das Kirchenjahr

9. Sonntag nach Trinitatis

Anvertraute Gaben

Predigtanregung

Der 9. Sonntag nach Trinitatis wird durch das Evangelium von den anvertrauten Zentnern bestimmt. Gott hat uns etwas gegeben, das zu vermehren durch unseren eigenen Einsatz möglich ist. Wir werden daran gemessen werden, wie wir diese "Gaben" fruchtbar einsetzen. Der Sonntag soll uns auch daran erinnern, dass was wir sind und haben, wir unserem himmlischen Vater zu verdanken haben.

Klicken Sie hier für die Anregungen für alle Predigtreihen (soweit vorhanden)

III - Mt 7, 24-27

Jesus spricht: wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute. 25 Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, fiel es doch nicht ein; denn es war auf Fels gegründet. 26 Und wer diese meine Rede hört und tut sie nicht, der gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf Sand baute. 27 Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, da fiel es ein, und sein Fall war groß.

Dieser Abschnitt ist uns wohlvertraut und auch vielfältig in Liedform gefasst worden. Das Gleichnis ist sprichwörtlich geworden, wobei der Bezug auf Jesu Worte allerdings nicht mehr hergestellt wird.
Diese Parabel schließt die Bergpredigt ab und hat darum eine ganz besondere Bedeutung, denn sie will den Worten, die Jesus zuvor gesprochen hat, noch einmal Wichtigkeit verleihen.
Offensichtlich sind die Worte Jesu wichtig für die gesamte Lebensführung, und nicht nur für einen Lebensabschnitt. Sonst wäre der Vergleich mit einem Hausbau, der ja immer für lange Zeit geschieht, etwas übertrieben.
Ohne die Bergpredigt hätte dieses Gleichnis allerdings kaum eine Bedeutung. Es würde zum Sprichwort verfallen - "Ein kluger Mann baut sein Haus auf Fels, ein dummer auf Sand". Es diente nur noch der Unterscheidung zwischen einem dummen und einem klugen Menschen. Warum der Mensch dumm oder klug ist, warum er nun so oder so handelt, ist damit nicht mehr klar und spielt auch keine Rolle mehr.
Daher ist der Bezug zur Bergpredigt so wichtig. Wer die Rede Jesu hört und sie tut, der ist wie ein Mann, der sein Haus auf einen Felsen baut. Ganz deutlich wird, dass es zunächst mal darum geht, die Rede Jesu "zu hören und zu tun", so merkwürdig sich das anhört. Hörer und Täter des Wortes sind klug.
Das Gleichnis weist darauf hin, dass die Bergpredigt Jesu die Grundlage für ein solides Leben darstellt. Das Leben ist das Haus, das sich der Mensch errichtet, die Worte Jesu sind das Fundament.
Die Predigt über diesen Text kann freilich kaum die ganze Bergpredigt wieder aufrollen. Das wäre wohl zu viel des Guten. An dieser Stelle kann aber der kirchenjahreszeitliche Bezug hilfreich sein. Zunächst einmal scheint es schwierig, für diesen Text einen solchen Bezug überhaupt zu erkennen. Wo sind die "anvertrauten Gaben"? Wo gibt es etwas, womit man mehr hinzugewinnen kann? Das können doch eigentlich nur die Worte Jesu selbst sein. Sie sind uns ja schon gegeben, sie sind der Gemeinde und uns geläufig. Es gilt, sie als Fundament für unser Leben zu nutzen und nicht wie ein Buch, das man durchgelesen hat, zur Seite zu legen. Die Worte Jesu sind unsere ständigen Begleiter, wir können sie nicht fortwischen, höchstens unterdrücken. Sie sind die Gabe, die Gott uns anvertraut hat und mit der wir wuchern sollen.

Liedvorschläge zur Predigt:

Gott der Vater steh uns bei (EG 138)
Herr, für dein Wort sei hochgepreist (EG 196, 1.2.5.6)
Ich weiß, woran ich glaube (EG 357)
Was mein Gott will, gescheh allzeit (EG 364)
Wer nur den lieben Gott läßt walten (EG 369)
Ich weiß, mein Gott, dass all mein Tun (EG 497 - Wochenlied!)
Wohl dem, der auf ihn trauet (EG 527, 10)

Fürbittengebet

Herr Jesus Christus, deine Worte klingen in uns nach. Wir bitten dich: hilf uns, dass wir gerne mitbauen an deinem Reich, das du dereinst vollenden wirst. Zeige uns, wie wir auf deinen Wegen wandeln können.
Du hast gesagt: Bittet, so wird euch gegeben, und so wollen wir bitten
für die Menschen in dieser Welt, die Verantwortung tragen in Politik und Wirtschaft: lass sie erkennen, dass nichts Bestand hat, was nicht nach Deinem Willen geschieht.
Lass nicht Angst ihr Handeln bestimmen, sondern Vertrauen in Deine Liebe und Fürsorge.
Wir bitten dich um Hilfe für die Menschen, die durch Krieg in Not geraten sind. Sei bei denen, die ihre Heimat verloren haben oder auf der Flucht sind. Dränge die Verantwortlichen, dem Krieg ein Ende zu machen und den Menschen Heimat und Geborgenheit zurück zu geben.
Wir bitten dich für die Opfer von Naturkatastrophen, dass sie wieder neu anfangen können mit deiner Hilfe. Hilf uns, dass wir verantwortlich mit unserer Umwelt umgehen und alles tun, damit unsere Welt auch für unsere Kinder noch bewohnbar bleibt.
Wir bitten dich für die Kranken und Einsamen. Sende Menschen zu ihnen, die an ihrer Seite verweilen, wenn sie es brauchen. Gebrauche du uns, damit deutlich wird, dass wir Gemeinde Jesu Christi sind.
Wir preisen dich, der du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und regierst in Ewigkeit.
Amen



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