen, da sie nach geltendem Urheberrecht rechtefrei sind (der Autor muss länger als 70 Jahre verstorben sein), es sei denn, es wird ausdrücklich auf das Urheberrecht hingewiesen. Die Gebetstexte stammen von mir und dürfen genutzt werden.
Gottesdienste, die auf YouTube eingestellt werden, sollten auch mit anderen Liedern abgedeckt sein, da die EKD einen Rahmenvertrag mit der GEMA für Veröffentlichungen auf YouTube geschlossen hat. Eine Rückversicherung bei der Rechtsabteilung der eigenen Landeskirche empfiehlt sich dennoch. Bei Veröffentlichung des virtuellen Gottesdienstes auf der Webseite der Gemeinde ist es gut, sich auf das hier vorgeschlagene Liedgut (oder andere Lieder, die nicht mehr urheberrechtsgeschützt sind) zu beschränken.

*Das „Halleluja” steht bewusst unmittelbar vor der Evangeliumslesung, denn es leitet das Evangelium ein und schließt nicht, wie in den vergangenen Jahrzehnten üblich geworden, die Epistellesung ab.